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Gesellschaft/Leben 03. August 2017

Wie Tatort, nur in echt

Von Roland Schulz 

Ein schwarzer Koffer, ein Leichnam ohne Kopf und ein Kommissar mit der Statur eines Schwergewichtsboxers. Die Geschichte einer filmreifen Mordermittlung aus Berlin. 



Ein Körper wie ein Bär, seine Fälle löst er aber lieber mit seiner sanften Stimme und dem Talent zum Reden: Kommissar Hertzberg


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Einst hatte Volker Hertzberg geglaubt, gegen jeden Schock gefeit zu sein. Dann kam dieser Abend, zwanzig Jahre her. Er war in Zivil im Einsatz. Er hatte versucht, einen Streit vor einer Disko zu schlichten, als einer eine Waffe zog. Es ging so schnell, Hertzberg erkannte nicht, was der andere auf ihn richtete, einen Revolver, eine Attrappe, er sah nur den Lauf, riss seine Pistole aus dem Holster und rief: Polizei! Der andere schrie: Schieß doch! Schieß doch!

Hertzberg dachte später lange darüber nach, was ihn seine Entscheidung fällen ließ, aber seine Erinnerung war wie ausgelöscht. Er wusste nur noch, wie er seine Waffe senkte und sicherte. Der andere sagte: Haste verloren. Dann drückte er ab.
 
Es geschieht selten, dass ein Polizist bereit ist, offen über diese einschneidenden Erfahrungen zu sprechen, die ihn zu dem Polizisten werden ließen, der er nun ist. Doch manchmal bündeln sich alle diese Erfahrungen einer Laufbahn bei der Polizei in einem einzigen Fall. 
 
Sie nennen ihn Großer, manchmal Dicker, beides beschreibt Hertzberg nur unzureichend. Er ist zwei Meter groß und besitzt den Brustkorb eines Bären, doch der Eindruck der Stärke verliert sich, sobald er spricht: Im kraftstrotzenden Körper dieses Samsons steckt eine sanfte Stimme. Seine Spezialität: Verhöre.

Hertzberg war der erste Schupo der Berliner Polizei, der es von dieser unteren Dienstebene bis in die Mordkommission schaffte. Dort war er Teil einer Ermittlung, die sich zu einem der spektakulärsten Mordfälle der Stadt auswuchs: Dieser Fall begann mit einem Torso. Das kam selten vor. Die meisten Ermittlungen in Mordfällen fingen mit einer Leiche an. Diesmal hatten sie nicht einmal das. Wo waren die Beine? Wo waren die Arme? Wo der Kopf? Sie würden Spürhunde brauchen. Und Taucher.
 
Ein schwarzer Koffer, versenkt in der Spree. Ein geflügelter Totenkopf, der sich als einzige Spur erwies. Ein Leichnam ohne Namen, der die Kommissare vor ein Rätsel stellte. Zwei spielende Kinder fanden den Kopf drei Tage später in einer Mülltüte, die mit einer Hantel beschwert war. Der Fundort verblüffte sie. 

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