Wo die wilden Beeren wohnen

Endlich Heidelbeer-Saison! Kaufen Sie aber bitte keine Kulturbeeren, sondern frische Waldheidelbeeren. Dieses einfache Kuchenrezept holt das Beste aus ihnen heraus.

Wilde Heidelbeeren schmecken am besten, so viel ist schon einmal klar. Leider kenne ich als fußfauler Stadtbewohner keine Sammelplätze in der Umgebung, obwohl es sicher welche gibt: In unseren heimischen Nadelwäldern gedeihen die Beeren nämlich sehr gut. Ich greife also zu, sobald frische, wilde Heidelbeeren auf dem Wochen- oder Bauernmarkt angeboten werden. Allein der Gedanke an Heidelbeersorbet, Cremes mit Heidelbeeren oder sogar ganz normale Frühstücks-Haferflocken mit den blauen Beeren lässt dann keinen anderen Gedanken mehr zu, bis die Beeren in meiner Küche angekommen sind.

Ein Neuzugang in meinem Heidelbeer-Rezept-Repertoire ist dieser Kuchen mit Heidelbeerfüllung. Das Prinzip für die Crème stammt aus dem angelsächsischen Raum, oft werden dort Zitrone, Eier und Butter zu einem »lemon curd« verarbeitet, als Brotaufstrich, oder eben als Kuchenfüllung. Auch mit Heidelbeeren klappt das wunderbar – aber es braucht ein bisschen zusätzliche Säure, deshalb gebe ich auf den Kuchen auch nicht einfach Schlagsahne, sondern leicht säuerliche Crème fraîche und noch mehr frische Beeren.

Alles über die gesundheitlichen Wirkungen der Heidelbeere und über den Unterschied zwischen wilden und Kulturheidelbeeren steht hier.

Heidelbeer-Kuchen
Zutaten für 1 Kuchen (24 cm Durchmesser):

Teig:

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  • 250 g Mehl
  • 50 g Zucker
  • Salz
  • 150 g Butter
  • 2-3 EL kaltes Wasser

Für die Creme:

  • 200 g Heidelbeeren
  • 1/2 Zimtstange
  • 4 cl Aprikosengeist (kann man auch weglassen)
  • 50 g Butter
  • 3 Eier
  • 100 g brauner Zucker
  • 3 EL Zitronensaft

Belag:

  • 200 g Crème fraîche
  • 100 g Sahne
  • 200 g Heidelbeeren

1. Mehl mit Zucker und einer Prise Salz mischen, mit den Fingerspitzen mit 150 g Butter verkrümeln. 2-3 EL Wasser zugeben und zu einem Ball kneten. Im Kühlschrank 30 Minuten ruhen lassen.

2. Backofen auf 200 Grad vorheizen (Umluft 180 Grad). Heidelbeeren, Zimt und Aprikosengeist in einem kleinen Topf mit Deckel bei milder Hitze 10 Min. dünsten, bis die Beeren weich sind. Die weichen Beeren durch ein Sieb in eine Metallschüssel streichen. Die Butter in kleine Würfel schneiden, die Eier aufschlagen und leicht verquirlen. Butter, Eier und Zucker mit den Heidelbeeren verrühren, 3 EL Zitronensaft zugeben und unter ständigem Rühren über einem kochenden Wasserbad erhitzen bis die Heidelbeer-Creme beginnt, sämig zu werden. Vom Herd nehmen, durch ein feines Sieb streichen.

3. Mürbteig auf einer mit Mehl bestäubten Arbeitsfläche 3-4 mm dünn ausrollen. Eine Form buttern, den Teig in die Form legen, überstehende Ränder abschneiden. Backform mit Backpapier auslegen, mit Hülsenfrüchten beschweren und 10 Minuten im Ofen backen. Papier mit den Hülsenfrüchten entfernen, weitere 10 Minuten hellgolden backen. Ofentemperatur auf 160 Grad reduzieren (Umluft 140 Grad).

4. Beerencreme in die Teigkruste füllen, 30 Minuten fertig backen, aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen. Die Sahne steif schlagen, mit Crème fraîche verrühren und auf dem Kuchen verteilen. Restliche Blaubeeren waschen, gut abtropfen lassen und ebenfalls auf dem Kuchen verteilen.

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