Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München 16°
Anzeige
Anzeige

Musik 10. November 2016

»Ich war ausgebrannt«

Foto: Pari Dukovic

Drei Jahre lang war es still um Jon Bon Jovi. Im Interview spricht der Sänger über seine Sinnkrise – und über den schweren Weg zurück auf die Bühne.


Anzeige
Kein Stau ohne »Livin’ On A Prayer«, kein Arbeitsweg ohne »You Give Love A Bad Name«, keine Tankstelle ohne »It’s My Life«: Wer in den letzten 25 Jahren ein Autoradio eingeschaltet hat, musste damit rechnen, dass gerade Bon Jovi läuft. Der Mann und seine Band waren überall. Allein das Album »Slippery When Wet« hat sich Anfang der 90er Jahre fast 30 Millionen Mal verkauft, alle paar Jahre füllte die Band aus New Jersey weltweit die größten Hallen und Fußballstadien, und ganz egal, wie man als Hörer zum musikalischen Schaffen der Band stand oder steht, eins war immer klar: Bon Jovi ist eine Band, die bleibt.

Doch in den letzten Jahren ist es leiser um den Mann selbst geworden: Jon Bon Jovi, inzwischen 54 Jahre alt, hat lang keine neuen Lieder veröffentlicht, er hat keine Konzerte gegeben. Was war los mit ihm? »Ich war ausgebrannt«, sagt der Sänger im Gespräch mit dem SZ-Magazin. »Das ganze Jahr 2014 über nahm ich die Gitarre nicht in die Hand.« Veränderungen bei seiner Plattenfirma haben ihm das Leben schwer gemacht, vor allem aber der plötzliche Abschied seines langjährigen Wegbegleiters Richie Sambora. Der Gitarrist war vor sechs Jahren plötzlich nicht zu einem Konzert erschienen, seither haben sich die beiden nie mehr gesprochen. »Es war, als wäre er einfach vom Erdboden verschwunden«, erzählt Jon Bon Jovi heute, »alle fragen: Was ist zwischen euch passiert? Ich weiß es nicht.«
Anzeige


Irgendwann fragte auch Bon Jovi sich: Was mache ich hier eigentlich? Sinnkrise. Ratlosigkeit. Ziellosigkeit. Die letzten drei Jahre nennt Jon Bon Jovi »einen düsteren Tunnel«. Im Gespräch mit dem SZ-Magazin erzählt er erstaunlich offen von der Zeit, in der ihm völlig die Kraft ausging – und von den ersten vorsichtigen Schritten zurück in den Beruf, der ihn zum Star gemacht hat. Und er bemerkt lakonisch: »Rockmusik ist das Einzige, was ich richtig gut kann. Also nahmen wir wieder ein paar Songs auf.« Soeben ist »This House Is Not For Sale« erschienen, das 13. Studioalbum der Band.

Eine ganz entscheidende Hilfe, in guten wie in schlechten Zeiten, ist für Bon Jovi bis heute seine Frau Dorothy, mit der er schon seit 1989 zusammen ist. Die beiden haben vier Kinder und leben ein für Rock’n’Roll-Verhältnisse bemerkenswert solides Leben. An seiner Frau rühmt Bon Jovi, dass sie oft im richtigen Moment die richtigen Fragen stellt. Nach dem großen Warum, nach der Motivation für den nächsten Schritt. Bon Jovi sagt: »Ohne sie gäbe es die Band wohl gar nicht mehr.«

Aber es gibt Bon Jovi. Immer noch. Oder wieder. Wie man es sehen will. Und Jon Bon Jovi steht wieder auf der Bühne. Zumindest für ein paar Konzerte. »Eigentlich wollte ich gar nicht mehr live spielen. Aber jetzt haben wir mal zwanzig Auftritte geplant.« Es sind erste Schritte. Mal sehen, wo sie hinführen.

Lesen Sie das gesamte Interview mit SZplus:

  • Musik

    Persönliche Noten

    In Bayreuth, Salzburg und anderswo beginnen wieder die Festspiele. Wer im Publikum sitzt, muss verrückt sein. Unser Autor weiß das aus eigener Erfahrung.

    Von Florian Zinnecker
  • Anzeige
    Musik

    »Niemand möchte ernsthaft Bratsche spielen«

    Nach Anfangsjahren in der klassischen Musik gründete John Cale zusammen mit Lou Reed The Velvet Underground. Im Interview verrät er, wie ihn seine Kindheit in einem walisischen Bergarbeiterhaushalt bis heute prägt.

    Von Gabriela Herpell
  • Musik

    »Ihr könnt uns mal, wir feiern hier«

    Das Festival »Rock am Ring« wurde wegen Terrorgefahr unterbrochen. Jetzt geht es weiter. Aber wie fühlt sich das für die Besucher an? Unser Kollege ist vor Ort und weiß jetzt: gegen Angst singt man am besten.

    Von Michalis Pantelouris