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aus Heft 08/2017 Ein Interview ohne Worte

Sagen Sie jetzt nichts, Hans Ulrich Obrist

Fotos: Heiko Prigge

Der Kurator Hans Ulrich Obrist über den britischen Humor, sein Leben als Weltenbummler und chronischen Schlafmangel.



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Geboren
 21. Mai 1968 in Weinfelden, Schweiz
Beruf Kurator
Ausbildung Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Status Marathon-Mann

Er wolle »inmitten der Dinge« sein, aber »im Zentrum von nichts«: Das sagte Hans Ulrich Obrist mal in einem Interview und bezog sich auf den französischen Philosophen Gilles Deleuze. Im Zentrum von nichts – davon ist er, zumindest praktisch gesprochen, weit entfernt. Erst im vergangenen Jahr kürte ihn das Magazin Art Review zur einflussreichsten Person der internationalen Kunstwelt und setzte den Kurator damit schon zum zweiten Mal an die Spitze. Obrist, künstlerischer Leiter der Serpentine Galleries in London, machte sich in den Neunzigerjahren als Kunstnomade und Nimmersatt des Netzwerkens einen Namen. Wenn er damals einen Künstler kennenlernen wollte, setzte er sich in den Zug und fuhr hin. Heute kennt er alle, und alle kennen ihn. Durch seine rastlose Art zu denken, zu arbeiten, zu existieren wurde er nach und nach zum Botschafter, zur Verkörperung des internationalen Kunst-Jetsets – Obrist schläft jede Nacht angeblich nur vier Stunden, dafür schaut er zwanzig Mal pro Stunde auf seinen Instagram-Account. Der Durchbruch gelang ihm 1991 mit einer Ausstellung in Sankt Gallen. Die Künstler präsentierten ihre Werke nicht in einer Galerie, sondern in der Tat in der Mitte der Dinge, zumindest, was eine Studentenbude betrifft: in der Küche.  
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