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Nackte Zahlen: Sexkolumne 26. Juni 2017

Woran Beziehungen wirklich scheitern

Von Alena Schröder  Illustration: Eugenia Loli

Herumliegende Socken, zubehörintensive Hobbys, versaute Pointen: Zum Welttag des Verzeihens präsentiert unsere Autorin eine lange Liste unterschätzter Trennungsgründe.

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Anlässlich des heutigen Welttags des Verzeihens hat sich die Beziehungsglücksschmiede ElitePartner bei ihren Mitgliedern erkundigt, welche Missetaten des Partners sie am wenigsten verzeihen könnten. Auf Platz eins der unverzeihlichsten Beziehungskiller landete - wenig überraschend – »eine Affäre«, dicht gefolgt von »zu wenig Freiraum«. 

Der Verdacht liegt nahe, dass die Befragten als Mitglieder einer Singlebörse unrealistische Vorstellungen davon haben, woran Langzeitbeziehung tatsächlich scheitern, beziehungsweise welche Dinge dem Partner jeden Tag auf’s Neue verziehen werden müssen, soll die Liebe ein Leben lang halten. Hier eine Liste häufig unterschätzter Trennungsgründe:

- Keine neuen Mülltüten in den Mülleimer hängen.

- Lustige Facebook-Memes teilen, Tage, nachdem es alle anderen getan haben.

- Shampooflaschen im Bad offen stehen lassen, trotz Verwässerungsgefahr.

- Für Stars und Prominente schwärmen, die optisch ganz und gar nichts mit dem Partner oder der Partnerin gemein haben.

- Socken liegen lassen.

- Leere Joghurtbecher stehen lassen.

- Sich über Socken und Joghurtbecher aufregen, als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt.

- Totschlagargumente verwenden (»In Aleppo sterben Kinder und Du regst Dich über ein paar herumfliegende Socken auf!«)

- An Tagen, die nach kitschiger Symbolik schreien, praktische Geschenke machen (Socken).

- Das letzte Stück Schokolade essen.

- Haare im Waschbecken.

- Indiskreter Umgang mit Damenhygieneartikeln.

- Beim Trinkgeldgeben nicht auf volle Eurobeträge aufrunden.

- Drei Folgen der für’s gemeinsame Gucken vorbehaltenen Netflix-Serie schauen, nur weil der andere EINMAL abends ausgeht.

- Sich zubehörintensive Hobbys zulegen.

- Dreckiges Geschirr erst mal auf der leeren Spülmaschine abstellen.

- Pointen versauen.

- Eine Bitte an den Partner mit den Worten »Sollten wir nicht mal wieder...« einleiten.

- Unterschiedliche Philosophien, was das Öffnen und Leeren von Verpackungen betrifft (Zahnpasta, Müsli, ect.).

- Den anderen penetrant von der Überlegenheit der eigenen Verpackungsöffnungs- und Verpackungsleerungsphilosophie überzeugen wollen.

- CDs in die falschen CD-Hüllen packen.

- CDs einfach wegschmeißen, weil man ja heute sowieso alles digital hört.

- Überhaupt: Dinge wegschmeißen.

- Dinge nie wegschmeißen, obwohl sie nur Platz wegnehmen und ausschließlich nicht nachvollziehbaren nostalgischen Wert haben.

- Ohne zwingenden medizinischen Grund plötzlich seine Ernährung umstellen.

- Jedem von dieser Ernährungsumstellung berichten.

Wenn Sie in der Lage sind, einander all diese Dinge zu vergeben, auch an den Tagen, die nicht dem Verzeihen gewidmet sind, dann haben Sie eine wahrhaft große Liebe gefunden.

Eine Liebe, die es locker mit jeder Affäre aufnehmen kann.

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Alena Schröder

ist freie Autorin und lebt in Berlin. Sie gelobt, keine »arm, aber sexy«-Kalauer in dieser Kolumne unterzubringen, die sie im Wechsel mit Till Raether schreibt.