Tsaziki aus Zaubergemüse

Als Gurkenersatz verwendet unser Kochkolumnist ein italienisches Gemüse, dessen Name ausgedacht klingt, bei dem es sich aber tatsächlich um eine alte, zu Unrecht in Vergessenheit geratene Züchtung handelt.

Der Name klingt wie ausgedacht im Labor eines Saatgutkonzerns. Doch tatsächlich sind Gurkenmelonen uralte Züchtungen süditalienischer Bauern. Wie bei vielen besonders wohlschmeckenden Gemüsesorten gibt es verschiedene samenfeste Landsorten. Samenfest heißt, man könnte die Früchte ausreifen lassen, die Samen wieder aussäen und es würde die gleiche Sorte nachwachsen. Klingt eigentlich selbstverständlich, doch bei vielen modernen Züchtungen - sogenannten F1-Hybriden - wächst nicht die Elternsorte nach, sondern eine von zwei Großelternsorten. Und das können Lebewesen mit deutlich anderen Eigenschaften sein, ist ja bei menschlichen Großeltern und Enkeln auch so.

Gurkenmelonen gehören zu den Zuckermelonen und die wiederum zu den Gurkengewächsen. Wassermelonen sind zwar wie die Gurkengewächse Teil der Kürbisfamilie, aber in einer eigenen Gattung. Und zwar auf der Ebene der Gurkengewächse, die ebenfalls eine eigene Gattung bilden. Es klingt verwirrend, Gurken und Zuckermelonen sind jedenfalls eng verwandt, kein Wunder das es Sorten gibt, die sich ähneln. In Süditalien, vor allem in Apulien, heißen Gurkenmelonen Meloncelle. Sie werden unreif geerntet und wie Gurken verarbeitet – vielleicht ist das eine gute Idee, wenn wieder einmal eine Zuckermelone aus dem Supermarkt nach wenig schmeckt: Einfach als Gurke betrachten, dann wird aus der langweiligen Melone plötzlich eine tolle Gurke. Meloncelle schmecken fantastisch im Salat. Doch Nils, mein Versuchs-Küchenchef, hat auch einige Melonengurken in die Grillglut geworfen, bei anderen Versuchen im Ofen gegart und daraus jeweils ein tolles, leicht rauchiges Tsaziki gerührt.

Die Saison für Meloncelle läuft seit Mitte April, trotzdem gibt es sie sicher nicht überall auf dem Markt – also den Gemüsehändler bitten welche zu bestellen – oder eine unreife Zuckermelone verwenden.

(Hier oder hier gäbe es Saatgut.)

Nils’ Black Tsaziki

Für 4 Personen

  • 1 kg Gurkenmelonen z.B.: Caroselli oder Meloncelle
  • 500 g griechischer Joghurt (10%)
  • 2 Knollen frischer Knoblauch
  • 4 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer, Kümmel oder Kreuzkümmel

Schwarze Linsen Ofen-Gemüse

  • 150 g (schwarze) Linsen
  • 200 g Karotten
  • 1 Bund Radieschen
  • 1 lila Aubergine
  • 1 Bund junge lila Tropea-Zwiebeln
  • evtl. längliche kleine neue Kartoffeln
  • 1 Zitrone
  • 4 EL Olivenöl

Für das Gurkenmelonen-Tsaziki den Backofen auf 250 Grad Umluft vorheizen. Gurkenmelonen und Knoblauchknollen mit etwas Abstand in eine ofenfeste Form setzen und 45 Min. garen, bis der Knoblauch ganz weich ist. Knoblauch herausnehmen, Meloncelle 45 Min. weitergaren, bis die Gurkenmelonen sehr dunkel und ganz weich sind.

Gurkenmelonen längs halbieren, das Fruchtfleisch herauskratzen, dabei die Kerne entfernen. Knoblauch quer halbieren, die weichen Knoblauchzehen aus den Schalen drücken. Gurkenmelone, Knoblauch und Joghurt mit 4 EL Olivenöl verrühren und mit Salz, Pfeffer und etwas Kümmel würzen. Dazu passt ein schönes Ofengemüse.

Für das Linsen-Ofengemüse Linsen in kaltem Wasser ein paar Stunden lang einweichen (oder auch nicht, dann wird die Garzeit etwas länger). Abgiessen, mit frischem Wasser auf den Herd setzen und nach Packungsanweisung etwa 20 Min. kochen. Fertige Linsen abgiessen. Joghurt auf ein Sieb geben und abtropfen lassen.

Das Gemüse waschen und in dickere Scheiben oder Stücke schneiden, Kartoffeln längs vierteln. Die Zitronenschale fein abreiben, den Saft auspressen. Das Gemüse mit Salz und Pfeffer würzen, in der Zitronensaft und Olivenöl wenden und dann auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen.

Gurkenmelonen aus dem Ofen nehmen, das Gemüseblech auf der mittleren Schiene in den Ofen schieben. Die Temperatur auf 200 Grad reduzieren (Umluft 180 Grad). Im Ofen etwa 45 Minuten garen, dabei zwischendurch ein- oder zweimal vorsichtig wenden. Oder das Gemüse gleichzeitig mit den Gurkenmelonen garen und dafür das Gemüseblech einfach unter das Melonenblech schieben. Fertiges Ofengemüse mit Linsen und restlichem Olivenöl und Zitronensaft mischen.

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