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bedeckt München
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aus Heft 42/2016 Ein Interview ohne Worte

Wieso klingt Ihre Stimme so rau?

Fotos: Jo Magrean

Die Sängerin Marianne Faithfull über Masochismus, Älterwerden und Meditationsunterricht mit den Beatles.



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Geboren:
29. Dezember 1946 in London
Beruf: Sängerin
Ausbildung:
Klosterschule St. Joseph's in Reading
Status: Überlebende

Seit sie sich vor zwei Jahren bei einem Sturz die Hüfte gebrochen hat, ist Marianne Faithfull nicht mehr gut zu Fuß. Also treffen wir sie dort, wo es für sie am praktischsten ist – in ihrer schönen, aufgeräumten Wohnung nahe dem Boulevard Montparnasse in Paris. Im Wohnzimmer deutet kein Bild an der Wand, kein Erinnerungsstück darauf hin, dass sie eine Ikone der Sechzigerjahre war: erfolgreiche Sängerin, Filmpartnerin von Alain Delon, Freundin von Mick Jagger. Auf die Frage nach ihren schönsten Erinnerungen ans Swinging London sagt sie nur: »Da war nichts schön!« Denn hinter der glamourösen Fassade litt sie an Depression und Selbstzweifeln, glitt Anfang der Siebzigerjahre sogar in die Heroinsucht ab und lebte einige Jahre lang in London auf der Straße. 1979 kam sie mit Broken English wieder auf die Beine, seitdem veröffentlichte sie etliche Alben, schrieb zwei Autobiografien und ging regelmäßig auf Tour; ihr neues Album No Exit demonstriert anhand aktueller Live-Aufnahmen ihre eindrucksvolle Bühnenpräsenz. Wie lange wird es die noch geben? Während des Interviews klingelt das Telefon, und Marianne Faithfull redet mit einer Freundin laut über ihren für Ende November geplanten Auftritt im Bataclan in Paris. »Es könnte sein, dass das mein letztes Konzert wird«, sagt sie ins Telefon.
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