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aus Heft 35/2017 Ein Interview ohne Worte

Sagen Sie jetzt nichts, Daniel Hope

Fotos: Tibor Bozi

Der preisgekrönte Geiger im Interview ohne Worte über schlafende Konzertbesucher, politische Ansichten und die Band Rammstein.



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Geboren
17. August 1973 in Durban, Südafrika
Beruf Geiger
Ausbildung Diplom an der Royal Academy of Music in London
Status Der vergeigt nichts

Zwei Fluchten haben Daniel Hope zur klassischen Musik gebracht: Lange vor seiner Geburt, in der NS-Zeit, setzten sich die jüdischen Großeltern von Berlin nach Südafrika ab, dort kam er zu Welt. Weil sein Vater als Autor gegen die Apartheid anschrieb, musste die junge Familie das Land wieder verlassen. Man landete in London, völlig pleite – das war Hopes Glück. Eine Partybekanntschaft vermittelte der Mutter einen Job als Sekretärin von Yehudi Menuhin, einem der größten Geiger des 20. Jahrhunderts. In seiner Villa lag die Guarneri offen herum, im Garten musizierten die Stars, der zweijährige Daniel mittendrin; einmal versuchte er, dem Cellisten Mstislaw Rostropowitsch den Cellostachel zu klauen. Mit vier verkündete er seinen Eltern, er wolle Geiger werden. Hat geklappt: Heute ist er Violinvirtuose, preisgekrönt, und obendrein Musikdirektor des Zürcher Kammerorchesters. Besonders zu liegen scheint ihm: alles. Hier spielt er indische Musik, da improvisiert er mit dem Schlagzeuger von The Police. Die Stücke liest er am liebsten vom iPad ab. »Bach und Vivaldi, das sind Giganten«, sagt Hope. Interpreten wie er seien nur Mittelsmänner. Seine aktuelle CD heißt For Seasons. Darauf zu hören: Vivaldis Vier Jahreszeiten, aber auch Duette mit Chilly Gonzales.
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