Darf man aufgetaute Speisen wirklich kein zweites Mal einfrieren?

Doch, aber nicht alle, sagt unsere Expertin – und erklärt, worauf man achten sollte.

Illustration: Ryan Gillet

Claudia Sommer ist Diplom-Ökotrophologin und Referentin für Ernährung, Qualitätsmanagement und Außer-Haus-Verpflegung beim Deutschen Tiefkühlinstitut:

»Tiefkühlprodukte ein zweites Mal einzufrieren, kann riskant sein für die Lebensmittelsicherheit. Deswegen muss auf allen Verpackungen industriell hergestellter, tiefgefrorener Lebensmittel der Hinweis stehen: »Nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren«. Das ist in der Verordnung über tiefgefrorene Lebensmittel gesetzlich festgelegt.

Grundsätzlich ist es aber möglich, Speisen ein zweites Mal einzufrieren, vor allem gegarte oder hoch erhitzte. Auch Lebensmittel, die nur aufgetaut werden müssen – wie Brötchen oder Gemüse – können im Prinzip wieder zurück ins Tiefkühlfach. Vorsichtig sein sollte man dagegen bei Hackfleisch, rohem Fleisch, Geflügel und Fisch.

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Ab welchem Zeitpunkt oder welcher Temperatur Lebensmittel – auch aufgetaute – verdorben sind, kann man nicht pauschal sagen. Denn das hängt auch davon ab, wie man sie zubereitet und lagert.

Speisen ein zweites Mal einzufrieren, kann allerdings ihre Konsistenz, ihr Aussehen und ihren Geschmack beeinträchtigen. Bei Tiefkühlprodukten geht es hier um die »Gelinggarantie«: Nur ein Produkt, das nach den Verpackungshinweisen gelagert und zubereitet wurde, hat die optimale Qualität.

Falls man sich entschließt, ein angetautes Lebensmittel wieder ins Tiefkühlfach zu legen, sollte man das möglichst schnell bei tiefen Temperaturen tun. Sofort (Wieder-)Einfrieren ist hygienischer, als ein Lebensmittel länger im Kühlschrank aufzubewahren.

Möchte man ein völlig aufgetautes Lebensmittel wieder tiefgefrieren, sollte man es mit einem Hinweis »Wieder eingefroren am…« beschriften, um den Überblick im Gefrierfach nicht zu verlieren. Beim Wiederauftauen sollte man darauf achten, ob es nicht vielleicht doch schon unangenehm riecht oder ungewöhnlich aussieht. Dann sollte man es natürlich nicht mehr verzehren.«