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Musik 20. Oktober 2016

Reinhard Meys Liebeserklärung an die letzte Ruhestätte

Foto: DPA

Liedermacher Reinhard Mey war schon auf vielen, vielen Friedhöfen. In einem exklusiven Text fürs SZ-Magazin erklärt er, was ihn an diesen Orten fasziniert.

Lederjacke, Brille, Gitarre – Reinhard Mey mit seinen drei Markenzeichen.
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Reinhard Mey sei »so etwas wie das freundliche Wappentier dieses Landes«, stand vor ein paar Jahren auf der »Seite Drei« der Süddeutschen Zeitung. In einem großen, einfühlsamen Porträt beschrieb SZ-Autor Hilmar Klute Meys nachahmenswert positive Lebenseinstellung und analysierte, warum Mey seit einem halben Jahrhundert »der bekannteste, der erfolgreichste deutsche Liedermacher« ist. Weil er in seinen Liedern erklärt, wie dieses Land tickt - aber nicht zynisch und von oben herab, sondern poetisch, humorvoll, den Menschen zugewandt. Schließlich fragte Klute auch nach Meys Sehnsucht. »Wenn ich eine hätte«, antwortete der Sänger, »dann die, eine Identität zwischen der Biographie und dem Werk zu haben.«

Dass die Person, die in Meys Liedern auftaucht, in vielen Fällen tatsächlich der Sänger selbst ist, zeigte sich nun auch im Zusammenhang mit dem neuen Reiseheft des SZ-Magazins, das »Gräber und Friedhöfe« zum Thema hat. Bei der Recherche fiel uns ein Lied von Reinhard Mey mit dem Titel »Friedhof« auf, erschienen 2004 auf dem Album Nanga Parbat. Da heißt es zum Beispiel: »Ich geh' gern in einer fremden Stadt / Auf den Friedhof, so ein Friedhof hat / Etwas Gastfreundliches und steht allen offen / Manchem nur für seine Mittagszeit / Manchem für die ganze Ewigkeit.« In dem hörenswerten Lied beschreibt Mey den besonderen Reiz, den ein Friedhofsbesuch haben kann, so klug und witzig, dass die Vermutung nahelag, er habe selbst schon etliche Friedhöfe besucht. Also fragten wir ihn an, ob er sich vorstellen könne, für dieses Heft einen Text zu schreiben. Die Antwort kam postwendend - ja, das würde er gerne machen.

Sein wunderbarer, sehr persönlicher Text beginnt mit Kindheitserinnerungen Meys. Er beschreibt, wie er als kleiner Junge in Berlin am Flughafen Tempelhof auf einem Trümmerberg saß und die Flugzeuge der Luftbrücke einschweben sah, eines nach dem anderen. Später, als Reisender, fiel ihm dann beim Anflug auf Tempelhof immer der direkt am Flughafengelände gelegene Sankt-Thomas-Kirchhof auf, »der empfindliche Seelen kurz vor der Landung immer wieder in Schrecken versetzte.« Früher habe er sogar erwogen, sich einmal dort bestatten zu lassen, aber mit der Schließung des Flughafens Tempelhof habe »der Friedhof viel von seiner Attraktivität für mich eingebüßt. Muss ich mir wohl einen anderen Platz suchen.«

Mey gibt sich in dem Text als regelrechter Friedhofs-Experte zu erkennen, der in vielen Ländern schon unzählige Friedhöfe besucht hat. Er beschreibt die bescheidenen Friedhöfe in südlichen Ländern, die »von Pinien oder Zypressen umschlossenen kargen Steingärten«, genauso wie die Friedhöfe seiner Heimatstadt Berlin, »die Grabstätten in Reih und Glied, angelegt wie Schrebergärten«. Eine besondere Vorliebe hat er allerdings für den Wiener Zentralfriedhof, den er bei keinem Wien-Aufenthalt zu besuchen versäumt. Und schließlich verrät er sogar, wie er sich seine eigene letzte Ruhestätte vorstellt.

Lesen Sie den kompletten Text jetzt mit SZ Plus.



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