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Gesundheit 24. April 2017

Gibt es ein Recht auf Rausch?

Foto: Theo Barth

Der Chemiker Dr. Zee forscht sehr erfolgreich an neuen, legalen Drogen. Seine neueste Idee: ein Ersatzstoff für Alkohol. Ist er ein Segen oder ein Fluch für die Gesellschaft?

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Für die einen ist Dr. Zee eine Legende. Ein Wissenschaftler, der die psychoaktive Substanz Mephedron erfunden hat. Ein Überzeugungstäter, der seinen Jüngern auf der ganzen Welt seit Jahren völlig neue, ganz legale Räusche ermöglicht hat.

Für die anderen ist Dr. Zee eine Gefahr. Ein gewiefter Geschäftemacher, der aus legalen Chemikalien hunderte legale Rauschmittel entwickelt hat, die die gleiche Wirkung haben wie illegale Rauschmittel – und genauso unberechenbar sind. Oder sogar noch unberechenbarer, im schlimmsten Fall tödlich, denn zuverlässige Studien zu diesen neuen psychoaktiven Stoffen, die gemeinhin als »Legal Highs« bekannt geworden sind und meist über das Internet als »Badezusätze« verkauft werden, existieren nicht. Dr. Zees Kritiker sagen: Der Drogenerfinder missbraucht die Menschen, die seine Drogen nehmen, als Versuchskaninchen.

In England war der Absatz von Mepehdron, Szenename Meow oder M-Kat, zwischenzeitlich so hoch, dass etwa Kokain zunehmend vom Markt gedrängt wurde. Zu Hochzeiten wurden dort von den Zwischenhändlern, die er belieferte, mit seiner Entdeckung 250 Millionen Pfund pro Jahr verdient, schätzt Dr. Zee. Damals machte Dr. Zee, ein Israeli, der sein Labor in Amsterdam hat und dessen Familie, Frau und zwei Kinder, in Kanada lebt, 600 000 Euro Umsatz im Monat. 

Aber übrig geblieben seien für ihn selbst damals nur ein paar tausend Euro, behauptet Dr. Zee, es sei ihm schon immer um etwas anderes, etwas Größeres gegangen: »Ich habe diese Drogen entwickelt, um den Menschen eine günstige, saubere und wirksame Alternative zu illegalen Drogen anbieten zu können. Menschen haben ein Recht auf Rausch, in jeder Gesellschaft. Doch Konsumenten werden stigmatisiert, und durch das Verbot werden diejenigen bevorteilt, die das Gesetz brechen.«

Unser Autor Benedict Wermter hat den streitbaren und ebenso redseligen wie regelmäßig zugedröhnten Dr. Zee in Amsterdam und London getroffen. Der Mann, der so viele neue Drogen erfunden hat, muss sich gerade selbst neu erfunden. Denn den Behörden in den meisten europäischen Ländern wurde das Katz-und-Maus-Spiel mit Dr. Zee zu viel. 

Am 26. November 2016 trat auch in Deutschland ein Gesetz in Kraft, das nun auch psychoaktive Substanzen verbietet, die noch niemand entdeckt hat. Aber in unserer Reportage zeigen wir, dass sie Dr. Zee noch lange nicht gestoppt haben – und dass seine neuestze Entdeckung, ein Alkohol-Ersatzstoff, womöglich sein größter Erfolg werden wird.

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