Sie haben Ihren Adblocker auf unserer Seite aktiviert. Bitte deaktivieren Sie diesen für SZ.de! mehr zum Thema

bedeckt München
Anzeige
Anzeige

aus Heft 42/2017 Ein Interview ohne Worte

Sagen Sie jetzt nichts, Peter Wohlleben

Fotos: Axel Martens

Der Förster und der derzeit am häufigsten gelesene Autor Deutschlands im »Interview ohne Worte«: über Auszeiten im Wald, das Töten von Tieren und die Frage, ob Bäume sich langweilen können.



Anzeige
Geboren
3. Juni 1964 in Bonn
Beruf Förster und Autor
Ausbildung Diplom an der Hochschule für Forstwirtschaft
Status Baumdeuter

Ein Mann versetzt sich in Bäume. Er schreibt vom »sozialen Wald« und ergründet »das Seelenleben der Tiere«. So esoterisch das klingt, die meisten wissen ja: Der Mann, ein Förster namens Peter Wohlleben, ist der derzeit am häufigsten gelesene Autor Deutschlands. Erst erklärte er den Leuten die Pflanzen, dann die Tiere - und als er bei Markus Lanz saß, wollten selbst die Gäste nur ihn ausfragen. Warum sich plötzlich so viele Menschen für diese Themen interessieren? Vermutlich, weil Wohlleben gnadenlos vermenschlicht. In Das geheime Leben der Bäume schreibt er von Baumkindern und Baumeltern, die miteinander sprechen, im zweiten Bestseller von der Evolution als Betriebssystem. Damit können auch Städter etwas anfangen. Manche reisen sogar in die Eifel, um sich von Wohlleben durch dessen nachhaltiges Waldrevier führen zu lassen. Dort ist er immer noch Förster. Zuletzt erschien Das geheime Netzwerk der Natur. Darin erklärt Wohlleben, wie alles miteinander zusammenhängt: der Wolf mit dem Baum und der Baum mit den Wolken. Aber auch, wie wenig er eigentlich weiß: »Dieses Netzwerk ist so zart verästelt, dass wir es niemals begreifen werden.« Das stört Wohlleben nicht. Immerhin bleibt dem Menschen so das Staunen.

Anzeige