Kürbis, hauchdünn

Aus Kürbissen lassen sich nicht nur schwere Suppen und Currys machen. Die leichte Alternative ist ein Carpaccio. Nur zum richtigen Kürbis muss man greifen.

In den kommenden Monaten wird wieder kaum ein Restaurant darauf verzichten, Kürbissuppe zu kochen. Meist sind sie cremig, oft mit Ingwer und Kürbiskernöl – schmeckt gut, aber um diese mächtigen Suppen wirklich zu genießen sollte es draußen kalt stürmen oder schneien. Für den leichten Genuss im goldenen Herbst ist ein leichtes, knackiges Kürbiscarpaccio viel besser geeignet. Nicht jeder Kürbis schmeckt roh. Gerade der aromatisch-nussige Hokkaidokürbis zum Beispiel enthält viel Stärke. Das ist ideal um eine Suppe zu binden, schmeckt im rohen Kürbis aber unangenehm mehlig. Ganz anders sind Muskatkürbisse, hauchdünn gehobelt schmecken sie nur zart nach Kürbis, dafür aber superknackig und frisch.

Muskatkürbisse werden zehn bis zwanzig Kilo schwer, haben eine feste, stark gerippte Schale und sehen aus wie Fruchtbarkeits-Fetische aus der Vorzeit. Solange man die Frucht nicht anschneidet, hält ein Muskatkürbis Monate – es reicht ihn vor direkter Sonne zu schützen. Trotzdem braucht es mehr als ein Carpaccio und eine Suppe um die Riesenbeere zu verarbeiten. Ich kann mich meist ewig nicht entscheiden, den schönen Kürbis anzuschneiden und dann schaffe ich es nicht alles zu kochen, bevor er beginnt zu gammeln. Deshalb begrüße ich einen neuen Trend: Baby-Muskat-Kürbisse schmecken genauso gut wie ihre großen Verwandten und eignen sich auch für Kleinfamilien.

Kürbiscarpaccio mit Heidelbeeren

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Für 4 Portionen:
500 g Muskatkürbis
2-3 EL Zitronensaft
Salz, Pfeffer
1 TL scharfer Senf
6 EL Rapsöl
125 g Heidelbeeren
1 Handvoll grüne Salatblätter (z.b. Wildkräutersalat oder junger Spinat)

Muskatkürbis schälen und in möglichst dünne lange Scheiben schneiden - am einfachsten geht es mit einem guten Gemüsehobel oder einer Aufschnittmaschine, aber ein Kartoffelschäler tut es auch: Dafür den Kürbis in große fingerdicker Scheiben schneidne und mit dem Schäler immer aussen herum schälen, wie für eine sehr lange Bandnudel. Kürbis mit 1 EL Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzen und ziehen lassen, bis die anderen Zutaten vorbereitet sind.

Restlichen Zitronensaft mit Salz und Pfeffer kräftig würzen, Senf und Rapsöl unterrühren. Heidelbeeren waschen und gut abtropfen lassen. Salat putzen, waschen und trockenschleudern.

Kürbis mit 2 EL Sauce mischen und auf 4 Teller verteilen, Salat mit der restlichen Sauce marinieren und mit den Beeren auf dem Kürbis verteilen.

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