Ist es radikal, die Städte autofrei zu machen?
Wer wissen möchte, wie eine lebenswerte Stadt aussehen kann, sollte mal wieder in ein Wimmelbuch schauen, findet unsere Kolumnistin. Sie hat auch Ideen, wie Mobilität sich verändern muss, um nicht nur Privilegierten ein gutes Leben zu ermöglichen.

Foto: Paula Winkler
Die Einstiegsfrage dieses Textes ist provokant und macht ein Bild auf, das bei vielen Menschen zunächst eine abwehrende Haltung hervorrufen wird: Zum einen möchten sie ihr Auto gern behalten, sie brauchen es, mögen es. Zum anderen kann es schwierig sein, sich eine Stadt ohne Autos überhaupt vorzustellen. Der gedankliche Sprung von vollen zu freien Straßen ist zu radikal. Gerade weil Straßen das großstädtische Stadtbild prägen, löst die Idee der autofreien Stadt Unsicherheiten aus. Sie wirkt plötzlich unvollständig, blutleer, des pulsierenden