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aus Heft 06/2017 Liebe & Partnerschaft

Alles was Sie wissen müssen über Liebesschlösser

Von Susanne Schneider 

Wie viele Liebesschlösser hält eine Brücke eigentlich aus? Und wo landen die Schlüssel? Und wer verdient daran? Und was denkt ein Paar Jahre später über ihr Schloss? 


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Wer mit dem Zug nach Köln fährt, wird die Hohenzollernbrücke passieren, die vielen zehntausend roten, goldenen und silbernen Schlösser an den Geländern sehen, fast alle aufgehängt von Paaren, die sich Liebe für die Ewigkeit versprechen. 

Und wer über die Michaelisbrücke in Hamburg oder den Makartsteg in Salzburg gegangen ist, an denen auch tausende dieser Schlösser hängen, der wird sich irgendwann wundernd fragen: Wie viel Liebe gibt es wohl auf der Welt? Und was geschieht mit ihr – und den Schlössern - wenn sie vorbei ist? Und halten die Brücken diese ungeheure Last überhaupt aus? Und wie viele Schlüssel, die die Paare ja rückwärts in meist hohem Bogen in den Fluss schmeißen, liegen da inzwischen auf dem Boden? 

Denn die Schlösser sind ja in Korea genauso verbreitet wie in Paris oder Chicago oder Frankfurt am Main. Das war das Stichwort, dort stand unsere Brücke: Der Eiserne Steg in der Frankfurter Innenstadt, eine Fußgängerbrücke über den Main, mit geschätzten 20 000 Liebeschlössern am Geländer. 

Und wenn man schon Journalistin ist, kann man ja aus den privaten Fragen öffentliche Fragen machen, und sie alle jenen stellen, die sich mit Liebensschlössern beschäftigen: Wir haben mit Menschen gesprochen, die sich mit diesem Thema bestens auskennen - mit einem Online-Anbieter von Liebesschlössern, mit der für die Frankfurter Brücken zuständigen Leiterin des Amtes für Straßenbau und Erschließung, mit dem Mitglied einer Künstlergruppe, die dazu aufrief, Schlösser am Eisernen Steg abzuschneiden, weil sie die »Verkitschung des öffentlichen Raums« nervte, mit einer Theologin, die tatsächlich seit Jahren zum Thema Liebesschlösser forscht. Und natürlich mit einem Liebenspaar. 

Das war das Wichtigste. 16 Stunden stand mein Kollege Josef Wirnshofer am Eisernen Steg und wartete, es war das wohl kälteste Wochenende im Januar. Und zehn Minuten, bevor er abbrechen wollte, kamen sie: Lilly und Christopher, seit vier Jahren ein Liebespaar. Leider finden sie ihr Schloss nicht mehr. Aber warum sie es damals aufgehängt hatten, wie sie es gravieren ließen – davon können sie bis heute mit glänzenden Augen erzählen.

Alle Gespräche können Sie hier mit SZ Plus lesen
 

 

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