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Gesellschaft/Leben 20. Januar 2018

Kann Licht ein Dorf retten?

Foto: Mattia Balsamini

Weil der italienische Ort Viganella tief in einem Tal liegt, schien dort im Winter monatelang nicht die Sonne. Bis zwei Männer auf eine ausgefallene Lösung kamen.

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Es gibt Menschen, die bekommen im Winter monatelang keinen Sonnenstrahl ab. In Finnland, Norwegen, nördlich des Polarkreises, klar. Dort, wo die Sonne im Winter nicht aufgeht oder höchstens mal kurz über den Horizont blinzelt; wo Psychologen oft ein Leiden namens Seasonal Affective Disorder diagnostizieren, im Volksmund auch Winterdepression genannt: Störungen im Gleichgewicht zwischen Hormonen wie Melatonin und Serotonin, deren Produktion im Körper durch Licht beeinflusst wird.
 
Wenn es in Europa ein Land gibt, das ganz sicher mit reichlich anderen Problemen zu kämpfen hat, aber nicht mit Lichtmangel, dann ist das, klar, Italien. Mit einer Ausnahme: Viganella, ein Dorf im Piemont, kurz vor der Schweizer Grenze, so tief in einem schmalen Tal, dass es jedes Jahr fast drei Monate lang im Schatten liegt. Vom 11. November bis zum 2. Februar schafft es die Sonne schlicht nicht hoch genug über den Berg, um auf Viganella zu scheinen.
 
Viele Häuser in Viganella stehen heute leer; etliche junge Leute sind abgewandert, es fehlt nicht nur an Wintersonne, sondern auch an Arbeitsplätzen. Das langsame, aber stetige Dahinsterben des Dorfes schien unabwendbar – bis ein Mann namens Pier Franco Midali Bürgermeister wurde. Midali, Im Hauptberuf Lokführer, hat zusammen mit einem befreundeten Architekten die Wintersonne nach Viganella geholt. Die beiden haben einen gewaltigen Spiegel entwickelt, der das Sonnenlicht vom Berg auf den Dorfplatz reflektiert; computergesteuert, immer im exakten Winkel.
 
Unser Autor Tobias Zick und Fotograf Mattia Balsamini sind nach Viganella gefahren, haben sich auf dem Dorfplatz im indirekten Licht gesonnt, sind mit Pier Franco Midali den Berg zu seinem Spiegel hinaufgewandert und haben mit den verbliebenen Bewohnern darüber gesprochen, wie wichtig Licht für den Zusammenhalt einer Dorfgemeinschaft ist. Im neuen SZ-Magazin erzählen sie die Geschichte einer genialen Erfindung, die zugleich anfällig für unerwartete Störungen ist – und sich gegenüber manchen Problemen des Dorfes dann doch als machtlos erweist.

Lesen Sie die Reportage hier mit SZ Plus:


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