Wachmacher für Kopf und Bauch

Dieser eingelegte Ingwer ist nicht nur gesund - er sorgt auch für den
Frischekick zum Start in das neue Jahr. 

Die Schärfe zieht vom Gaumen direkt ins Gehirn. Das denkt sich vielleicht gerade noch »huiiiii«, dann aber für ein paar Sekunden nicht viel mehr. Zu überraschend ist die intensive, aber fruchtige und aromatische Schärfe des Ingwerstücks. Sobald die Wahrnehmung nach ein paar Sekunden nachlässt, wirkt die Welt neu und frisch aufgeschüttelt. Anders als bei Chilis verschwindet das Schärfegefühl ohne lange nachzubrennen.

Für mich ist so ein Stückchen Ingwer ein sehr guter Auftakt für ein kleines Essen oder für einen Abend auf dem Sofa mit einfachen asiatischen Snacks wie Edamame, japanischen Crackern oder, grob gehackt, auch mit wilden Pfefferblättern. Selbstverständlich passt der Ingwer-Snack auch zu Sushi und Sashimi: Wenn man die Ingwerknollen vor dem Einlegen hauchdünn schneidet, wird daraus tatsächlich ein klassischer Sushi-Ingwer – ein besonders guter.

Das Rezept ist supereinfach, doch es steckt eine kleine Herausforderung darin: Je jünger der Ingwer, desto besser schmecken später die eingelegten Sprossen. Um wirklich zarte Exemplare zu finden, lohnt es sich ein bisschen zu suchen. Die meisten gute Asienläden haben regelmäßig ganz jungen Ingwer, doch bei meinem Rezepttest waren diesmal die Sprossen von einem Bio-Gemüsestand auf dem Markt noch ein bisschen frischer. Das sieht man an den hellgrünen Trieben und vor allem daran, dass auch die zarte Ingwerhaut noch ganz hell ist. Selbst im heimischen Kühlschrank wird diese Haut schon nach wenigen Stunden dunkler und man ahnt schon die ledrige, sandfarbene Oberfläche der ausgewachsenen Ingwerknolle.

Meistgelesen diese Woche:

Wer sich die Suche sparen will, kann in München auch einfach ins Restaurant Mangostin gehen: Besitzer und Küchenchef Joseph Peter begann zu einer Zeit für sein Restaurant frische Zutaten direkt aus Bangkok zu importieren, als es sonst noch nicht einmal asiatische Kräuter in Deutschland zu kaufen gab. Peter ließ mich den Ingwer-Snack probieren und gab mir sein Rezept. Der Ingwer steht nicht auf der Speisekarte, aber irgendwo in Joseph Peters Schatzkammern sind ein paar Gläser davon versteckt – fragen Sie danach!

Junge Ingwer-Snacks

Für 24 Stück (für die halbe Menge alles halbieren)

  • 24 junge Ingwer-Sprossen, ca. einen kleinen Finger dick und
    15 cm (etwa 750 g ergeben geputzt 600-700 g)
  • 600 ml Reisessig
  • 300 g Zucker
  • 12 g (2 TL) Salz
  • 1 Bio-Limette

Den Ingwer ritzen
Lange grüne Triebe auf 2 cm kürzen, den Ingwer waschen. Ingwerfinger der Länge nach im Abstand von 1/2 mm fein einritzen.

Marinieren
Die Limette in dünne Scheiben schneiden, mit dem Ingwer in ein großes Einmachglas schichten. Für die Marinade Reisessig, Zucker und Salz mit 300 ml Wasser aufkochen. Heiß über den Ingwer gießen. Zugedeckt mindestens zwei Tage ziehen lassen. Danach im Kühlschrank aufbewahren, in großen Stücken servieren. (Die Marinade kann man später sehr gut als süßsauren Ingweressig für Salatsaucen verwenden.)

Noch mehr Inspiration gesucht?

Dann besuchen Sie unser Portal »Das Rezept« mit allen Rezepten aus SZ-Magazin und Süddeutscher Zeitung.