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aus Heft 18/2008 Luxus Noch keine Kommentare

"Ich war das letzte Mal vor acht Jahren einkaufen. Da hab ich mir Pullover gekauft."

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Von Alexandros Stefanidis  (Interview); Christopher Thomas (Fotos)






Wie viel Rente bekommen Sie denn heute?
1060 Euro.

Und wie viel kostet Sie das Altersheim, in dem Sie seit zwei Jahren wohnen?
Zwischen 1500 und 1600 Euro plus Telefon.

Wie können Sie sich das leisten?
Als mein Mann 1988 starb, hat er mir knapp 70 000 Mark hinterlassen. Davon bezahle ich die monatliche Differenz von 500, 600 Euro.

Und wenn Sie sich heute was Gutes tun wollen – was unternehmen Sie dann?
Mein ganzer Stolz war immer mein Fahrrad. Damit bin ich durch München geradelt. Aber als ich siebzig wurde, musste ich das aufgeben. Meine Knie haben nicht mehr mitgemacht.

Und was bedeutet Luxus für Sie heute?
Na ja, das Zimmer im Heim ist schon eine Art Luxus für mich. Und als Ersatz für mein Fahrrad kaufe ich mir im Sommer immer eine Monatskarte für Senioren: Bus fahren ist mein wahrer Luxus.

Und wohin fahren Sie am liebsten?
Vor meinem Altersheim liegt die Bushaltestelle der Linie 132. Da steige ich ein, fahre bis zum Harras. Am Harras nehme ich den 134er-Bus bis Fürstenried West. Dann steige ich in den 56er über Pasing bis zur Endstation Blutenburg. Oft bleibe ich dort im Bus sitzen und unterhalte mich mit den Busfahrern. Die kennen mich fast alle. Manchmal setze ich mich auch auf eine Bank und genieße die Sonne, bis ich dieselbe Strecke wieder zurückfahre.

Wir mussten Sie auch geradezu überreden, von dem Geld, das Sie von uns bekommen haben, mal nett essen zu gehen.
Ja, das war toll. Es gab Cevapcici. Ich habe die Sparsamkeit wohl von meinem Mann übernommen. Die steckt mir immer noch in den Knochen.

Glauben Sie, der Mensch braucht einen gewissen Luxus, um glücklich zu sein?
Ich glaube nicht. Wenn sich zwei Menschen wirklich lieben, gesund sind und nicht jeden Cent dreimal umdrehen müssen – das ist doch das größte Glück.
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