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Probier doch mal 07. Juli 2017

Pasta con Wiese

Von Hans Gerlach (Text + Foto) 

Schon mal Karottenblätter gegessen? Vermutlich nicht. Hans Gerlach zeigt Ihnen mit diesem Rezept, warum Sie das ändern sollten.


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»Schatz, lass uns einen Gras-Salat machen!«, das würde wohl niemand vorschlagen, wenn er gerade den Rasen gemäht hat. Das vermutet jedenfalls Thomas Bühner, der mich hier schon zum zweiten Mal zu einem Rezept inspiriert (Das erste finden Sie hier). Dabei, meint er, läge es vor allem an der Wortwahl: Würde man den Rasenschnitt Wildkraut nennen und schick marinieren - dann sähe es schon ganz anders aus.

Denn schließlich haben ja viele Blattgemüse sehr wenig Eigengeschmack, so dass bei Spinat oder Kopfsalat vor allem Sauce und Zubereitung über den Geschmack entscheiden. Bühner empfiehlt mir ein Experiment mit Karottenblättern, die schmeckten nämlich genauso gut wie Spinat oder eben wie Gras. Das ist sicher überspitzt formuliert, Karottenblätter schmecken ein bisschen nach Karotten, mein Rasen schmeckt erst nach Moos und dann nach nichts. Aber vielleicht hat der Spitzenkoch einfach einen grünen Kräuterteppich in seinem Garten. Die Karottenblätter-Theorie hat mich jedenfalls angeregt eine neue Art von Pasta Fredda auszuprobieren, das ist ein leichter mediterran inspirierter Nudelsalat.

Erkenntnis Nummer eins: Karottenblätter haben zähe Stiele, die müssen weg. Erkenntnis Nummer zwei: Die gedünsteten Blätter erinnern tatsächlich an Spinat und an Karotte, eine aromatische Sauce macht daraus ein sehr schönes Gemüse! Passt bestens zu marinierten Gnocchi sardi.

Karotten-Spinat mit Oliven und Mozzarella als pasta fredda
Für 4 Personen
2 Bund Karotten (ca. 1 kg mit dem Grün)
2 Knoblauchzehen
6 EL Olivenöl
Salz, Kreuzkümmel, Pfeffer, Muskat
250 g Gnocchi sardi (oder eine andere schöne Pastasorte für Salat)
2 Bio-Zitronen
2 St. Mozzarella 100 g
kleine ligurische Oliven

Karottengrün abschneiden, dicke Stiele entfernen, das Grün waschen, gut abtropfen und mehr klein schneiden als hacken. Knoblauch schälen und hacken. Karotten gründlich waschen oder schälen, die Hälfte davon in Stifte schneiden, sehr kleine Karotten ganz lassen. Die andere Hälfte entsaften – oder stattdessen etwa 1/8 Liter Karottensaft kaufen und abmessen. Karottenstifte mit 2 EL Olivenöl anschwitzen, mit dem Karottensaft ablöschen, leicht salzen, mit Kreuzkümmel würzen und zugedeckt etwa 8 Minuten dünsten. Karottenblätter und Knoblauch ebenfalls mit 2 EL Olivenöl anschwitzen, 3 EL Wasser zugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen, zugedeckt etwa 3 Min. dünsten. Pasta nach Packungsanweisung in Salzwasser al dente kochen, abgießen, kurz abschrecken und abtropfen lassen. Die Schale einer Zitrone abreiben, dann beide Zitronen mit einem scharfen Messer schälen, das Fruchtfleisch um die flaumige Mitte herum abschneiden, grob hacken. Mozzarella zerzupfen und mit Zitronenschale und Zitronen-Fruchtfleisch, Pasta, Karotten, Karottenspinat und Oliven mischen, dabei den jeweiligen Dünstfond und das restliche Olivenöl mit dazu geben. Abschmecken und nicht lange stehen lassen sondern gleich servieren.
  Noch mehr entdecken! Die besten Rezepte aus dem SZ-Magazin und der Süddeutschen Zeitung auf Das Rezept




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