aus Heft 19/2008 Gesellschaft/Leben 23 Kommentare
Egotrips ins Elend
Tausende von Jugendlichen gehen jedes Jahr als freiwillige Helfer in Entwicklungsländer. Aber wem nützen sie eigentlich? Am meisten sich selbst.
Von Florian Töpfl
Es gibt Tage, an denen ist im Dorf Preah Rumkel kein Huhn aufzutreiben. Dann wollen die Bauern des Dorfes im Norden Kambodschas, dort, wo der Mekong aus Laos in Wasserfällen über die Grenze stürzt, kein Stück Fleisch verkaufen und die Fischer haben ihren morgendlichen Fang schon unter die Leute gebracht. An solchen Tagen ziehen Sascha Schützenmeister aus Hamburg und seine zwei kambodschanischen Kollegen los, um Frösche zu sammeln. Sie suchen auf den Feldern, am Fluss – und im Badezimmer. »Da ist immer einer«, sagt Sascha.
In Preah Rumkel leben etwa hundert Menschen. Sie wohnen in Häusern aus Brettern und Balken, die sie auf hohe Stelzen bauen. Einen Kaufladen gibt es nicht, dafür drei Motorroller und, in den beiden Stunden nach Sonnenuntergang, Strom. An Festtagen wird der Fernseher der Gemeinde aufgebaut. Zu erreichen ist Preah Rumkel nur mit dem Boot. Zwei Stunden dauert die Fahrt auf dem Mekong ins Provinzzentrum Stung Treng, von dort holpert ein Bus zehn Stunden in die kambodschanische Hauptstadt Phnom Penh.
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Wenn Frösche rösten, strecken sich langsam deren Gliedmaßen. »Kaufen würde ich mir die Dinger nicht«, sagt Sascha – und steckt sich trotzdem einige der zähen Fleischfetzen in den Mund. Der 19-Jährige trägt Flipflops, Jeans und Karohemd. Seine blonden Haare sind artig geschnitten, der Bart kaum ein Flaum, die Schultern schmal, sein Lächeln zurückhaltend, fast schüchtern. Seit sechs Wochen arbeitet der Deutsche als Freiwilliger in einem Umweltprojekt der kambodschanischen Nichtregierungsorganisation (NGO) »Mlup Baitong«.
10 000 Kilometer nordwestlich von Preah Rumkel, in Deutschland, träumen immer mehr Jugendliche davon, eine Zeit lang so zu leben wie Sascha. Raus aus den Kinderzimmern, rein in die Urwälder, hinaus in die Wüsten! Abenteuer bestehen und dabei auch noch Gutes tun. Eine weltweite Stellenbörse für Freiwilligendienste bietet der Arbeitskreis »Lernen und Helfen in Übersee« im Internet: Die Besucherzahlen sind allein im vergangenen Jahr um ein Drittel gestiegen. »Der Kreis derer, die sich entwicklungspolitisch engagieren wollen, ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen«, sagt Holger Illi, Pressesprecher im Bundesentwicklungsministerium.
Die neue Lust am Helfen: Bislang konnten es sich nur die Kinder der Reichsten leisten, die Ärmsten zu unterstützen. Egal ob Anderer Dienst im Ausland, selbst organisiertes Praktikum bei einer NGO oder private Austauschorganisationen – in nahezu jedem Fall mussten die Jungen und Mädchen Tausende von Euro aufbringen für Anreise, Unterkunft und Verpflegung. So kosten achteinhalb Wochen Freiwilligendienst in Kambodscha, beispielsweise bei der Firma Travelworks, derzeit 890 Euro (zuzüglich Flugtickets, Impfungen, Versicherungen und Taschengeld).
»Wir wollten nicht, dass die Möglichkeit, einen Freiwilligendienst zu machen, vom Geldbeutel der Eltern abhängt«, sagt Illi. Das sei einer der Gründe, weshalb sein Ministerium zu Beginn des Jahres den neuen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst »Weltwärts« ins Leben gerufen habe. Bis zu 10 000 junge Freiwillige zwischen 18 und 28 Jahren können künftig kostenfrei in die Länder des Südens entsandt werden. Siebzig Millionen Euro stehen dafür bereit. Damit wird der größte Freiwilligendienst Europas aus dem Boden gestampft.
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11 Uhr 59
die Kritik des Herrn Michael Reiche ist nur in einem Punkt berechtigt, was die Auszahlung des Kindergeldes angeht.
Die Kritik an die Bildredaktion ist ebenfalls verständlich, da der Artikel einen Schwerpunkt hat, der sich mit einer anderen Weltregion als Afrika befasst.
Das einzige Lob an die Bildredaktion, dass ich unterschreiben kann, spreche ich aus, weil sie auf der ersten Seite mit der kolonialen Bilderwelt gebrochen hat: diesmal wurde die weiße Person ohne Kopf dargestellt und somit anonymisiert. Sonst geschieht das nur mit den kränklichen und infantilen afrikanischen Menschen, dass die Bilderwelt der privaten NGOs - vor allem der kirchlichen NGO ist. Als Beipspiel nenne ich miseror. Aber die Fotos passen wirklich nicht.
Die Kommentatoren Hannah Lohmann und Michael Reiche kann ich nicht verstehen. Herr Michael Reiche, ihre Leistungen sind unbedeutend. Wenn Sie behaupten besser qualifiziert zu sein als die lokalen Hauptamtlichen, dann sprechen Sie ein strukturelles Problem eben der Ausbildung der Hauptamtlichen an. Die Lösung ist dann sicherlich nicht, dass Problem damit zu lösen, indem wir mehr Leute wie Sie entsenden, damit Freiwillige die Arbeit von Hauptamtlichen übernehmen (!), sondern das Problem ansprechen, wie die Ausbildung der Hauptamtlichen verbessert werden kann. Das ist die richtige Stossrichtung. Der Hinweis eignet sich nicht dafür, sich als leuchtendes Vorbild darzustellen. Es zeigt nur, wie wenig Sie einen kritischen Blick für die Verhältnisse haben - und verzeihen Sie mir. Sie sind sehr dumm, den Verfasser auf so unflätige Weise anzugreifen. Die Rolle von Freiwilligen liegt sicherlich nicht darin nachhaltige Arbeit zu leisten, sondern mehr in der Verwendung dieser Menschen in der Öffentlichkeitsarbeit und als Spender. Eine kritischere und nüchterne Sicht auf die Dinge könnte auch der Frau Hannah Lohmann nicht schaden.
Jeder Artikel über die deutsche Entwicklungshilfepolitik ist wertvoll, weil es die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit dorthin lenkt. Wenn das dann auf Kosten des guten Rufes der freiwilligen Entwicklungshilfe geschieht, dann ist es mit Rücksicht auf die geringe praktische Bedeutung der Freiwilligenarbeit verkraftbar.
Der Verfasser ist noch sehr nett gewesen. In den Universitäten schlummern wissenschaftliche Arbeiten, die sich sehr kritisch mit dem Eurozentrismus und den rassistischen Wahrnehmungsmuster in der Entwicklungshilfe auseinandersetzen. Es wäre sehr interessant auch einmal die Freiwilligen in der Entwicklungshilfe auf diese geistigen Haltungen zu untersuchen.
Ich finde die empfindlichen Kommentare sehr merkwürdig. Schließlich handelt es sich um die Textsorte Reportage, die die Aufgabe hat eine andere Perspektive aufzuzeigen. Das ist meiner Meinung nach gut gelungen.
Es war gar nicht die Absicht des Verfasseres eine wissenschafltiche Bewertung der Freiwilligenarbeit zu liefern.
Das Argument der Charakterbildung durch die freiwillige Entwicklunghilfe halte ich für zutreffend und dumm zugleich. Es zeigt wie strukturblind man sein kann. Charakterfeste Menschen sind keine Hilfe in der Entwicklungspolitik, da wir es nicht mit einem moralischen Problem sondern mit einem systemischen Problem zu tun haben.
Die Kommentatoren Michael Reiche und Hannah Lohmann sind mit ihren herzhaft dummen Ausfällen kaum geeignet, etwas zur Aufklärung über die komplexe Verflechtungen über den Zustand der sogenannten Entwicklungsländer beizutragen. Ich kann Ihnen nur wünschen, dass sie sich noch entwickeln - und dass sagt ihnen ein Gleichaltriger.
Ich würde mir von der deutschen Presse mehr Veröffentlichungen zu diesem Thema wünschen - vor allem die Bemühungen der "Entwicklungsländer" selber sollten besser ausgeleuchtet werden.
mit freundlichen Grüßen
C. Jung
15 Uhr 53
mein Name ist Florian Töpfl, ich bin der Autor des Textes. In die inhaltliche Diskussion möchte ich mich nicht einmischen, kurz Stellung nehmen möchte ich jedoch zu den Vorwürfen des Freiwilligen Michael Reiche, einem der zwei weiteren jungen Deutschen in Kambodscha (vgl. obigen Kommentar). Dies möchte ich zum einen tun, weil Herr Reiche mich darum gebeten hat, zum anderen, weil Herr Reiche mich persönlich und meine journalistische Arbeit angreift. Zu den Vorwürfen im Einzelnen:
Reiche: „Das von ihm so blumig beschriebene Preah Rumkel hat er jedenfalls nie besucht – die märchenhaften Storys nie erlebt.“
Die geschilderten Ereignisse aus Preah Rumkel sind keinesfalls märchenhaft, sondern entsprechen der Wahrheit. Unwahrheiten sind mir bislang nicht bekannt. Tatsächlich ist die Einstiegsszene aus Preah Rumkel aus mehrstündigen Gesprächen mit dem Freiwilligen und seiner Betreuerin sowie aus der Durchsicht von über Hundert Fotos rekonstruiert. Die Rekonstruktion derartiger Szenen entspricht den journalistischen Standards des deutschen Qualitätsjournalismus - umso mehr, als ich in diesem Falle davon ausgehen konnte, dass die Schilderungen der Wahrheit entsprechen und mein Interview-Partner kein Interesse daran hat, Fakten zu verbergen oder zu verfälschen. Ähnliche Rekonstruktionen finden Sie als Leser beispielsweise in Gerichtsreportagen, in denen der Tathergang aus den Akten rekonstruiert wird, oder in Berichten über Unglücke, die aus mehreren Augenzeugenaussagen rekonstruiert werden. Derartige Rekonstruktionen erhöhen die Leserlichkeit des Textes, bergen jedoch die Gefahr, möglicherweise Gerüchte und Unwahrheiten unhinterfragt als Wahrheit darzustellen. In diesem Fall habe ich mich für diese Form der Darstellung entschieden.
Reiche: „Überhaupt, sein Hintergrundwissen über die örtlichen Verhältnisse, über Land und Leute, ist einzig und allein die Folge dieser Gespräche, wurde höchstens ergänzt durch die harten Fakten des „Lonely Planet“-Reiseführers und schließlich gewürzt mit einem kräftigen Schuss Phantasie. Alles in allem leicht schwachbrüstig für eine unabhängige und objektive Reportage, wie ich finde.“
Diese beleidigende Mutmaßung von Herrn Reiche ist falsch. Ich habe für die Reportage mehr als 200 Artikel aus unserem Archiv gesichtet, mehrere wissenschaftliche Bücher zur Entwicklungspolitik rezipiert und mit mehr als fünfzig Interview-Partnern gesprochen, etwa fünfzehn davon habe ich in Kambodscha persönlich getroffen. Einen Lonely Planet-Reiseführer, der gute Stadtpläne enthält und Orientierung im Alltag gibt, halte ich für kein Indiz für mangelhafte Genauigkeit.
Reiche: „Geärgert habe ich mich vor allem über das ungehörige Maß an Unprofessionalität, Unverfrorenheit und Inkompetenz, mit welchem der Autor hier agiert. Nicht, dass ich die uns, im speziellen Sascha, betreffenden Fakten und Zitate in Frage stelle, gar als Lügen bezeichnen möchte, aber, da die meisten dieser Tatsachen vollkommen aus dem Kontext gerissen sind, spiegeln sie auch nicht die ganze Komplexität und Diversität wieder. Diese vorgegaukelten Halbwahrheiten sind wohl noch schlimmer, weil der „Pauschal-Leser“, der nicht die diversen Zusammenhänge und Hintergründe kennt, jene letztendlich glauben muss!“
Auch diese fast beleidigend formulierte Meinung von Herrn Reiche teile ich nicht. Die Auswahl meiner Beobachtungen ist selbstverständlich provokant subjektiv, doch alle Fakten stimmen, die Zitate sind keine Lügen, sondern wurden den interviewten Gesprächspartnern sogar vorher zugeschickt und von diesen freigegeben.
Reiche: „Folgend weitere Beläge für die Unzulänglichkeit des Artikels: Richtig ist, dass wir 300 US$ im Monat als Taschen- und Verpflegungsgeld erhalten. Falsch dagegen ist, dass wir zusätzlich Kindergeld bekommen. Dieses wurde uns zwar bereits zugesprochen, muss aber als Gesetzesänderung erst noch den Bundesrat passieren. Für uns heißt das: keine Zusatzzahlung vor Juli 08!“
Diese Ungenauigkeit räume ich ein. Ich hatte aus zwei voneinander unabhängigen Quellen erfahren, dass die Freiwilligen Kindergeld erhalten. Ich nehme jedoch an, dass das Kindergeld rückwirkend ausbezahlt wird und sich so die Aussagen meiner Quellen bestätigen.
Reiche: „Und noch etwas dürstet mich zu erwähnen: Die von Herrn Töpfl aufgestellte Beispielgleichung, 1 WW-Freiwilliger = 3 lokale Freiwillige = 6 Lehrer, berücksichtigt leider nicht seine eigene Variable - mit Genugtuung werde ich dies nun nachholen: Wer im „Raffles Hotel le Royal“ einmal übernachtet bezahlt at least 100$ (und das ist wirklich unterste Kategorie). Während seiner vier verbrachten Nächte hat Florian also die Monatsgehälter von 4 kambodschanischen Freiwilligen, 8 Lehrern und 1,5 WW-Freiwilligen verträumt. Weitere Kosten seines Aufenthalts, wie Restaurants, Taxen und Nachtklubs würden auch nicht zu seinem Gunsten ausfallen. Doch - es sei ihm gegönnt!“
Die Stoßrichtung dieser Vorwürfe verstehe ich nicht, da meine Spesen nicht aus Steuergeldern des Entwicklungsetats bezahlt wurden, sondern von der Redaktion des Magazins der Süddeutschen Zeitung vollständig übernommen wurden. Ich sehe darin keinen Verstoß gegen gängige Recherchestandards.
Reiche: „Ebenso ist mir unklar, warum der Autor solch zweifelhafte Methoden anwendet und im „Nobelviertel“ durch die Schlüssellöcher spionierend die bulligen Geländewagen der dort ansässigen NGO´s zählt bzw. was er mit dieser Auflistung beim Leser bezwecken möchte? Welche Assoziation soll die Verknüpfung: Spendengelder von privaten und offiziellen Gebern - NGO´s mit kolonialen Villen und SUV´s, hervorrufen???“
Auch diese Vorwürfe halte ich für beleidigend. Ich habe nicht „spioniert“, die Tore der Villen standen offen. Ich habe schlichtweg beschrieben, was ich sah.
Reiche: „War das alles? Kann ich von einem scheinbar seriösen Blatt, wie dem SZ-Magazin nicht ein Funken mehr Einfallsreichtum und weniger Plumpheit erwarten? Nun frage ich mich ernsthaft, welche Gründe die Redaktion dazu bewogen haben, solch eine offensichtliche Effekthascherei zu initiieren? Dennoch, wenn man sich schon auf das absolut widerwärtige und lächerliche Niveau der Boulevardpresse herunter begibt - händeringend versucht die Leser mit Sentimentalität hervorrufenden Elend und Armut zu fesseln - dann doch bitte wenigstens kleine bunte Bildchen von oben genannten „HIV-positiven Straßenkindern“ - Oder wenigstens das Porträt eines Minenopfers…“
Diese Meinungen von Herrn Reiche teile ich nicht. Ich habe mich sehr über die durch den Artikel angestoßene Diskussion gefreut und kann sowohl die Argumente der Befürworter als auch jene der Kritiker des weltwärts-Programms nachvollziehen.
Mit freundlichen Grüßen,
Florian Töpfl
15 Uhr 33
Du hast mir den Tag gerettet ;-)
Nein wirklich, ich habe mich so über den Artikel aufgeregt (und vor allem die anschließenden Kommentare), du hast ja vielleicht meinen "etwas" längeren Kommentar gelesen.
Ich kann alles was du schriebst 100% nach vollziehen, das wird aber auf ewig Privileg von Leuten bleiben, die im länger im Ausland waren.
Hast du Lust noch ein bisschen mehr über Kambodscha zu erzählen? Würde mich sehr freuen von dir zu hören, Weißnase *haha
hannaloh@lycos.de
PS:
Geröstete Bienen habe ich noch nicht gegessen, aber zählen Sago-Maden? Nicht nur aus Höflichkeit, Interesse trifft's besser!
09 Uhr 47
„Wir können einander verstehen; aber deuten kann jeder nur sich selbst.“
Trotzdem: Recht herzlichen Dank für Ihren Hinweis.
Wenn Wut die Alternative zu Resignation ist, dann wähle ich getrost Ersteres – jeden Tag neu, und immer wieder!
Nachdem Sie nun ihre Meinung zum Artikel und diversen Kommentaren, einschließlich meinem, lehrbuchhaft vorgetragen haben, wäre ich nun doch an ihrer Ansicht zum Thema interessiert. Bisher konnte ich diese Ihren Schilderungen nicht vernehmen.
Dass das Weltwärts-Freiwillligenprogramm nicht nur positive Seiten hat, ist uns schon klar - mehr noch: Wir wissen sehr wohl, dass die Waage zwischen „Ich gebe“ und „Ich nehme“ nicht ausbalanciert ist. Kann sie auch nicht, wie oben schon erwähnt, sind wir hier zum Lernen und erst an zweiter Stelle zum Helfen.
Selbst darüber wurde mit dem Autor abendfüllend diskutiert.
Schade fand ich bloß, dass man „Weltwärts“, wie im Artikel nun oberflächlich geschehen, ausschließlich auf die negativen Seiten reduziert hat. Das ist es nicht! Ich hoffe, dieses hat sich im Laufe der Diskussion gezeigt.
15 Uhr 11
Ich habe die Diskussion bisher mit höchstem Interesse verfolgt und als künftiger weltwärts-Freiwilliger auch "meine Gegenseiten" verstanden.
Man kann sogar sagen, dass mir zumindest die Diskussion zu diesem Artikel weit die Augen geöffnet hat.
Aber bitte: Ich lasse mir nicht sagen, dass ich nach Ghana fahre, um ein besseres Praktikum für den Lebenslauf zu absolvieren, wobei ich mich natürlich freue, eine fremde Kultur kennen lernen zu dürfen!
Ursprünglich hatte ich auf jeden Fall die junge, idealistische Idee, zu helfen. Ist das falsch?
Ich bedaure, dass so viele uns nciht unseren guten Willen glauben.
Doch bin ich durchaus überzeugt, dass die langfristigen Folgen eines solchen (polemisiert:) "Praktikums" durchaus - auch in der Rechnung - entwicklungshelfend sind.
Viele der Freiwilligen, die ich kennengelernt habe, haben sich auch vorher schon sozial in der Kirche, dem Sportverein, Jugendhäusern, ... engagiert und dabei durchaus etwas bewirkt.
Es ist wohl schwer anzunehmen, dass ein Freiwilliger nach seiner Rückehr sich weiterhin engagiert, wahrscheinlich auch zu Gunsten ärmerer Länder und mit den Kenntnissen die er dann besitzt auch beurteilen kann, wo und wie Hilfe sinnvoll ist.
Und man weiß es nicht, vielleicht geht der eine oder andere nach seiner Ausbildung oder seinem Studium, evtl. sogar schon mit Beruferfahrung, wieder in die 3. Welt um zu helfen?
Man könnte es also ein Praktikum als Entwicklungshelfer nennen, ist die Erziehung dahin denn nicht fördernswert?
Wie es sich herauskristallisiert, scheint auch genau das die Absicht des Entwicklungsministeriums zu sein.
Und auch von der Warte derer aus, die verständlicherweise ihr Geld in effektive Entwicklungshilfe investiert sehen wollen, dürfte das wünschenswert sein.
Denn in der Rechnung kommt langfristig "mehr" Hilfe dabei heraus.
Vielen Dank für ihre Unterstützung künftiger protentieller Entwicklungshelfer,
Sebastian Theiß
10 Uhr 51
erlauben Sie mir folgenden Kommentar zu Ihrem Pamphlet: Im Gegensatz zu Ihnen wird Herr Töpfl nicht mit Steuergeldern finanziert, oder hängt das sz-magazin neuerdings am Tropf des Entwicklungshilfeministeriums?
Dass Sie mit Ihrem Kommentar vor allem eine Studie Ihrer eigenen Persönlichkeit skizzieren, dürfte Ihnen beim Schreiben hoffentlich bewusst gewesen sein. Ich bin sehr froh, dass der Artikel das Agieren von wütenden jungen Menschen wie Ihnen als "deutsche Vertretung im Ausland" (Ihr Selbstbewusstsein in Ehren) in Frage stellt. Das ist und bleibt - wie auch diese Diskussion treffend reflektiert - sein größtes Verdienst.
Ihnen noch eine gute Zeit beim Entdecken der Urwälder, wir als Steuerzahler gönnen es Ihnen gerne,
LvH
06 Uhr 47
Zu mir:
Ich bin 23 Jahre alt, habe nach dem Abitur meinen Zivildienst abgeleistet und anschließend eine Ausbildung beendet - passe also so gar nicht in den bereits vorgezeichneten Prototypen des Freiwilligen: „jugendlicher und unqualifizierter Weltenretter der gerade die Schule beendet hat“.
Das Projekt, welches ich nun seit knapp drei Monaten, im Rahmen des Weltwärts-Freiwilligendienstes, unterstütze, ist eine Kooperation der Welthungerhilfe mit Save Cambodia´s Wildlife. Ist ebenso im Bereich „Umweltschutz“ angesiedelt.
Bevor ich nun aber etwas zum Thema sagen möchte, zuvor eine kurze Schilderung der Ereignisse, wie es sich zugetragen hat, als der Autor Florian Töpfl, zwecks Recherchen, vom 8.-12. April Kambodscha besuchte.
Am Dienstagabend in Phnom Penh gelandet und aus dem Flugzeug gestiegen, waren die folgenden beiden Tage uns Freiwilligen vorbehalten. In unterschiedlicher Zusammensetzung wurde, neben zahlreichen und zwanglos geführten Gesprächen in Bars, Restaurants und Nachtklubs, auch ein Tagesausflug in den Süden des Landes organisiert. In den verbliebenen anderthalb Tagen sind wohl die restlichen Skizzen und Interviews mit Kaknika und Minko entstanden. Das von ihm so blumig beschriebene Preah Rumkel hat er jedenfalls nie besucht – die märchenhaften Storys nie erlebt.
Überhaupt, sein Hintergrundwissen über die örtlichen Verhältnisse, über Land und Leute, ist einzig und allein die Folge dieser Gespräche, wurde höchstens ergänzt durch die harten Fakten des „Lonely Planet“-Reiseführers und schließlich gewürzt mit einem kräftigen Schuss Phantasie.
Alles in allem leicht schwachbrüstig für eine unabhängige und objektive Reportage, wie ich finde. Es bleibt zu hoffen, dass seine Kenntnisse zum eigentlichen Thema „Freiwilligendienste und Entwicklungspolitik“ fundierter sind, seine Recherchen tiefgründiger waren.
Geärgert habe ich mich vor allem über das ungehörige Maß an Unprofessionalität, Unverfrorenheit und Inkompetenz, mit welchem der Autor hier agiert. Nicht, dass ich die uns, im speziellen Sascha, betreffenden Fakten und Zitate in Frage stelle, gar als Lügen bezeichnen möchte, aber, da die meisten dieser Tatsachen vollkommen aus dem Kontext gerissen sind, spiegeln sie auch nicht die ganze Komplexität und Diversität wieder. Diese vorgegaukelten Halbwahrheiten sind wohl noch schlimmer, weil der „Pauschal-Leser“, der nicht die diversen Zusammenhänge und Hintergründe kennt, jene letztendlich glauben muss!
Dass das erwähnte Dschungel-Dorf, Preah Rumkel, mit seiner ewig hungernden und deshalb fröscheverzehrenden Bevölkerung eine schamlose Überzeichnung ist, ist wohl jedem klar, muss hier genauso wenig entkräftet werden, wie die Tatsache, dass Sascha vor ort nicht nur Reisschnaps trinkt und Hühner schlachtet.
Folgend weitere Beläge für die Unzulänglichkeit des Artikels:
Richtig ist, dass wir 300 US$ im Monat als Taschen- und Verpflegungsgeld erhalten.
Falsch dagegen ist, dass wir zusätzlich Kindergeld bekommen.
Dieses wurde uns zwar bereits zugesprochen, muss aber als Gesetzesänderung erst noch den Bundesrat passieren. Für uns heißt das: keine Zusatzzahlung vor Juli 08!
Trotzdem, beschweren kann ich mich nicht! Im Gegenteil uns ist wohl bewusst, dass wir mit unseren 10$ pro Tag weit mehr bekommen, als der durschnittliche Kambodschaner, doch sollte man auch berücksichtigen, dass man in der so genannten Dritten Welt, speziell in Phnom Penh, längst nicht mehr so billig leben kann, wie man immer meint.
Und noch etwas dürstet mich zu erwähnen:
Die von Herrn Töpfl aufgestellte Beispielgleichung, 1 WW-Freiwilliger = 3 lokale Freiwillige = 6 Lehrer, berücksichtigt leider nicht seine eigene Variable - mit Genugtuung werde ich dies nun nachholen: Wer im „Raffles Hotel le Royal“ einmal übernachtet bezahlt at least 100$ (und das ist wirklich unterste Kategorie). Während seiner vier verbrachten Nächte hat Florian also die Monatsgehälter von 4 kambodschanischen Freiwilligen, 8 Lehrern und 1,5 WW-Freiwilligen verträumt. Weitere Kosten seines Aufenthalts, wie Restaurants, Taxen und Nachtklubs würden auch nicht zu seinem Gunsten ausfallen. Doch - es sei ihm gegönnt!
Ebenso ist mir unklar, warum der Autor solch zweifelhafte Methoden anwendet und im „Nobelviertel“ durch die Schlüssellöcher spionierend die bulligen Geländewagen der dort ansässigen NGO´s zählt bzw. was er mit dieser Auflistung beim Leser bezwecken möchte? Welche Assoziation soll die Verknüpfung: Spendengelder von privaten und offiziellen Gebern - NGO´s mit kolonialen Villen und SUV´s, hervorrufen???
Ich habe während meiner Zeit hier gelernt, dass, das öffentliche Auftreten oftmals die Akzeptanz und Glaubwürdigkeit beim Gegenüber bestimmt - nicht umsonst fährt hier ein jeder, der kann und etwas auf sich hält, einen Landcruiser oder Lexus. Auch eine NGO ist diesen ungeschriebenen Gesetzen unterworfen, die in abgeschwächter Form wohl auch in Deutschland gelten - oder würden Sie ihren Zahnarzt noch ernst nehmen, wenn er zukünftig seinen weißen Kittel gegen einen Blaumann tauscht?
Weiterhin haben viele dieser Organisationen ihre Projektgebiete nicht nur auf das Zentrum Phnom Penh´s begrenzt, sondern sind vor allem in den abgelegenen Gebieten Kambodschas aktiv. Diese sind allerdings oft nur über eine Zufahrtsstraße, meist als Asche- und Schlammpiste ausgebildet, erreichbar, kommt dann noch das Wasser der Regenzeit hinzu, werden einige dieser Wege unpassierbar, ganze Dörfer sind dann von der Umwelt abgetrennt. Überhaupt ist die hiesige Infrastruktur in einem miserablen Zustand, da sind Fahrrad oder Ochsenkarren, wie Florian sie wohl gern gesehen hätte, einfach unangebrachte Fortbewegungsmittel. Geländewagen sind hier also Arbeitsgeräte und teilweise zwingend notwendig.
Und ja, man stelle sich vor: Die oben erwähnte MAG (Humanitarian Mine Action), hat sogar schwere Bagger und Minenfeld-Räum-Fahrzeuge!
Schlussendlich noch eine Bemerkung die Auswahl der Fotos betreffend – richtet sich jedoch in erster Linie an die Redaktion als an den Autor, da er für diese Auswahl freilich recht wenig kann.
Merkwürdig ist, dass der Artikel hauptsächlich über Kambodscha berichtet - zu sehen sind jedoch ausschließlich afrikanische Kinder!
War das alles? Kann ich von einem scheinbar seriösen Blatt, wie dem SZ-Magazin nicht ein Funken mehr Einfallsreichtum und weniger Plumpheit erwarten? Nun frage ich mich ernsthaft, welche Gründe die Redaktion dazu bewogen haben, solch eine offensichtliche Effekthascherei zu initiieren?
Dennoch, wenn man sich schon auf das absolut widerwärtige und lächerliche Niveau der Boulevardpresse herunter begibt - händeringend versucht die Leser mit Sentimentalität hervorrufenden Elend und Armut zu fesseln - dann doch bitte wenigstens kleine bunte Bildchen von oben genannten „HIV-positiven Straßenkindern“ - Oder wenigstens das Porträt eines Minenopfers…
Was mich nun eigentlich bewegt:
Zwei Wochen ist es etwa her als, nach der Verteilung aller Lebensmittel in Dey Krahom, noch etwas Zeit blieb und Sopheap, mein Advisor, spontan eine Fahrt zum nahe gelegenen Bergpass mit Aussichtspunkt anregte. Eine halbe Stunde später, immer die Aschenpiste bergauf, waren wir schließlich angekommen und was sich dort vor mir erstreckte war schon großartig anzuschauen:
Der Talblick - ein ganzes Meer voll Urwald!
So etwas hab ich in meinem Leben noch nicht gesehen. Nach einigen Momenten höchster Zufriedenheit, dann aber schließlich doch tiefste Bestürzung - spätestens in 20 Jahren wird die Hälfte dieses Einods nicht mehr existieren! Nicht in dieser Form!
So habe ich zum ersten Mal in meinem Leben erfahren was es bedeutet: „Vernichtung des Regenwaldes“ - „illegaler Holzeinschlag“. Was vorher nur hohle Phrasen waren, die keine innerliche Anteilnahme zuließen, war auf einmal derart gegenwärtig und nicht mehr zu leugnen. Die Sichtweise ändert sich sofort, wenn man selber betroffen und involviert ist.
Aus diesem Zusammenhang heraus frage ich: Wie kann ein 18-jähriger Heranwachsender für die mannigfaltigen zukünftigen Probleme, einer globalisierten und immer enger zusammenrückenden Welt, sensibilisiert werden? Und, da es auch eine Frage der Erziehung ist, wer kann diese Aufgabe übernehmen?
Zwei gesellschaftliche Institutionen kämen meines Erachtens dafür in Frage. Erstens, das Schulsystems; zweitens, die Medienkultur. Nach 13-jährigen Schulbesuch und tagtäglichen Kontakt und Umgang mit Letzterem, spreche ich beiden diese Kompetenz ab.
Wenn also jene Zusammenhänge momentan - aus welchen Gründen auch immer - nicht über Dritte vermittelt werden können, scheint es dann nicht die beste Option zu sein, Aufklärung und Bildung, über das Mittel der Selbsterfahrung zu lehren?
Bleibt noch die Frage zu klären, warum dieses neue Freiwilligenprogramm aus dem Topf der Entwicklungshilfe und nicht vom Bildungsetat finanziert wird – Ich sage: Ohne Bildung keine Entwicklungspolitik, denn auch diese muss sich erst entwickeln!
Und noch etwas möchte ich zur Diskussion beitragen - auch wenn es vielleicht nicht jedem gefällt:
„ICH BIN DEUTSCHLAND!“
Will sagen, dass wenn ich innerhalb meines Projektes die betroffenen und wirklich abgelegenen Provinzen (Kardamon-Berge) besichtige, ich oftmals die einzige Langnase weit und breit bin; somit nicht nur Repräsentant Deutschlands, sondern auch Stellvertreter der ganzen entwickelten westlichen Welt!
Und vielleicht ist es dann manchmal schon ausreichend, wenn die Menschen hier fühlen, dass es „hinter den sieben Bergen“ auch ganz normale Heranwachsende gibt, die sich für Sie - ihr Land, ihre Kultur und ihre bewegte Geschichte interessieren; nicht nur Touristen sind, die einzig wegen Sex, Angkor Wat und Khmer Rouge nach Kambodscha kommen.
Oder, welcher Grund fällt ihnen ein dieses Land zu besuchen???
Phnom Penh, den 23/05/2008
Michael Reiche
12 Uhr 11
Schön polarisierender und polemischer Artikel - so etwas ist immer wieder wichtig.
Die Realität ist denke ich tatsächlich etwas differenzierter als es hier dargestellt wird.
Ist es wirklich so verwerflich sich selbst weiterzubilden? Was notwendig ist, ist natürlich die Selbstreflexion über die eigene Rolle und Funktion und das Bewusstsein, dass man eigentlich auf einem Egotrip ist.
Kann man wirklich immer pauschal behaupten die jungen Hüpfer leben nur ihren verkappten Helfer-Komplex und sozialen Geltungsdrang aus, bzw. arbeiten rein an ihrer Karriereleiter?
Und "nur" weil sich jetzt einige über diesen Artikel aufregen, ist das noch lange keine Bestätigung für den Inhalt des Artikels - das wäre eine Milchmädchenrechnung.
Außerdem ist diese Problematik doch nicht neu? Entwicklungszusammenarbeit steht immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik, und das dient dazu sie weiter zu entwickeln.
Ich sehe das Problem eher darin, dass ein Phänomen, das meiner Ansicht nach viel Potenzial birgt (interkultureller Austausch, Schneeballeffekt durch Globales Lernen bei Rückkehr nach Deutschland, Bewusstseinserweiterung und damit auch veränderte Lebenseinstellung etc.) zu einem stellenweise unreflektierten Massenphänomen verkommen kann - aber nicht automatisch immer verkommt.
Ganz ehrlich - ich halte nicht viel vom beispielsweise dem DED. Aber es gibt andere Organisationen, die von vornherein den Schwerpunkt auf die Weiterbildung und den Rückkopplungseffekt in Deutschland legen.
Hinterfragen muss man natürlich schon jedes Projekt, jede Reise (sei es Backpacking oder Pauschalreisen oder möglicher Projekttourismus) aber deswegen das Kind mit dem Bade auszuschütten ist schon etwas übertrieben.
Gleichzeitig ist es richtig, dass mehr darüber nachgedacht werden soll, wie das "Privileg des Reisens und Lernens" auch anders herum eingesetzt werden kann - aber meine Erfahrung ist, dass man das bereits tut.
Also mein Fazit: Guter Artikel, gibt viel Stoff für Diskussionen aber etwas selbstgerecht ist er natürlich auch, und er ist keine Spiegelung der vielschichtigen Realität.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit - Servus.
10 Uhr 34
Dennoch halten wir es zunächst einmal für begrüßenswert, wenn junge Menschen einen Teil ihrer Zeit in einem sozialen Projekt verbringen möchten und Interesse daran haben, einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Dass sie dabei ein anderes Land kennen lernen können, interessante Erfahrungen machen, Abenteuer erleben und eventuell auch eine Fremdsprache erlernen, sollte ihnen nicht zum Vorwurf gemacht werden. Wichtig ist die Einstellung der jungen Menschen zu ihrer Aufgabe: „Go to learn and not to teach!“ ist dabei eine der wichtigsten Voraussetzungen.
Hier kommen meiner Ansicht nach die Entsendeorganisationen ins Spiel: unsere Aufgabe ist es, die Freiwilligen auf ihre Zeit im Ausland und ihre Aufgaben vor Ort bestmöglich vorzubereiten. Sie müssen erkennen, dass ein Freiwilligendienst nicht mit einem Entwicklungsdienst gleichzusetzen ist.
Außerdem sind wir mit der verantwortungsvollen Aufgabe der Auswahl der Teilnehmer am Freiwilligendienst betraut. Nur durch eine gute persönliche Auswahl nach bisherigem Engagement, sonstigen Fähigkeiten und Erfahrungen und Sprachkenntnissen kann gewährleistet werden, dass die Motivation die Richtige ist und auch die Projekte einen Nutzen aus den entsendeten Freiwilligen ziehen können. Intensiver Kontakt und ein ständiger Austausch zwischen Entsendeorganisation, Aufnahmeorganisation, den Freiwilligen und den Projekten ist wichtig, damit sichergestellt werden kann, dass ein Freiwilligendienst NICHT zu einem Egotrip ins Elend wird.
Martina Luis, Programm Managerin Freiwilligendienste, Experiment e.V.
21 Uhr 41
Die eigentliche Hilfe erfolgt aber hoffentlich später. Die Hoffnung sollte sein, dass Verständnis und Empathie der jungen Menschen und eventuell späteren Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft für Armut erhöht wird. Das lebensnahe Erfahren von Elend und Armut und den Problemen von Armen Menschen könnte dazu beitragen, dass für diese Menschen das Verständnis der Problematiken, die Empathie und das Mitgefühl mit diesen Menschen, die man sonst nicht trifft und zukünftig die Bereitschaft und der Wille zum „Helfen“ steigt.
Wenn das gelingt, dann ist es auch egal, dass die Reise an sich möglicherweise keine große Hilfe war.