aus Heft 18/2008 Luxus Noch keine Kommentare
"Luxus ist für mich Schokolade. Und wenn ich mit Menschen reden und lachen kann."
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Von Sebastian Glubrecht (Interview); Christopher Thomas (Fotos)
Und wie haben Sie sich gefühlt, unter all den feinen Leuten?
Ganz gut, ich habe mich schnell dran gewöhnt. Im Supermarkt sagte ein Kunde zu mir, er hätte gar nicht die Garderobe für das »Vier Jahreszeiten«. Aber ich kann da mithalten, ich habe insgesamt fünf oder sechs Anzüge.
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Welche Marke? Weiß ich gar nicht, die habe ich aus einem Katalog bestellt. Auf Marken stehe ich nicht so, das ist eher die jüngere Generation. Bei den Kindern geht es heutzutage gar nicht mehr ohne Picaldi-Hose. Da trage ich lieber einen Anzug, wenn ich mich schick machen will. In der Oper hatte ich einen tollen an, mit grauen und weißen Streifen.
Wie war es denn in der Oper?
Herrlich, sie haben den Maskenball von Verdi gespielt. Im Publikum saßen die oberen Zehntausend – und ich. Das war schön, aber auch eine fremde Welt. Nach der Vorstellung bin ich zum Essen ins »Hofbräuhaus« gegangen, da ist das Publikum gemischt. Dort habe ich mich wohler gefühlt.
Wären Sie gern länger im »Vier Jahreszeiten« geblieben?
Eine Woche länger wäre schon schön gewesen. Aber man gewöhnt sich ja so schnell an den Luxus. Wenn alle ein Vier-Gänge-Menü bestellen, dann bestellst du halt auch eins. Und irgendwann ist es nichts Besonderes mehr. Als ich abgereist bin, hat mich übrigens noch ein Taxifahrer beschimpft.
Wieso denn das?
Ich habe meine Adresse gesagt. Da meinte er: »Das ist wohl nicht Ihr Ernst, die zwei Kilometer können Sie doch zu Fuß laufen! Ich warte seit Stunden darauf, dass einer von euch reichen Fuzzis zum Flughafen will. Sie machen wohl Witze!« Da habe ich gesagt »Nein, ich will nur nach Hause.« Aber der hat immer weitergeschimpft. Also bin ich ausgestiegen und die letzten fünfhundert Meter gegangen.
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