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aus Heft 12/2008 Tagebuch

Tagebuch: 20. März 2003

Und immer wieder Frühling: 100 Jahre Zeitgeschichte in privaten Notizen.

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20. März 2003

(Gudrun E., *1952)
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Heute ist Frühlingsanfang. Ich habe ihr 5 Osterglocken gebracht. Ihr ging es gar nicht gut, nein viel schlimmer – es ging ihr schlecht. Ich habe zu ihr gesagt (vielleicht eine überhebliche Anmaßung meinerseits, über den Zeitpunkt des Todes Bescheid wissen zu wollen – ich bin doch nicht Gott): „Mutter, Du bist bald erlöst, hast bald kei-ne Schmerzen und Beschwerden mehr – mußt nicht mehr leiden. Du bist bald beim Herrn.“ Mutters Worte: „Ja – obwohl ich schon noch gern bei euch bleiben würde!“(Oh, da war ich verblüfft, damit hätte ich nicht mehr gerechnet! Nur wundern kann ich mich über diese Aussage, und ich war sehr überrascht von dieser Antwort. Mutter äußerte doch seit Monaten immer wieder ihre Bereitschaft zu sterben und trotzdem hängt sie noch am Leben! Möchte vielleicht den Tod hinausschieben?
Vielleicht bleibt dieser innere Zwiespalt im Menschen bis zum letzten Atemzug??? Wer weiß?)