Grüner wird's nicht

Eine Machete, eine Palme und rohe Gewalt – das war lange unverzichtbar, um an den Saft der jungen Kokosnuss zu kommen. Heute ist das einfacher, dank einer wunderbaren Erfindung: dem Asia-Laden.

Wenn ein junger Mann mit Machete uns mit beherztem Schlag eine grüne Kokosnuss köpft, dann sind wir mit ziemlicher Sicherheit an einem tropischen Strand. Sitzt der Schlag, dann passt in die Öffnung gerade ein Strohhalm. Das Kokosnusswasser schmeckt sehr frisch, auch in größter Hitze kühl und leicht süßlich. Wie fast alle Produkte aus der Kokosnuss ist es nicht nur lecker, sondern gleichzeitig gesund für Haut, Haare und vieles mehr. So gesund, dass Kokoswasser seit einiger Zeit auch im Tetrapak zu kaufen ist. Leider ziemlich teuer. Doch es gibt eine günstige Alternative: Viele halbwegs gut sortierte Asienläden führen frische, junge Kokosnüsse. In Folie geschweißt und fertig behauen, zu weißen Zylindern mit kegelförmiger Spitze. Um an das Wasser zu kommen reicht es, ein Loch neben der Spitze zu bohren und einen Strohhalm hineinzustecken. Wer keinen Bohrer hat, kann auch einfach einen dicken Nagel mit einem Kochtopf in die Nuss schlagen. Mit zwei Löchern kann man die Flüssigkeit bequem ausgießen und zum Beispiel mit Rum, Zucker und Limettensaft zu tropischen Cocktails mixen. Doch der wahre Schatz bleibt in der ausgetrunkenen Kokosnuss verborgen: das junge Kokosnussfleisch. Es hat eine ganz spezielle Konsistenz, sehr glatt und zart und gleichzeitig fest. Der Geschmack nach Kokosnuss, aber viel milder. Dieses junge Fuchtfleisch ist perfekt für Gemüse-Salate und Currys oder als Zutat für Fruchtsalat und Müsli.

Um an das Fruchtfleisch zu kommen, gibt es zwei Wege. Entweder die ausgetrunkene Nuss mit roher Gewalt spalten, zum Beispiel mit einem kleinen Beil oder einer Säge. Dann die Krümel mit kaltem Wasser abspülen und das Fruchtfleisch mit einem Esslöffel in Streifen aus der Schale schaben. Oder - eleganter - die noch gefüllte Kokosnuss mit einem großen Messer öffnen: Die Nuss mit der spitzen Seite nach oben aufstellen. Fünf Schnitte um die Mitte herum setzen, so dass sie ein regelmässiges Fünfeck bilden, mit etwa sechs Zentimeter Durchmesser. Sicher und präzise geht das mit einem großen Messer: Einfach den Ansatz der Klinge jeweils leicht schräg auf die Kokosnuss setzen und auf den Messerrücken schlagen. Dafür eignet sich ein kurzer dicker Ast oder ein anderer unempfindlicher schwerer Gegenstand aus Holz. Das Kokosschalenfünfeck abheben, Kokoswasser in einen Becher giessen. Kokosfruchtfleisch mit einem Esslöffel aus der Nuss schaben. Pur probieren, den Rest - falls einer bleibt - weiterverarbeiten.

Kokosnusssalat mit Kichererbsen
Für einen einfachen kleinen Salat das Fruchtfleisch einer Nuss in eine Schüssel geben. Etwa 200 g Bohnen oder Zuckerschoten bissfest kochen, abschrecken, abtropfen. Etwas kleiner schneiden. Ein kleines Glas Kichererbsen mit ca. 200 g Abtropfgewicht öffnen, den Inhalt abgiessen (oder etwa 100 g Linsen kochen). 2 EL Limettensaft mit 4 EL Kokoswasser und 1 EL braunem Zucker verrühren, leicht salzen. Mit wenig Chilipaste oder gehackten Chilischoten und 2-3 EL Fisch- oder Sojasauce abschmecken. Einen Bund Dill und 1-2 Frühlingszwiebeln klein schneiden und mit der Sauce, Kichererbsen, Bohnen und Kokosnuss mischen. So schmeckt der Salat schon sehr gut. Dazu passen aber auch gebratene Shrimps, Hähnchenbrustfilets oder hartgekochte Eier.

(Foto: plainpicture/Marion Backhäuser)