Der flotteste Dreier

Die Kombination aus Roter Bete, Karotten und Kartoffeln ist unschlagbar. Unser Autor hat damit einst Babybrei gekocht (und ihn manchmal selbst gegessen). Heute macht er daraus vegetarische Burritos - mit diesem einfachen Rezept

Rote-Bete-Karotte-Kartoffel, das ist eine Mischung wie Tomate-Mozzarella-Basilikum oder Koriander-Kokosmilch-Fischsauce: eine perfekte Kombination. Für unsere Tochter habe ich daraus Babybrei gekocht, mit Rosmarin, Knoblauch, Salz, Pfeffer, Zitrone und Olivenöl – obwohl das gegen die Regeln des Babybreikochens verstößt (Knoblauch! Kräuter! Pfeffer!). Sie liebte das Ergebnis und wir Erwachsenen mussten uns immer etwas zügeln, um der Kleinen nicht zu viel von ihrem Brei wegzuessen. Die Zeit ist lange vorbei, doch der Brei schmeckt immer noch gut. Heute auch mit Zutaten, die wirklich nicht kindgerecht sind, wie zum Beispiel scharfer Meerrettich und knusprig gebackene Röstzwiebeln. In einer Fisch-Variante der saftigen Burritos würden sich auch ein paar Stücke geräucherter Karpfen oder Räucherforelle sehr gut machen.

Bei allen Wraps und Burritos stellt sich die Frage: Lohnt es sich, die Tortillahüllen selber zu backen, oder sind gekaufte praktischer? Ich mache sie meistens selber, das verlangt schon meine Berufsehre als Koch. Außerdem kann ich den Teig so dünn ausrollen, wie ich will und es sind keine komischen Zusatzstoffe in den Tortillas. Aber weil es eben doch ein kleiner Aufwand ist, gibt es diese schönen und supergesunden Burritos bei uns dann doch viel zu selten. Und das ist schade. Wenn wenig Zeit ist, kann man das Püree aber auch einfach als Brotaufstrich betrachten und mit Röstzwiebeln, Röstbröseln, Rucola und Meerrettich bestreuen. Das ist vielleicht nicht ganz so schick wie frisch gerollt, aber mit einem guten Bauernkrustenbrot wird daraus ein tolles Sandwich.

Rote-Bete-Karotten-Kartoffel-Burritos

Für 4 Portionen
4 Zwiebeln
2 EL (Dinkel-)Mehl
6 EL Olivenöl
je 400 g mehlig kochende Kartoffeln, Karotten und Rote Bete
2 Knoblauchzehen
4 Thymianzweige
Salz, Pfeffer, Muskat

300 ml gute Brühe
1/2 trockene Breze
10 cm frische Meerrettichwurzel oder 5 EL geriebener Meerrettich
1 Handvoll Vogelmiere oder Rucola
4 große oder 8 kleine Weizen-Tortillas

Zwiebeln schälen und in dünne Scheiben schneiden, in einem Sieb mit etwas Mehl bestäuben, überschüssiges Mehl abschütteln. Die Zwiebeln mit 4 EL Olivenöl goldbraun und knusprig backen. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Kartoffeln, Karotten und Rote Beten schälen, 2 cm groß würfeln. Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden, Thymianblättchen abstreifen. Alles zusammen mit dem restlichen Olivenöl 2-3 Minuten mehr dünsten als braten, dabei gleich salzen. Mit Brühe aufgiessen, zudecken und etwa 12 Minuten dünsten. Die Breze grob raspeln, in einer Pfanne ohne Fett goldbraun anrösten. Meerrettich schälen, fein reiben. Vogelmiere oder Rucola waschen, trockenschleudern.

Wraps in zwei schweren heißen Pfannen von beiden Seiten je 1-2 Min. rösten. Das Gemüse mit einer Gabel ein wenig pürieren, mit Muskat und Pfeffer abschmecken. Wraps mit dem Gemüse füllen und mit Meerrettich, Brezenbröseln und Salat bestreuen. Zusammenfalten und heiß genießen.

Tortillas selber machen: 500 g Mehl und 10 g Salz in eine Schüssel geben. Mit 100 g zimmerwarmem Butterschmalz, Schweineschmalz oder Kokosöl und 175 ml warmem Wasser zu einem glatten Teig verkneten. In Klarsichtfolie wickeln und im Kühlschrank 2 Stunden ruhen lassen. Aus dem Teig 8 Kugeln formen und diese jeweils 2 mm dick ausrollen – das ist schon ziemlich dünn. Eine schwere Pfanne erhitzen und nacheinander 8 Tortillas jeweils 2-3 Minuten darin backen, dabei einmal wenden. Tortillas stapeln und in ein Tuch wickeln, damit sie schön biegsam werden. Oder nach und nach direkt aus der Pfanne füllen und servieren.