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Probier doch mal 12. August 2017

Feige sein, glücklich sein

Von Hans Gerlach (Text + Foto) 

Der Vorteil, den diese Feigen-Galette gegenüber einem normalen Kuchen hat: Sie müssen danach die Backform nicht sauber machen. Dass sie auch hervorragend schmeckt, dachten Sie sich sicher schon.

 



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Kobaltblaues Wasser schwappt über schwarzen Sand, dahinter weiße Häuser und schwer beladene Feigenbäume. Die Luft gesättigt mit süßem, dezent modrigem Feigenduft – das ist Stromboli im August. Im nächsten Hafenort auf dem sizilianischen Festland habe ich eine Weile gekocht, Stromboli war mein Ausflugsziel am freien Tag. Klar liebe ich Feigen! Mehrfach habe ich sogar versucht einen Feigenbaum im Garten anzusiedeln. Doch trotz zunehmender Klimaüberhitzung sind die bayrischen Winter noch zu hart. Und die Früchte, die ich ernten konnte, waren nie mehr als eine schwache Erinnerung an die sizilianischen Feigen. Zum Glück ist jetzt Hochsaison, die einzige Zeit des Jahres, in der man die süßen Früchte reif und bezahlbar beim Gemüsehändler findet.

In der Küche brauchen Feigen etwas Frische durch Säure, zum Beispiel in einem Salat mit gegrilltem Gemüse, Pistazienkernen und Schafskäse. Aber auch Feigen-Desserts schmecken besonders gut mit einem kleinen Säure-Kick. Den liefert in meiner Feigen-Galette ein Orangensirup mit Portwein.

Ihr Ursprung liegt in der bretonischen Galette, einem Buchweizenpfannkuchen, dessen Ränder über eine Füllung leicht nach innen geklappt werden. So sieht man noch etwas von der Füllung, sie fällt aber trotzdem nicht heraus aus dem Pfannkuchen. Zum Trend wurde die neue Galette mit demselben Prinzip der offenen Füllung als ein frei geschobener Kuchen, eine Tarte ohne Tarteform. Ein Mürbeteig eignet sich dafür besser als ein Pfannkuchenteig. Die neue Galette schmeckt nicht nur gut, sie macht auch einen unkomplizierten, lässigen Eindruck, anders als die strenge, französische Tarte aus der Form.

Feigen-Galette
Für eine Galette, etwa 8 Stücke:
150 g Mehl
3 EL Zucker
100 g Butter
1 Eigelb
3-4 EL geriebene Mandeln zum Ausrollen
600 g reife, blaue Feigen
1 Bio-Orange
200 ml Portwein
200 g Ziegenfrischkäse (oder Frischkäse)
1 EL Vanillezucker
1-2 EL Muscovado-Zucker (oder Puderzucker)
Zitronenverbene
200 g Sahne
Außerdem: Backpapier

Für den Mürbeteig Mehl, Zucker, Butter, Eigelb und 1 EL Wasser in einer großen Schüssel miteinander verkrümeln. Zügig zu einer Kugel kneten, 30 Minuten kühl stellen.

Feigen waschen und vierteln. Orange ebenfalls waschen, abtrocknen, die Schale fein abreiben und den Saft auspressen. Orangensaft mit Portwein zähflüssig einkochen, dann sind noch etwa 4 EL der übrig.

Ofen auf 200 Grad vorheizen (Umluft 180 Grad). Eine Arbeitsfläche mit etwas geriebenen Mandeln bestreuen. Den Teig auf den Mandeln zu einem Kreis von gut 30 cm Durchmesser ausrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen - das geht am einfachsten mit einem Tortenunterleger aus Aluminium, die gehören zur Grundausstattung für jeden, der gerne bäckt, es gibt sie in vielen Backshops, z.B. auch hier.

Ziegenfrischkäse mit Orangenschale und Vanillezucker cremig rühren und auf dem Teig verstreichen, so dass noch ein Rand von etwa 3,5 cm Breite übrig bleibt. Den Ziegenfrischkäse mit ein paar gezupften Verbeneblättern und mit den Feigen belegen, mit Zucker bestreuen. Den überstehenden Teigrand nach innen hochklappen, so dass er die Feigen leicht überlappt.

Im Ofen auf der untersten Schiene etwa 35 Minuten lang backen. Die fertige Galette aus dem Ofen nehmen, mit Orangen-Portwein-Sirup beträufeln und mit gezupften Verbeneblättern garnieren. Lauwarm oder abgekühlt mit halbsteif geschlagener Sahne servieren.

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