»Wenn man liebt, sieht man die Welt durch vier Augen«

Ein Gespräch mit der Schauspielerin Johanna Wokalek, bei der man einiges über sie erfährt, aber noch viel mehr über die Liebe: Die Wahl-Pariserin über den Wert von Gründungsmythen für Beziehungen und die ewige Frage: lieber unglücklich lieben oder gar nicht?

    Johanna Wokalek schlägt ein Café mit Blick auf den Jardin du Luxembourg in Paris vor. Sie sagt, von dort ist es nicht weit zum Zug, der zum Flughafen fährt. Johanna Wokalek, deutsche Schauspielerin, bekannt geworden als Päpstin und in der Rolle der Gudrun Ensslin, weiß das, weil sie viel reist, seit sie mit Thomas Hengelbrock liiert ist. Hengelbrock dirigiert ein Orchester in Hamburg und eines in Paris.

    Johanna Wokalek war bis vor Kurzem Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, und in ihrem neuesten Film Freiheit, der am 8. Februar ins Kino kommt, läuft sie durch Berlin, Wien und Bratislava. Aber ihre Basis ist jetzt Paris – weil es die gemeinsame Basis ist. Die Stadt der Liebe, der Liebe wegen.

    Der Liebe wegen führt sie auch das Gespräch mit dem SZ-Magazin. Sie sitzt im Wintergarten des Cafés, der dunkelblaue Mantel passt zu ihren unglaublich dunkelblauen Augen. Im Interview schafft sie es, wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern und doch viel über sich zu sagen. Sie bleibt fast immer beim »man«, auch wenn es darum geht, dass sie erst wirklich weiß, was Angst ist, seit sie Mutter ist. »Wie verletzlich man auf einmal ist«, sagt sie. »Das ist erschütternd. Und dann lernt man, damit umzugehen.« Wokalek und Hengelbrock haben einen fünfjährigen Sohn.

    Aber es soll ja weniger um die verwandtschaftliche Liebe als um die zwischen Beziehungspartnern gehen. Und da sagt Johanna Wokalek erinnerungswürdige Sätze wie: »Wenn man liebt, sieht man die Welt durch vier Augen. Und das ist halt schöner als durch zwei. Man sieht mehr.« Überhaupt hat sie viel Kluges zum Thema zu sagen, über das unglücklich Verliebtsein, über den Wert von Gründungsmythen und über ihre eigenen Ansprüche an die Liebe.

    Auf die Frage, ob sie schon einmal etwas riskiert hat für die Liebe, da lächelt sie versonnen, lässt sich viel Zeit mit der Antwort und sagt ausnahmsweise »Ich«.

    Lesen Sie das ganze Interview jetzt mit SZ Plus:

    "Wenn ich liebe, riskiere ich mich"

    Die Figuren, mit denen die Schauspielerin Johanna Wokalek berühmt geworden ist, suchen die große Liebe - und finden sie manchmal auch. Ein Gespräch über das zwiespältigste aller Gefühle.

    Foto: Stephane Cardinale/Corbis via Getty Images

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