Winzig, putzig, schaurig
Von Okka Rohd
Dabei belegen inzwischen genügend Studien, dass die Formel »Shrink it and pink it« nicht ausreicht. Und die Marktforscher wissen längst, dass zur Zielgruppe Frau auch Managerinnen gehören, die im Vorstandsmeeting sicher nicht ein Barbie-Laptop aufklappen wollen. Was Frauen stattdessen eigentlich wollen, ist so eindeutig nicht zu sagen: »Das Problem ist die Komplexität«, meint Diana Jaffé, Gründerin der Berliner Agentur Bluestone, die sich auf Gender Marketing spezialisiert hat, »es gibt keinen einfachen Kriterienkatalog für Frauen.« Sie wollen subtil angesprochen werden, aber auch ernst genommen. Als stark wahrgenommen werden, jedoch auch Hilfe an-
geboten bekommen. Und zwar, ohne sich dabei belehrt zu fühlen. Von derartigen Ansprüchen kann man sich als Produktdesigner nur heillos überfordert fühlen.
Wo also anfangen? Zur Abwechslung vielleicht mit einem schwarzen Rasierer, ohne jeden Schnickschnack, ein Rasierer, der einfach nur das tut, was er soll: Haare entfernen. »Produkte, die Frauen nutzen, funktionieren immer«, sagt Diana Jaffé. »Aus diesem Grund war auch das Motorazr ein so großer Erfolg bei Frauen. Die großen Tasten des Handys waren praktisch für ihre längeren Fingernägel, das Design gut und innovativ. Eindeutig kein typisches Frauenprodukt, nicht einmal für Frauen gemeint, aber es hat funktioniert.« Es dauerte lang, bis Motorola nachlegte. Mit der »Hot Pink«-Variante des Motorazr. Auch erhältlich in der »Cat Deluxe Edition« mit pinkfarbenem Handytäschchen, Parfüm-Pröbchen und Naomi-Campbell-Klingeltönchen.
Foto und Styling: André Mühling
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