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Alle Texte zu Die Gewissensfrage

  • Die Gewissensfrage

    Die Gewissensfrage

    "Ich bin niedergelassener Arzt und stehe politisch links. Mit der FDP kann ich mich am wenigsten von allen Parteien identifizieren. Im Streit um die Gesundheitspolitik vertritt sie aber als einzige eine Linie, die meine wirtschaftliche Existenz nicht gefährdet. Kann ich die FDP wählen, obwohl ich in fast allen anderen Fragen keine ihrer Positionen teile?" Hanns-Martin K., Fürth Von Dr. Dr. Rainer Erlinger

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    Die Gewissensfrage

    "An meinem Geburtstag klingelt jedes Jahr pausenlos das Telefon. Früher wurden Briefe oder Karten zum Geburtstag verschickt, heute rufen alle an: Verwandte, Freunde und Bekannte, aus allen Lebensphasen, oft Menschen, mit denen ich fast ein Jahr nicht mehr gesprochen habe. Mit jedem verbindet mich eine Freundschaft, mit jedem müsste ich mindestens eine halbe Stunde über Alt und Neu reden. Deshalb nehme ich oft nicht ab. Ist es moralisch vertretbar, liebe Anrufer so zu ignorieren?" Monika W., Leipzig Von Dr. Dr. Rainer Erlinger

  • Die Gewissensfrage

    Die Gewissensfrage

    "Ich lese gern Ihre Kolumne und bin jede Woche gespannt auf die Leserfrage und Ihre Antwort, die ich meistens gerechtfertigt finde. Streng, aber richtig. Aber wenn ich selbst in ähnliche Situationen gerate wie die Fragesteller, halte ich mich doch nicht an Ihre Ratschläge. Ausreden gibt es genug: Ein Mal ist kein Mal, ab morgen wird alles anders, usw. Ist es in Ordnung, die Kolumne zu lesen, sich aber nicht danach zu richten?" Luise O., Bad Homburg Von Dr. Dr. Rainer Erlinger

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  • Die Gewissensfrage

    Die Gewissensfrage

    „Ich habe vor einiger Zeit geheiratet, ohne im Büro davon groß zu erzählen. Nun wurde ich von einer Kollegin gefragt, wann ich endlich eine Feier mache, damit sie mir mein Geschenk übergeben könnten. Muss ich nun doch feiern? Mir geht es nicht um das Geschenk, sondern um die Kollegen, die sich daran beteiligt haben und sich vielleicht wundern, warum ich mich noch nichtbedankt habe. Was soll ich tun?" Frank U., Worms Von Dr. Dr. Rainer Erlinger

  • Die Gewissensfrage

    Die Gewissensfrage

    "Ich gerate oft in spontane Gespräche: auf der Rolltreppe im Bahnhof über grölende Fußballfans, im Bank-Vorraum über kaputte Automaten. Meist dauern die Gespräche, bis die Situation vorüber ist, die Rolltreppe zu Ende, das Geld gezogen. Aber was dann? Wortlos weggehen? ,Tschüss‘ oder ,Auf Wiedersehen‘ sagen? Ich sage meist: ,Na denn, schönen Tag noch.‘ Gibt es vielleicht eine Etikette für zufällige Gespräche im öffentlichen Raum?" Frank T., München Von Dr. Dr. Rainer Erlinger

  • Die Gewissensfrage

    Die Gewissensfrage

    "Mein Exfreund zog vor einem Dreivierteljahr bei mir aus und ließ – neben vielen anderen Dingen – auch seinen Gummibaum hier, aus Platzgründen, wie er sagte. Die Pflanze ist leider sehr hässlich, und mein Exfreund will sie nicht wiederhaben. Darf ich den Baum, der ja ein Lebewesen ist, auf den Kompost werfen, obwohl er noch viele Jahre durchhalten würde? Oder bin ich moralisch verpflichtet, einen guten Platz für ihn zu finden?" Marianne O., Hamburg Von Dr. Dr. Rainer Erlinger

  • Die Gewissensfrage

    Die Gewissensfrage

    »Ich stand neulich an der Supermarktkasse und sah, wie eine muslimische Frau Gummibärchen für ihre Kinder kaufte. Meines Wissens kommen Bestandteile der darin enthaltenen Gelatine vom Schwein, und daher müsste diese Süßigkeit gläubigen Muslimen eigentlich verboten sein. Ich war mir jedoch nicht sicher, ob die Frau wirklich wusste, welche Inhaltsstoffe in den Gummibärchen sind. Hätte ich sie ansprechen und darauf hinweisen dürfen oder sogar sollen, oder wäre das eine zu große Einmischung in fremde Angelegenheiten gewesen?« Lena Z., Bottrop Von Dr. Dr. Rainer Erlinger

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    Die Gewissensfrage

    »Wir haben auf dem Flohmarkt und bei eBay Super-8-Filme gekauft, Urlaubsfilme. Es handelt sich teilweise um sehr intime Aufnahmen, sogar Nacktaufnahmen, wohl nie für das Auge von Fremden bestimmt. Wir würden diese Filme gern im Rahmen eines Theaterabends zeigen. Da wir die Menschen auf den Bildern aber nicht kennen, können wir sie nicht um ihr Einverständnis bitten. Dürfen wir die Filme trotzdem verwenden? Schützt uns die Freiheit der Kunst? Oder geht die Privatsphäre der anderen vor?« THEA SCH., Berlin Von Illustration: Marc Herold

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    Die Gewissensfrage

    »Ich mag große Autos mit viel Platz, besonders SUVs, würde mir aber keinen solchen Wagen kaufen, weil sie zu viel Benzin verbrauchen. Auch als Firmenwagen habe ich mir aus diesem Grund einen Kleinwagen ausgesucht. Nun habe ich eine Kollegin, die mit ihrem Firmen-SUV sehr unzufrieden ist und mir vorschlug, Autos zu tauschen. Da sie sehr viel mehr fährt als ich, würde es mit dem Tausch zu einer geringeren CO2-Belastung der Umwelt kommen. Kann ich daher guten Gewissens auf ihren Vorschlag eingehen, oder setze ich damit ein falsches Zeichen?« Johannes D., Jever Von Dr. Dr. Rainer Erlinger

  • Die Gewissensfrage

    Die Gewissensfrage

    Neulich bekam ich beim Einkaufen an der Kasse ein Paket Kaffee geschenkt, irgendeine neue Sorte. Ich kaufe aber grundsätzlich nur fair gehandelten Kaffee. Nun habe ich Kaffee zu Hause, den ich nur mit schlechtem Gewissen trinken kann, weil ich an die Kaffeepflücker denken muss, die für einen Hungerlohn die Bohnen ernten müssen. Andererseits nützt es ja auch nichts, den Kaffee wegzuwerfen. Hätte ich das Geschenk im Supermarkt nicht annehmen sollen? Marita I., Darmstadt Von Dr. Dr. Rainer Erlinger

  • Die Gewissensfrage

    Die Gewissensfrage

    »Es ist verboten, die Kinder am letzten Tag vor Ferienbeginn vom Unterricht zu befreien. Ein paar Mal waren Flüge zu unserem Urlaubsziel jedoch überhaupt nur zu haben, wenn unsere Kinder den letzten Tag schwänzten. Es geht mir eigentlich gegen den Strich, eine plötzliche Erkrankung vorzutäuschen, und glaubwürdig ist es auch nicht. Dennoch frage ich mich, ob wir verpflichtet sind, sündteure (Flug-)Umwege in Kauf zu nehmen, nur damit die Kinder vier Stunden Unterricht besuchen können, in denen mitSicherheit nichts mehr läuft.« Antonia F., München Von Dr. Dr. Rainer Erlinger

  • Die Gewissensfrage

    Die Gewissensfrage

    »Ich bin seit Kurzem arbeitslos. Da ich weiß, dass sich meine 82-jährige Mutter darüber sehr grämen würde, möchte ich sie in ihren letzten Lebensjahren von dieser schlechten Nachricht verschonen. Kann es als Notlüge durchgehen, wenn ich ihr meine Arbeitslosigkeit verheimliche, oder muss ich ehrlich sein?« Bruno F., Recklinghausen Von Dr. Dr. Rainer Erlinger

  • Die Gewissensfrage

    Die Gewissensfrage

    »Einige Eltern in meinem Bekanntenkreis lassen ihre Kinder nicht oder nur teilweise impfen. Nun müssen Eltern generell selbst wissen, was für ihre Kinder am besten ist, aber ich finde, in diesem Fall ist das anders. Immerhin betrifft die Entscheidung nicht nur die eigenen, sondern auch fremde Kinder, zum Beispiel solche, die noch zu jung für eine Impfung sind. Müsste man sich aus moralischen Gründen nicht für die Impfung entscheiden? Tragen wir als Eltern nicht eine gewisse Verantwortung für alle Kinder in unserer Umgebung?«Greta T., Jena Von Dr. Dr. Rainer Erlinger

  • Die Gewissensfrage

    Die Gewissensfrage

    »Es ist mir unangenehm, Flugblätter oder Werbematerial in der Fußgängerzone aufgedrängt zu bekommen. Einerseits finde ich es unhöflich, das Flugblatt abzulehnen oder die anbietende Person gar zu ignorieren. Andererseits möchte ich, um unnötigen Müll zu vermeiden, keine Flugblätter annehmen, die ich nicht lesen möchte. Gibt es einen Ausweg, der weder die werbende Person beleidigt noch umweltbelastend ist und keine Rechtfertigungen von mir erfordert?« Nina A., Dunedin, Neuseeland Von Dr. Dr. Rainer Erlinger

  • Die Gewissensfrage

    »Ein Freund will umziehen und hat eine Wohnung im Auge. Nun überlegt er, der bisherigen Mieterin, die dem Vermieter einen Nachmieter vorschlagen soll, 100 Euro mehr Abschlag für die Waschmaschine anzubieten, um seine Chancen zu erhöhen. Seine Freundin meint, das sei ungerecht – es würde ärmere Menschen benachteiligen. Wie sehen Sie das?«Margarete S., München Von Dr. Dr. Rainer Erlinger