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Fotografie 12. Januar 2018

»Hitler hat Mickey Mouse getötet«

Von Silke Wichert  Foto: Gettyimages (Roberto Ricciuti/WireImage)

Die Fotosessions und Affären des Fotografen David Bailey sind so berüchtigt, dass er als Vorbild für einen Kinofilm diente. Die noch besseren Anekdoten erzählt er aber selbst. Ein Treffen.

 

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Es braucht zwei Dutzend E-Mails und eine Empfehlung seines deutschen Verlegers, bis sich David Bailey durchringt, einer deutschen Zeitung ein Interview zu geben. Seine Kratzbürstigkeit ist legendär, und man wird nicht enttäuscht, als das Treffen schließlich in seinem Atelier in London stattfindet. »Oh fuck, sie haben uns einen ›Fashion Writer‹ geschickt!«, ruft er zu seinem Assistenten am anderen Ende des Raumes, nachdem er von seinem Besucher wissen wollte, worüber man hauptsächlich so schreibe.
   
Man sieht sich schon halb wieder auf dem englischen Kopfsteinpflaster draußen stehen, merkt dann aber noch an, dass er ja auch eine ganze Menge Modestrecken fotografiert habe – ob er das lieber mit einem Politik-Reporter diskutiert hätte? Sein kehliges Lachen geht in ein langes Husten über. »Na los, Kid, dann fang mal an.«
  
David Bailey war einer der ersten Fotografen aus der Arbeiterklasse des Londoner East End, die in den Sechziger Jahren die Modewelt eroberten. Sie prägten einen neuen, realistischeren Stil. Vor allem die schwarz-weiß Portraits des heute Achtzigjährigen gehören zu seinen bekanntesten Arbeiten und wurden oft kopiert: Mick Jaggers Gesicht eingerahmt von einer Fellkapuze (so ließ sich Liam Gallagher später fotografieren), Sir Michael Caine mit Brille auf dem Kopf, Twiggy mit offenstehendem Mund.

Baileys Auftreten, seine Affären mit Models und seine Fotosessions waren so berüchtigt, dass er dem Regisseur Michelangelo Antonioni als Vorbild für dessen Film »Blow Up« diente.
 
Im Interview erzählt er, dass ihm ursprünglich sogar die Rolle angeboten worden war, welche Szenen über ihn stimmten, welche nicht, und was er von dem Film letztlich hielt. David Baileys Humor ist nicht nur sehr englisch, sondern auch geprägt durch eine Kindheit in harten Zeiten. Außerdem erzählt Bailey in dem Gespräch, warum sich Johnny Depp für ein Fotoshooting auf eine Müllhalde setzen musste, wie er heute über seine Ex-Frau Catherine Deneuve denkt und warum er die meisten seiner berühmten Aufnahmen für Unfälle hält.

Lesen Sie das Interview hier mit SZ Plus:



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