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aus Heft 16/2008 Stars Noch keine Kommentare

Hübsche Zugaben

Seite 3

Von Lars Jensen 


Und weil wir uns in Hollywood befinden, ist dieses Drama längst zur Fernseh-serie verarbeitet worden – inklusive Gastauftritten von AM, Adler, Moore und Dutzenden anderen Mitgliedern dieser Szene. Die HBO-Show Entourage – lustigste TV-Serie über Hollywood aller Zeiten – basiert auf dem Alltag des Schauspielers Mark Wahlberg und seiner drei nutzlosen Kumpels aus Brooklyn, die gemeinsam durch Los Angeles streifen. Noch nie in der Geschichte des Fernsehens haben so viele Menschen in einer Serie mitgespielt, die auch im echten Leben Sex miteinander hatten. Entourage benutzt als Drehorte die Partys und Sportcenter, Discos und Restaurants, wo Stars mit Groupies in der Realität anbandeln. Ein kurzer Auftritt in Entourage gilt in Läden wie dem »LAX« als Ritterschlag – und wer im »LAX« Stammgast ist, taucht früher oder später in Entourage auf. Die Frage, ob hier die Kunst das Leben imitiert oder umgekehrt, stellt sich nicht, denn die Menschen, die in dieser Welt leben, unterscheiden nicht mehr zwischen Fiktion und Realität.

Einige Schmeißfliegen-Jungs lungern nicht im »LAX« rum, sondern kombinieren die Publicity, die ihnen die Freundin einbringt, mit ehrlicher, harter Arbeit. Harry Morton, künftiger Erbe des Hard-Rock-Cafe-Konzerns, verliebte sich 2006 in Lindsay Lohan – kurz nachdem er das mexikanische Restaurant »Pink Taco« gegründet hatte. Sie formulierte den hervorragenden Satz: »Harry ist der drittbeste Mann, den ich hatte.« Für einige Monate kamen in jedem Artikel über Lohan die Worte »Pink Taco« vor (auch während Lohan in einer Entzugsklinik war und Morton mit Rod
Stewarts Tochter Kimberley fotografiert wurde). Seitdem florieren die Geschäfte.

Morton eröffnete eine Handvoll Filialen zwischen Phoenix und Las Vegas, an den meisten Abenden hält er sich im Stammhaus am Santa Monica Boulevard auf. Hier essen die Darsteller von Entourage gern ihr Dinner – wenn der Laden nicht für Entourage-Dreharbeiten gesperrt ist.

Morton – Tätowierungen an Schultern und Beinen, Gesicht eines Mannes, der noch nie den Müll rausgebracht hat – gibt sich als Gentleman. Er rede nicht über vergangene Affären, und was derzeit mit Lindsay passiere, tue ihm sehr leid. »Ich hoffe, sie wird bald gesund. Sie soll wieder Filme drehen.« Morton erklärt, dass er derzeit mit einem Mädchen ausgeht, das noch nie im Fernsehen auftrat und dergleichen auch nicht vorhat. Dann verabschiedet er sich, denn heute ist kein guter Abend, um lange zu reden – vor der Tür warten Dutzende Gäste auf einen Sitzplatz.

Am Samstagmorgen gegen drei Uhr trifft im »LAX« die Eminenz von Hollywoods Nachtleben ein – DJ Steve Aoki, ein Asiate mit Haaren, die beinahe bis zum Hintern reichen. Er klatscht AM ab. Man spürt, dass die Synapsen in Aokis Gehirn ein wenig schneller arbeiten als die in den Köpfen der anderen Jungs im »LAX«. Er ist smart und besitzt als Einziger im Raum das Charisma eines Stars. Arm in Arm steht er am DJ-Pult mit Jessica Simpsons Schwester Ashlee. Aber stand nicht in der Zeitung, dass sie wahnsinnig glücklich ist mit dem tätowierten, kaum erfolgreichen Sänger Pete Wentz? AM sagt, Aoki und Ashlee seien bloß gute Freunde: Aoki sei einfach zu schlau, um sich mit einem dieser Mädchen einzulassen.
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