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Tiere/Pflanzen 30. November 2017

Die Rückkehr der Bilderbuch-Kuh

Von Gabriela Herpell  Foto: Evelyn Dragan

Die Bedarf an Hochleistungsmilchkühen hat dazu geführt, dass die deutsche Traditionskuh fast vollständig von der in den USA hochgezüchteten Rasse Holstein-Friesian verdrängt wurde. Bei einigen Bauern setzt nun die Kehrtwende ein.

Hans-Jürgen Euler ist Bauer und ein Freund der Schwarzbunten.
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Milchkühe haben kein schönes Leben, das mal vorab. Als Kälber werden sie nach drei Tagen von ihrer Mutter getrennt, und wenn sie selber Mütter sind, werden sie nach drei Tagen von ihren Kälbern getrennt. Dann werden sie gemästet und gemolken, tagein, tagaus. Wenn sie Glück haben, kommen sie im Sommer oder tagsüber auf eine Wiese. Aber die meisten Kühe haben Pech.

Das liegt auch daran, dass viele der Kühe, die heutzutage gezüchtet werden, mit Gras gar nichts anfangen können. Sie brauchen Kraftfutter, das sich in ihrem Körper möglichst schnell in möglichst viel Milch verwandelt. »Unkontrolliertes Grasfressen gefährdet die optimale Milchausbeute«, heißt es aus den Betrieben.

Die Kuh, die heute in den meisten Ställen Deutschlands steht, ist sehr groß und sehr mager. Eine Hochleistungskuh. Holstein-Friesian heißt die Rasse, die aus den USA und Kanada hierher kam und die alte Rasse, das Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind, fast ganz von der Bildfläche verdrängt hat. Die Schwarzbunte ist klein und drall und robust, sie ist die hübsche Kuh aus dem Bilderbuch, gibt aber nur halb so viel Milch wie die Holstein-Friesian.

Dennoch besinnen sich Bauern gerade auf die guten Eigenschaften der kleinen Schwarzbunten. Das SZ-Magazin hat einen dieser Bauern besucht. Hans-Jürgen Euler besitzt Milchkühe beider Rassen. Kühe, die Glück haben, denn sie kommen jeden Tag auf die Weide. Bauer Euler mag seine Tiere. Aber auch Bauer Euler muss von seinem Hof leben, er muss also mithalten mit der Welt da draußen.

Darum hat er in den vergangenen Jahrzehnten Holstein-Friesian Kühe gekauft und gezüchtet. Doch jetzt ist Bauer Euler Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung und Förderung des Schwarzbunten Niederungsrindes. Dem SZ-Magazin erzählt er bei einem Rundgang über seinen Hof, was der Moment war, der ihn umdenken ließ und warum seine Liebe zur Schwarzbunten nichts mit Idealismus zu tun hat.

Lesen Sie die Reportage jetzt mit SZ Plus.



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