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Nackte Zahlen: Sexkolumne 12. Juni 2017

Die besten Flirt-Abwehrstrategien aus dem Tierreich

Von Alena Schröder  Illustration: Sammy Slabbinck

Der Sommer ist da, die Bekleidung wird spärlicher, das Balzverhalten intensiver. Aber was tun, wenn man etwas zu nervig angebaggert wird? Ein paar Tiere habe wirksame Gegenmittel entwickelt – die sich gut auf die nächste Tanzfläche übertragen lassen. 

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Da möchte man eigentlich nur in Ruhe in der Sonne sitzen, von A nach B laufen oder einen Drink nehmen – aber leider wird man gerade heftig angebalzt. Wer keine Lust auf lange Diskussionen hat, kann sich von der Tierwelt inspirieren lassen. Fünf Tricks:  

Die »Sorry, bin schon tot!« - Methode
Libellenweibchen entziehen sich unerwünschter Aufmerksamkeit durch Libellenmännchen, indem sie sich zu Boden sinken lassen und sich tot stellen. Diese Methode, die im Tierreich sonst nur zur Abwehr von Fressfeinden benutzt wird, kann auch für Frauen nützlich sein. Angenommen, Sie sitzen in einer Bar und möchten einfach nur in Ruhe ihren Whiskey Sour trinken, da pflanzt sich ein Mann neben Sie an den Tresen und fragt »Hey, Süße, warum so traurig?«: Verdrehen Sie einfach ihre Augen nach hinten und lassen Sie einen Spuckefaden aus ihrem Mundwinkeln laufen während Sie sich langsam vom Barhocker in Richtung Boden gleiten lassen. Bleiben Sie reglos liegen, bis sich der Mann entfernt hat und Ihnen der nette Barkeeper wieder auf die Beine hilft.
 
Die »Jamjam« - Methode
Die Gottesanbeterin ist bekannt dafür, ihren Partner nach dem Sex zu verspeisen, um sich durch dieses nahrhafte Mahl für die Schwangerschaft zu stärken. In unserem Fall reicht es, dem unerwünscht balzenden Männchen die Möglichkeit eines postkoitalen kanibalistischen Akts aufzuzeigen. Halten Sie in Ihrer Handtasche einige frivole Lutscher, Popcakes, oder Fruchtgummis in Penisform griffbereit und beißen Sie bei Bedarf kraftvoll hinein, um ihre Absichten zu verdeutlichen.
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Die »Duftcamouflage«-Methode
Strandschneckenweibchen leben mit überproportional vielen Strandschneckenmännchen zusammen und verbringen beinahe den ganzen Tag damit, unerwünschte männliche Schleimereien abzuwehren. Anders als gewöhnliche Schneckenweibchen, die spezielle Duftstoffe in ihren Schleimspuren hinterlassen um Männchen anzulocken, gleicht die weibliche Strandschnecke ihren Duft dem der Männchen an, um sich nicht als Weibchen zu erkennen zu geben. Frauen könnten neben Pfefferspray einfach eine Dose Axe Bodyspray Dark Obsession mit sich führen, um sich bei unerwünschter männlicher Aufmerksamkeit durch beherztes Eindieseln geruchlich in einen Zehntklässler zu verwandeln.
 
Die »Trump«-Methode
Australische Eidechsenweibchen setzten auf die abschreckende Wirkung der Farbe Orange: Will sich ein Eidechsenmännchen gegen ihren Willen mit ihnen paaren, werfen sie sich auf den Rücken und präsentieren den Männchen ihren leuchtend orangefarbenen Bauch, um sie in die Flucht zu schlagen. Ein großflächiges Tattoo des amerikanischen Präsidenten auf dem Bauch könnte für Frauen ähnlich erfolgversprechend sein, allerdings dürfte damit neben unerwünschtem auch erwünschtes männliches Balzverhalten spürbar abnehmen.
 
Die »Kackkreisel«-Methode
Von allen Säugetieren legen Nilpferde das interessanteste Balzverhalten an den Tag: Die Männchen entleeren ihren Darm, während sie gleichzeitig ihren Schwanz wie einen Propeller kreisen lassen, um den Kot so möglichst weit im Umkreis zu verteilen. Aus dem sich daraus ergebenden Kackradius schließt das Nilpferdweibchen auf Potenz und Gesundheitszustand des werbenden Männchens. Frauen, die sich mit unerwünschter männlicher Aufmerksamkeit auseinandersetzen müssen, können sich das männliche Konkurrenzdenken zunutze machen und rivalisierende Männer zu einem Kackkreiselduell animieren. Die sich daraus ergebenden Tumulte bieten die perfekte Möglichkeit, heimlich und unbehelligt vom Ort des Geschehens zu verschwinden.
 

ALENA SCHRÖDER

ist freie Autorin und lebt in Berlin. Sie gelobt, keine »arm, aber sexy«-Kalauer in dieser Kolumne unterzubringen, die sie im Wechsel mit Till Raether schreibt.