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Probier doch mal 08. Juni 2017

Schmeckt nackt am besten

Von Hans Gerlach (Text + Foto) 

Zucchini sind das Gemüse mit den wenigsten Gegnern – den meisten sind die länglichen Dinger schlichtweg egal. Dabei muss man nur wissen, wie man ihr Aroma hervorlockt.

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Zucchini schmecken in der Regel nach so wenig, dass es kaum Menschen gibt, die sie völlig ablehnen – weil sie ihnen einfach egal sind. Aber ich kenne auch niemanden, der von Leidenschaft für Zucchini besessen ist. Das möchte ich ändern. Wer einen Garten hat, kann natürlich ganz einfach gute Sorten selber anbauen: Yellow Summer Crookneck schmecken knackig und nussig, die hellen, türkischen Sorten eignen sich mit ihrer hauchdünnen Schale bestens für Carpaccio. Nur hat nicht jeder ein eigenes Gemüsebeet, deshalb sollten auch ganz gewöhnliche Supermarkt-Zucchini sehr gut schmecken. Vielleicht mit einem außergewöhnlichen Olivenöl? Rosmarin, Knoblauch und Peperoncino? Mit exotischen Gewürzen? Weder noch: Olivenöl macht das Gemüse matschig, Kräuter und Gewürze verwandeln die Zucchini in eine geknechtete Trägersubstanz für fremde Aromen.

Doch es gibt ein Geheimnis für tolle Zucchini und ich verrate es Ihnen: Lassen Sie alles weg. Zucchini brauchen kein Salz, keine Kräuter und vor allem keinen Tropfen Öl. Zucchinischeiben fordern starke, trockene Hitze, mehr nicht. Ob auf dem Grill oder im Ofen ist nicht so wichtig. So verdunstet alles überflüssige Wasser, das zarte Zucchiniaroma konzentriert sich und an der Oberfläche entstehen die passenden Röststoffe. Die fertigen Scheiben können Sie dann nach Lust und Laune mit würzigen Zutaten, Dips, gegrilltem Fleisch, Fisch oder gerösteten Butterbroten kombinieren. Jetzt verkraftet die Zucchini fast alles.

Zucchini mit Miso-Nori-Bohnensalat

Für 4 Personen:
750 g Zucchini
500 g gekochte Bohnenkerne, z.b. Borlottibohnen oder weiße Bohnen
Für die Sauce:
2 EL helle Misopaste (z.b. Shiro-Miso)
1 Blatt Nori-Algen (=Sushi-Algen)
2 EL gekochte Bohnenkerne
Saft und geriebene Schale von einer saftigen Zitrone
1 EL grober, scharfer Senf
Salz
Pfeffer
125 ml Olivenöl
2 EL Pinienkerne

Backofen mit einem Backblech auf der mittleren Schiene auf 230 Grad Umluftgrillen oder Umluft vorheizen. Zucchini waschen und der Länge nach in 5 mm dicke Scheiben schneiden - sehr große Zucchini zusätzlich vorher schälen.

Ein Backpapier auf das heiße Blech legen, die Zucchini darauf verteilen und etwa 10 Min. backen. Dann wenden und etwa 10 Min. fertiggaren. Mit der Grillfunktion oder auf dem Grill dauert es jeweils nur etwa 5 Min. und die Oberfläche wird noch schöner.

In der Zwischenzeit, bis auf das Öl, alle Zutaten für die Sauce in einen Mixbecher geben. 2 EL von der Bohnenkochflüssigkeit zugeben (oder Wasser). Mit Salz und Pfeffer würzen, mixen. Dabei nach und nach das Olivenöl einlaufen lassen.

Zucchini aus dem Ofen nehmen, mit Salz und Pfeffer leicht würzen. Die Bohnen mit der Sauce mischen und auf den Zucchini anrichten. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett hell rösten und über Bohnen und Zucchini streuen.

Nach Belieben mit einer Handvoll gezupften Kräutern, Mozzarellascheiben und Röstbrot ergänzen.
  Noch mehr entdecken! Die besten Rezepte aus dem SZ-Magazin und der Süddeutschen Zeitung auf Das Rezept

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