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Probier doch mal 07. Oktober 2017

Für dieses Rezept brauchen Sie eine Schwimmbrille

Von Hans Gerlach (Text + Foto) 

Aber nur für die Zubereitung. Essen können Sie die gesunden rosa Zwiebelspaghetti auch ohne. Unser Kolumnist hat die diese Pasta-Alternative in einem Moskauer Luxusrestaurant entdeckt

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Penne schmecken anders als Spaghetti, gerissene Basilikumblätter anders als geschnittene - wie man ein Lebensmittel formt, beeinflusst immer den Geschmack. Mit einem Spiralschneider oder »spiralizer« kann man halbwegs feste Gemüsesorten oder Obst sehr einfach in lange Locken schneiden. Das klappt zum Beispiel bestens mit Zucchini, Möhren, Äpfeln oder Beten. Populär wurden die Geräte durch Paleo- und anderen Low-Carb-Ernährungsformen. Die Gemüselocken ähneln nämlich Spaghetti und eine Handvoll Zucchinispaghetti enthält natürlich kaum Kohlenhydrate und nur einen Bruchteil der Kalorien von Pasta. Ehrlich gesagt: Wenn ich Spaghetti essen will, dann gehören Zucchini höchstens in die Sauce. Aber als roh marinierter Zucchinisalat sind die Streifen schön knackig und wenn ich verschiedene Gemüse mische, wird alles schön bunt. Kurz und gut: Im Sommer kommt der Spiralschneider regelmäßig zum Einsatz.

Doch jetzt habe ich eine neue Anwendung gefunden, die mich wirklich begeistert: Der russische Starkoch Vladimir Mukhin spiralisiert Zwiebeln, er wickelt Steinpilze damit ein. Mukhin betreibt sein White Rabbit Restaurant im obersten Stockwerk eines Moskauer Luxus-Kaufhauses. Thema für die gesamte Inneneinrichtung ist »Alice im Wunderland« und auch in seiner Küche schätzt der Koch surreale Überraschungen. Die Zwiebelspaghetti sind jedoch relativ unkompliziert, im Ofen karamellisieren die Zwiebeln ein wenig, während die Pilze im Inneren sehr schonend garen - wunderbar! Ich kombiniere die Zwiebeln mit leicht marinierten Lachswürfeln. Das ist noch einfacher und schmeckt ebenfalls fantastisch. Entscheidend sind gute Zwiebeln. Eine passende Sorte ist die rote Tropea-Zwiebel aus Kalabrien, sie ist inzwischen auch bei deutschen Biobauern beliebt. Auch die Höri-Bülle vom Bodensee müßte sich gut eignen. Und drittens habe ich kürzlich die rosa Zwiebel aus dem apulischen Aquaviva delle Fonti für mich entdeckt: Sie schmeckt besonders süß und mild und gleichzeitig trotzdem sehr aromatisch. Das merkt man schon beim Schälen - dabei am besten eine Schwimmbrille tragen.

Rosa Zwiebelspaghetti mit Teriyaki-Lachs

Für 4 Personen
4 große rote Zwiebeln, z.b. Tropea-Zwiebeln (ca. 600 g)
1 Bio-Zitrone
1/2 TL Salz
1 EL Zucker

300 g Lachsfilet
2 EL Teriyakisauce
1/2 Bund Oregano (oder Petersilie)
5 EL Olivenöl
Chilipulver

Zwiebeln schälen und mit einem Spiralschneider in Spaghettistreifen schneiden - ohne das Gerät geht es auch, einfach in dünne Scheiben schneiden. Die Zitronenschale fein abreiben, den Saft auspressen. Zwiebeln mit 2 EL Zitronensaft und Salz mischen, leicht drücken wie einen Krautsalat und mindestens eine halbe Stunde ziehen lassen.

Lachsfilet 3 cm groß würfeln mit Teriyakisauce in einer Schüssel mischen. Oregano zupfen.

Backofen auf 220 Grad vorheizen (Umulft 200 Grat). Ein Blech mit Backpapier auslegen. Die Zwiebeln aus der Schüssel nehmen, dabei leicht ausdrücken. Aus den Zwiebelstreifen auf dem Backblech vier Zwiebelnester formen. Mit Olivenöl beträufeln, mit Zucker bestreuen und im Ofen ca. 20 Min. backen. Lachswürfel in die Mitte der Nester verteilen, noch einmal mit Olivenöl beträufeln und 3 Min. fertig backen.

Den Zwiebelsaft mit dem restlichen Zitronensaft aufkochen. Mit restlichem Olivenöl und dem Oregano mixen, mit etwas Chilipulver abschmecken. Lachs-Zwiebelnester auf Teller setzen, mit der Sauce servieren.

Noch mehr entdecken! Die besten Rezepte aus dem SZ-Magazin und der Süddeutschen Zeitungauf Das Rezept



 



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