Jung und scharf

Ingwerlimonade sollte man selbst machen. Ein Barkeeper erklärt, wie das geht - ohne sich dabei die Zunge zu verbrennen.

Ingwer kann alles: Er ist Medizin, Gewürz, Tee – und seit einigen Jahren ist er auch an der Bar unverzichtbar, vor allem in der Ingwerlimonade, die in wieder zu Ehren gekommenen Old-School-Drinks wie Moscow Mule oder Dark 'n' Stormy zum Einsatz kommt. Handelsübliche Ginger Ales und Ginger Beers gelten dabei heute nur noch als zweite Wahl – zu süß und künstlich im Geschmack. Eine Bar, die etwas auf sich hält, braut sich ihre Ingwerlimonade selbst. Und das ist ziemlich einfach:

Ein Kilo Ingwer putzen und in Scheiben schneiden, mit zwei Litern frisch gepresstem Zitronensaft und etwa anderthalb Kilo Zucker in sechs Litern Wasser aufkochen und ein bis zwei Stunden ziehen lassen; dann abseihen und in Flaschen füllen – fertig ist die Grundsubstanz, das schafft auch jeder Minibar-Besitzer.

Im Sommer trinkt man Ingwerlimonade gern pur gegen den Durst. Doch zwei Teile davon mit einem Teil Wodka, Gin oder braunem Rum gemischt und mit Soda aufgegossen, ergeben auch einen fabelhaften Erfrischungsdrink, der einen mitunter glauben lässt, Alkoholkonsum wäre gesundheitsfördernd.

Meistgelesen diese Woche:

Das Problem einer selbst gemachten Limonade ist nur die Dosierung: Abhängig vom Reifegrad verfügt die Ingwerknolle über mehr oder weniger ausgeprägte Schärfe – je jünger, desto schärfer. Dabei hilft es nicht recht, einfach die Zuckermenge zu ändern, denn die Süße hat wenig Einfluss auf den Schärfegrad. Der lässt sich nur mit mehr oder weniger Soda dosieren.

Illustration: Rutu Modan