Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München 21°
Anzeige
Anzeige

München/Lokales 14. September 2017

Der Weg des Wiesn-Fasses

Von Roland Schulz  Foto: Julian Baumann

Wenn diesen Samstag das Oktoberfest beginnt, hat das uralte Anstich-Fass schon eine lange Vorbereitungsphase hinter sich. Was passiert, bevor der Münchner Oberbürgermeister das erste Wiesn-Bier zapft.


Anzeige
Bevor die Bierkrüge im Dutzend daherkommen, bevor die Kapelle zum Prosit aufspielt, bevor die Brezen und der Schnupftabak und die depperten Hüte angepriesen und die Schlangen vor den Toiletten lang werden, bevor drinnen in den Festzelten die Hitze und der Durst steigen und draußen die Rekommandeure die Gäste ihrer Fahrgeschäften anlocken, nur rrrrrrrein hier, Baby, los, los, lo-hos, immer schön reinreinreinrein, auf geht's – also bevor das alles beginnt auf der Wiesn: Da muss der Oberbürgermeister anzapfen.
Anzeige

Dazu braucht er ein Fass. Dieses Fass wartet das ganze Jahr auf den ersten Wiesn-Tag. Es ist nicht einfach zu finden, man muss wissen, wo es lagert, tief im Münchner Untergrund, in einem der vielen alten Bierkeller, die vor fast zweihundert Jahren in die Schotterschichten am westlichen Hochufer der Isar gegraben wurden. Es ist ein altes Fass. Es dient seit etlichen Jahren dem Ritual des Anzapfens, und nur diesem Ritual. Einen anderen Zweck gibt es für dieses Fass in seiner Brauerei nicht mehr. Wenn es einmal im Jahr für seinen großen Auftritt hervorgeholt, gereinigt, gerüstet und befüllt wird, ist das in der Brauerei mit ihren Abfüllanlagen und Drucktankkellern wie ein Echo aus einer längst vergangenen Zeit.

Wer dieses Fass besucht, erlebt bereits beim ersten Blick eine Überraschung: Das erste Wiesn-Fass, das ist nicht ein Fass allein. Es sind zwei. Und diese Geschichte erzählt ihren Weg auf die Wiesn – der wahre Countdown zum Anstich.

Lesen Sie den Artikel hier mit SZ Plus.


  • München/Lokales

    »Wir sind reich und sexy«

    München wächst und wächst. Wird die Stadt irgendwann an ihrem Erfolg zugrunde gehen? Das SZ-Magazin hat 21 prominente Münchnerinnen und Münchner eingeladen, um über die Zukunft der Metropole zu streiten, darunter Ex-OB Ude, Uschi Glas und Kardinal Marx. Es wurde ein stellenweise hitziges Gespräch.

  • Anzeige
    München/Lokales

    »Betrunken sind sie alle irgendwann«

    Kellnerin Sonja Herpich hat sich jeden Tag vor und nach der Wiesn fotografiert – und verrät im Interview, wie sie zwei Wochen Wahnsinn überstanden hat und welche Besucher am meisten nerven.

    Von Marc Baumann
  • München/Lokales

    Nach hinten buckeln, nach vorne treten

    Zur Wiesn-Zeit stehen sie in München an jeder Ecke: Fahrrad-Rikschas, die Touristen für ein paar Euro zur Theresienwiese oder ins Hotel bringen. Hinter der Idylle steckt ein hartes Geschäft. Unser Autor ist zwei Saisons lang mitgefahren.

    Von Bernhard Heckler