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aus Heft 17/2017 Hotel Europa

Lange nicht gesehen

Von Michael Ebert 

Von der Terrasse des Hotels »Albergo Bucaneve« schaut man auf die endlose Po-Ebene. Ein Ort wie gemacht, um eine zu rauchen, wenn es nicht so dämlich wäre, jetzt noch damit anzufangen.

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Auf sonderbare Weise hat für mich jedes Hotel eine eigene Bestimmung. Das eine möchte ich meinen Kindern zeigen. In dem anderen würde ich gern ein Buch schreiben. Ein drittes ist nur dazu da, mich anders zu fühlen, als ich bin. Die »Albergo Bucaneve«, auf mehr als 1500 Metern in der italienischen Provinz Bialla, ist ein Ort für ein Wiedersehen mit den alten Freunden.

Die antiken Fußböden des Hauses knarzen so wie manchmal die ersten Minuten mit herzensnahen Menschen, die man lange nicht gesehen hat. In dem großen Speisesaal haben all die unsichtbaren Gedanken- und Sorgenpakete Platz, die jeder über die Jahre geschnürt hat und mit sich herumträgt, endlich kann man sie mal abschnallen. Und die vielen alten Geschichten und gemeinsamen Erinnerungen passen auch noch hinein.

Die Tischdecken sind aus gestärktem Leinen, der Kamin ist so gewaltig, dass er als Feuerstelle durchgeht. Die Weine sind schwer, das Essen makellos. Draußen schaut man gemeinsam und endlos auf die Po-Ebene wie auf ein ganzes Leben, eigentlich sollte man eine rauchen, wenn es nicht so dämlich wäre, jetzt noch damit anzufangen.

Der Architekt Luigi Vietti hat früher vor allem Villen für die Großkopferten auf Sardinien gebaut – aber am »Bucaneve«, erbaut 1963 im Auftrag von Ermenegildo Zegna und noch heute unter dem Patronat der Familie, ist nichts Lautes, nichts Prätenziöses. Hier kann man einander in Ruhe wiederfinden.
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Albergo Bucaneve
Località Bielmonte
Strada Panoramica Zegna
13835 Trivero (BI)
Tel. 0039/015/74 41 84
DZ ab 135 Euro pro Nacht
bucaneve.eu