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Humor 28. April 2016

»Habe die Ehre«

Von Gabriela Herpell und Thomas Bärnthaler  Foto: Robert Brembeck

Der Bayer Gerhard Polt und der Österreicher Josef Hader kennen sich seit vielen Jahren, sie sind befreundet und haben sich gegenseitig auftreten sehen. Ein gemeinsames Interview haben sie noch nie gegeben. Bis jetzt.



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Ein Wirtshaus am Schliersee. Gerhard Polt sitzt am Tisch, vor sich ein alkoholfreies Bier. Bei jedem Schluck zieht er ein Gesicht. Am Abend tritt er im Allgäu auf, da muss er mit dem Auto hinfahren, sonst würde er um diese Zeit, mittags, ein Helles trinken. Fast jeden Gast, der reinkommt, begrüßt er persönlich, meistens mit: »Habe die Ehre«.

Josef Hader ruft an. Er hat nicht mitbekommen, dass der Treffpunkt zweimal geändert wurde. Also wartet er im falschen Gasthaus. Zehn Minuten später ist er da und sagt, dass er dankbar ist für die Verwechslung, denn so kam er zu einem Spaziergang am See bei Kaiserwetter. Die beiden freuen sich sichtlich, sich zu sehen.

Der Bayer Gerhard Polt und der Österreicher Josef Hader kennen sich seit vielen Jahren, sie sind befreundet und haben sich gegenseitig auftreten sehen. Ein gemeinsames Interview haben sie noch nie gegeben. Hader, der zwanzig Jahre jünger ist als Polt, kannte ihn aus dem Fernsehen. Polts Serie »Fast wia im richtigen Leben« war für ihn »die beste Umsetzung von Kabarett im Fernsehen«. Polt wiederum wurde von einem Kritiker zu Hader in die Lach- und Schießgesellschaft geschickt. »Da ist er drin gesessen wie ein Fußballtrainer, der schaut, ob der Junge Potential hat«, sagt Hader. Polt grinst und nippt an seinem Bier.

Im Interview reden die beiden Kabarettisten und Schauspieler über Kindheit, Jugendbanden, die absurden Namen italienischer Plätze und österreichischer Straßen, über den bayerischen und den Wiener und den seriösen Humor. Und über Dieter Hildebrandt. Dem beide, in gewisser, aber sehr unterschiedlicher Weise zu verdanken haben, dass sie wurden, was sie sind. »Ich hab den Hildebrandt kennengelernt, als ich in den Geiselgasteiger Studios einen Übersetzungsjob hatte«, erzählt Polt. »Ich sollte Schwedisch sprechen. Da war der Hildebrandt auch da, und wir haben uns gut vertragen.«

Beim Fototermin im Schlierseer Bauerntheater, in dem beide schon aufgetreten sind, albern sie dann endlich herum. Sie lachen über das Lachen, das erst richtig gut ist, wenn man sich dran verschluckt oder es einem im Hals stecken bleibt. Hader würgt, um nachzumachen, wie es sich anhören müsste. Polt überlegt, ob es das im Schwedischen gibt, dass einem das Lachen im Hals stecken bleibt. Sie sitzen da, nebeneinander im Zuschauerraum, und tuscheln und kichern und kriegen sich gar nicht mehr ein.

Das Interview mit Gerhard Polt und Josef Hader lesen Sie hier mit SZPlus




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