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Und hier eine Beschwerde über die Löwen, einen besonders, der seinen Wohnbereich sauber hielt, indem er allen Unrat durchs Gitter schob. Der Besucher schrieb: »Da an die billigen Sontage ein trotsdem gutes Puhblikum in den Zoo geht mang die Tiere zu besichtigen, viel auch mit ihre Kinder welche was lernen sollen aber nich sowas. Hätten wir es nich gesehn aber so, weil mein Emil und unsere Frida doch gans vorn standen. Ich will ja werte Direkzion zugeben dass es schwer is aber es soll doch gehen daß nich. Wenn Ihr Perssonal sich Mühe gibt ich muß in mein Geschäft eine Restauration mit Mittagstisch auch Rücksich auf meine Gäste nehm, wo komm wir woll sonst hin? Bezugnehmend auf Ihren werten Löwen bitte ich um Abhilfe denn was nich sein soll geht nich.«
Noch ärger als der Löwe trieb es ein Flusspferd, das der Eigenart seiner Gattung folgte, den Kot durch Rotation des Schwanzes im Raum zu verteilen, was einen Besucher zu folgendem Schreiben veranlasste: »Als Bürger, Mensch und Amtsanwalt a.D. muß ich Ihnen sagen, dass ich diesen Vorgang unerhört fand. Wie können Sie als Vorgesetzte es zulassen, dass der Wärter den wilden Tieren derartige Ungezogenheiten andressiert? Ich stand ahnungslos am Käfig, als das größere Nilpferd sich in empörender Weise benahm, wobei mein neuer gelber Sommermantel in einer schriftlich nicht wiederzugebenden Weise verunreinigt wurde. Aus der beiliegenden Rechnung der Reinigungsanstalt in Höhe von M 16,50 können Sie den Umfang der mir angetanen Schmach bezw. Beschmutzung schätzungsweise ermessen.«
Schließlich das hinreißende Brieflein eines Neunjährigen, welches er dem Löwenwärter in die Hand steckte, bevor er davonlief: »Lieber Herr Wärter! Ich möchte auch einmal die kleinen Löwen streicheln, aber ich trau mich nicht. Für die Löwen traue ich mich schon, auch für die großen, aber es sind immer so viele Leute vor. Sie geben doch immer manchmal den Kindern die kleinen Löwen zum Streicheln oder Halten. Ich möchte morgen auch den Löwen halten, wenn Sie erlauben, Herr Wärter. Ich trau mich schon, auch allein auf den Arm, ich lasse ihn bestimmt nicht fallen. Ich will den Löwen auf den Arm nehmen, weil morgen Elli Hohmann mit in den Zoo kommt. Sie ist ein Jahr älter, sie soll das sehen. Es grüßt herzlich Egon F…«
Manchmal denke ich, dieser Proskauer hat alle Briefe erfunden, so schön sind sie. Dann denke ich es wieder nicht, weil man so was gar nicht erfinden kann. Und wenn ich das dritte Mal denke, ist es mir egal. Zur aktuellen Zoo-Debatte, wie gesagt: kein Wort.
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