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aus Heft 26/2017 Hotel Europa

»Villa Valliole« - Toskana, Italien

Von Wolfgang Luef 

Nirgends kann man sich als Tourist untouristischer fühlen als hier im Chianti-Gebiet, umgeben von nichts als Weinbergen und dem Zirpen der Zikaden.

Die »Villa Valliole« liegt in Lecchi Chianti und hat keine Hausnummer. Was sollte man in dieser Einsamkeit auch nummerieren?
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Das Paradoxe am Dasein als Tourist ist ja, dass man am liebsten keiner wäre, sondern so etwas wie ein geladener Gast, ein gern gesehener Besucher. Touristen, das sind die, von denen es überall zu viele gibt, die durch ihre Konsumsucht jegliche Originalität zerstören und ganze, einst unberührte Landstriche durchkommerzialisieren. Niemand mag Touristen. Niemand mag sich wie einer fühlen.

Genau deshalb kann man über die Internetseite to-toskana.de fabelhafte private Villen in einer der schönsten Regionen Italiens mieten. Und eigentlich vermittelt die Plattform noch viel mehr: das Gefühl, zu Hause zu sein.

In der »Villa Valliole« zum Beispiel sitzt man mit seinen Freunden abends auf einer großen Terrasse am eigenen Schwimmbecken und trinkt eine Flasche Rotwein vom Castello di Ama, einem Weingut, das kaum einen Kilometer entfernt liegt. Die Pasta und den Parmesan auf dem Teller hat man auf dem Bauernmarkt zwei Dörfer weiter gekauft, wo niemand ein Wort Englisch kann. Man hat sich mit Händen und Füßen wunderbar verstanden – genau wie in der kleinen Osteria im Nachbardorf.

Und wer sich wirklich durch und durch wie ein Besucher fühlen möchte - also weder einkaufen noch Essen gehen will - dem sei einer der großartigen Private Chefs empfohlen, die in der Gegend den Touri... Verzeihung, den Besuchern mit einem ganz privaten Menü die toskanische Küche näher bringen. Der deutschsprachige Chef Mattisse (www.chiantichef.com) ist einer davon: Man wartet ganz wie ein geladener Gast am gedeckten Tisch auf das bestechend einfache (und trotzdem sehr leckere) viergängige Menü. Er hat sogar eine Flasche seines Hausweines mitgebracht.

Wenn man sich dann umblickt, sieht man nichts als Weinberge. Ist man ganz still, hört man nur Zikaden. Einzige sichtbare Zeichen der Zivilisation sind ein paar Klöster und Weingüter auf den umliegenden Berggipfeln und weit entfernt die weiß glänzenden Dächer von Siena. Nachts leuchtet die Stadt wie ein Sternbild am Horizont. Als Tourist kann man sich nicht untouristischer fühlen. 

Häuser für zwei Personen kosten bei To Toskana ab 350 Euro pro Woche, die »Villa Valliole« für acht Personen ab 2600 Euro pro Woche.

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