Wie die Karnickel

Wildkräuter muss man nicht anbauen, sie wachsen einfach so – und schmecken wie eine Wiese im Frühling. Höchste Zeit, einmal herzhaft ins Gras zu beißen.

Sie wachsen überall, kosten nichts, sind gesund – und schmecken. Und doch fristen sie auf unserem Speiseplan oft ein Schattendasein. Die Rede ist von Wildkräutern. Dabei müssen wir für einige von ihnen nicht einmal zum nächsten Wald fahren, sie wachsen im wahrsten Sinne des Wortes vor unserer Haustür: zum Beispiel Löwenzahn, Vogelmiere oder Giersch.

Oft werden sie als Unkräuter beschimpft, obwohl der Begriff an sich schon unsinnig ist: Es gibt kein Unkraut. Jedes Kraut ist ein Kraut und manchmal wächst es wild, dann ist es eben ein Wildkraut.

Wildkräuter sind perfekte Quelle für frisches Chlorophyll, Vitamine, Mineralien, Bitter- und Gerbstoffe. Sie regen den Stoffwechsel an und stärken das Immunsystem. Also Schere nehmen und raus zum Kräuter sammeln! Natürlich nicht gerade auf einer Hundewiese oder am Rand einer vielbefahrenen Straße.

Im Frühjahr, wenn sie gerade frisch anfangen zu sprießen, schmecken die jungen Triebe am besten. Junge Löwenzahnblätter gibt es während der Saison sogar auch beim Gemüsehändler oder im Bioladen. Die unscheinbare Vogelmiere mit ihren winzigen weißen Blüten bedeckt oft großflächig den Boden. Sie schmeckt nach jungen Maiskolben. Die Blüten kann man mitessen.

Der gerade wiederentdeckte Star unter den Wildkräutern ist der von Gärtnern besonders geschmähte Giersch. Inzwischen landet das Kraut in jedem Frühjahrs-Smoothie und bekam sogar sein eigenes Gedicht verfasst  von Jan Wagner, dem als erster Lyriker der Leipziger Buchpreis verliehen wurde. Pflücken Sie die gefiederten grünen Blätter und Sprossen jung und vor der Blüte. Geschmacklich erinnert Giersch an Petersilie.

Für einen Wildkräutersalat 3-4 Hände voll Löwenzahn, Vogelmiere und Giersch vorsichtig abspülen, trockenschütteln und in kleinere Stücke zupfen. 3 Eier hart kochen, abpellen, vierteln. In einer Pfanne 3 EL Sonnenblumenkerne ohne Öl goldbraun rösten, dabei oft umrühren. Kerne aus der Pfanne nehmen, salzen. 2 Scheiben Weißbrot in Stücke brechen und mit 2 EL Olivenöl und einer leicht angequetschten, aber ungeschälten Knoblauchzehe goldbraun rösten. Dann auf einem Küchenpapier abtropfen lassen. Für die Vinaigrette 2 EL Zitronensaft, 1 TL Zitronen- oder Quittengelee mit Salz und Pfeffer verrühren, 5 EL Olivenöl unterrühren. Salatsauce mit den Kräutern mischen. Salat auf 2 Teller geben und darauf Sonnenblumenkerne, Croutons und Eier verteilen.

Foto: Caro / Muhs

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