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aus Heft 35/2015 Gesellschaft/Leben

»Natürlich ist Religion erst mal Pflicht«

Interview: Tobias Haberl  Fotos: Julian Baumann

Der Katholik Martin Mosebach und der Muslim Navid Kermani sind fasziniert vom Glauben des jeweils anderen. Ein Gespräch über falsche und echte Toleranz - und darüber, wie der Islam im Westen missverstanden wird

Martin Mosebach hat Jura studiert und lebt heute als Schriftsteller und Essayist in seiner Geburtsstadt Frankfurt am Main. Als er 2007 den Büchnerpreis verliehen bekam, hielt Navid Kermani die Laudatio. In seinem Buch »Häresie der Formlosigkeit« (2007) kritisiert der gläubige Katholik die liturgischen Ergebnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils und fordert die Rückkehr zur lateinischen Messe. (»Wir glauben mit den Knien, oder wir glauben überhaupt nicht.«) Seine Gegner halten ihn für reaktionär und antidemokratisch. Für seine Freunde ist er der toleranteste und herzlichste Mensch der Welt.
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