Salat aus Unkraut

Der Kampf gegen den Giersch ist, wie jeder Gärtner weiß, nicht zu gewinnen. Unser Koch rät daher, sich mit dem Feind zu verbünden.

Unser Garten ist urban, also klein, aber nicht klein genug, als dass ich nicht Stunden, Tage – ach, mein Leben – darin verbringen könnte, um Giersch zu zupfen. Wieviel Spaß dieses Leben macht, hängt sehr davon ab, wie man seine Erfahrungen deutet. Ich würde nicht so weit gehen, Giersch mit den Zitronen des Lebens zu vergleichen, aus denen man bekanntlich Limonade machen soll. Schließlich könnte ich jederzeit entscheiden, das Kraut einfach wuchern zu lassen und statt Giersch zu zupfen, Wolken zu zählen.

Doch der Gedanke an Gierschpesto, Gierschspinat und Gierschsalat beflügelt mich schon ein bisschen, wenn ich diese Hydra des Gartens vorsichtig aus dem Boden ziehe. Giersch gehört zum allerersten Grün im Garten und gerade jetzt, solange die Blätter noch klein und zart sind, schmeckt das leicht herbe Kraut wirklich gut im Salat. Nicht als Hauptzutat, dazu ist es zu intensiv. Außerdem ist Giersch ein wertvolles Heilkraut und das ist zwar toll, aber damit soll man es auch nicht übertreiben (mehr Infos zu Giersch als Heilkraut finden Sie hier). Die erste »Ernte« landete deshalb überwiegend in der Biotonne. Doch während der Stunden im Beet dachte ich über einen Salat nach, einen Salat mit Spargel, Giersch und bunten Kartoffeln.

Auch wenn es Gewächshaus-Spargel schon seit Wochen gibt – Ende April beginnt die traditionelle Spargelzeit, das heißt jetzt sinken die Preise, der Spargel kommt von Feldern ohne Heizung und die Qualität wird immer besser. Wenn Sie blaue oder rote Kartoffeln bekommen, nehmen Sie diese, meist schmecken sie angenehm nussig, das passt perfekt zu Spargel und Giersch. Aber wenn Sie schöne neue Kartoffeln finden, die einfach nur gelb sind, schmeckt der Salat ein bisschen anders, aber genauso gut.

Meistgelesen diese Woche:

Für 4 Personen

  • 750 g weißer Spargel
  • 750 g Kartoffeln, z.B.: Vitelotte, Blauer Schwede, Violetta oder Blaue Anneliese (das müssen nicht unbedingt Salatkartoffeln sein)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 kleine Hände voll Giersch (oder andere Frühlingswildkräuter)
  • 3 EL Walnüsse oder Pekannüsse

Für die Sauce:

  • 4 EL Weißweinessig
  • 3 EL Sojasahne (Bioladen, heißt im Handel auch Soja cuisine o.ä.)
  • 125 ml Rapsöl oder Nussöl
  • Salz, Pfeffer

Waschen, schälen, kochen

Kartoffeln waschen und mit der leicht gequetschten Knoblauchzehe in gesalzenem Wasser kochen. Spargel schälen, zähe Enden abschneiden. Einen passenden Topf mit Wasser zum Kochen bringen, das Wasser kräftig salzen und zuckern, so dass es schwach süß und ganz leicht versalzen schmeckt. Den Spargel darin je nach Dicke 10-12 Minuten gerade nicht mehr bissfest kochen. Spargel aus dem Kochwasser heben und abtropfen lassen. Kartoffel abgiessen, kurz abschrecken und dann sorgfältig pellen.

Unkraut zupfen, Sauce mixen

Giersch waschen, verlesen und trockenschleudern. Nüsse in einer Pfanne mit 1 TL Öl hell rösten, danach sehr grob hacken und leicht salzen. 3 EL Essig, mit 60 g Kartoffel, 4 EL vom Spargelkochwasser und der Sojasahne mixen, nach und nach 100 ml Öl einlaufen lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kartoffeln in schöne Scheiben schneiden – die müssen gar nicht übertrieben dünn sein. Spargel in 5 cm lange Stücke schneiden.

Vorsichtig mischen

Giersch mit 1 EL Essig einer Prise Salz und 1-2 EL Öl anmachen. Spargel und Kartoffeln mit der Sauce locker mischen, alles zusammen anrichten, mit Nüssen bestreuen.

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