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aus Heft 19/2008 Sport

"Wer sein Gesicht sah, bekam Angst"

Weitere große Gegner erinnern sich an denkwürdige Begegnungen mit Oliver Kahn.

 


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Frank Rost

"Es war natürlich besonders schön, gegen einen so ehrgeizigen Torhüterkollegen zu treffen. Aber ich schätze Olli sehr. Vielleicht treffen wir uns bald auf dem Golfplatz wieder. Er spielt sehr gut und wird in Zukunft noch viel mehr Zeit für Golf haben als jetzt schon, ich kann ja bei ihm mal eine Unterrichtsstunde nehmen. Und dann biete ich ihm irgendwann die Gelegenheit zur Revanche."

(Frank Rost, war 1999 Torhüter von Werder Bremen, trat im Elfmeterschießen des DFB-Pokal-Finales gegen Oliver Kahn an und traf. Es war das Tor zum Titel.)
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Morten Olsen
"An das Tor kann ich mich kaum erinnern, ist ja schon lang her. Habe ich in meiner Karriere überhaupt mal ein Tor gemacht? Aber ja, stimmt, jetzt habe ich es: Ich habe damals 20 Meter vor dem Tor den Ball erobert und gleich geschossen. Es war ein schönes Tor – und natürlich unhaltbar. Am Ende stand es 4:0."

(Morten Olsen spielte 1987 für den 1.FC Köln und schoss Oliver Kahns erstes Gegentor in der Bundesliga.)


Roland Stein
"Wir haben einen Konter gefahren, dann kam eine Flanke von rechts außen. Ich habe eigentlich linke Außenbahn gespielt. Da hatte ich mich aber in den Strafraum verirrt, stand genau richtig und habe meinen Kopf hingehalten. Der Oli Kahn hatte da keine Chance, das muss man ganz ehrlich sagen. Das war
einfach zu gut gespielt von uns. Als das Spiel vorbei war, sind die ruckzuck in die Dusche und weg. Dabei wollten wir noch Trikots tauschen. Ich bin Oli Kahn also eigentlich nur einmal in meinem Leben begegnet, aber da habe ich ihm ein Tor reingemacht."

(Roland Stein schoss in der ersten Runde des DFB-Pokals 1994 das Tor zum sensationellen 1:0 des Viertligisten TSV Vestenbergsgreuth gegen den FC Bayern. Es war Kahns erstes Pflichtspiel für die Münchner.)

Herbert Fandel
"Auf dem Platz ist Herr Kahn sehr introvertiert, so dass man als Schiedsrichter kaum eine Verbindung zu ihm bekommt. In meiner Karriere gibt es kaum verbale Berührungspunkte mit Herrn Kahn, und ich hatte wirklich schon unzählige Spiele mit ihm. Er ist sehr konzentriert auf seinen Job, man sieht das an seinem Blick, er wirkt sehr ruhig und in sich gekehrt, aber ebenso kann er emotional und aufbrausend sein ? genau so bin ich auch. Deshalb kann ich ihn verstehen. Es gab aber schon die eine oder andere Situation, wo er hart an der Grenze des Möglichen agiert hat. Im Spiel gegen Schalke 2007 (Kahn riss Sören Larsen um, Anm. d. Red.) war das für mich so ein Grenzbereich, rot wäre da schon möglich gewesen, aber eben auch gelb, und deshalb habe ich die kleinere Strafe gewählt.“

(Herbert Fandel, 44, Fifa-Schiedsrichter)

Hugo Gatti
"Sein Gesicht! Wer er sah, bekam Angst. Das Lächerlichste, was der Fußball je verbrach, war Oliver Kahn zum besten Spieler der WM 2002 zu wählen. Sobald er den Fünf-Meter-Raum verließ, brach er sich doch jedesmal das Genick. Er war nur auf der Torlinie stark, an den Torpfosten war er angekettet, angekettet wie ein Hund. Dass er jetzt zurücktritt, dazu fällt mir nur ein: Er hätte es schon vor Jahren tun sollen."

(Hugo Gatti, argentinischer Nationaltorwart von 1967 bis 1977, Kolumnist für mehrere spanische Zeitungen)

Rafael van der Vaart
"Oliver Kahn hat nicht nur für den FC Bayern, sondern für den deutschen Fußball sehr viel bewegt. Er ist ein überragender Torwart, den man nur ganz schwer überwinden konnte. Es war immer ein besonderer Anreiz, gegen Oliver zu spielen. Für seine Zukunft wünsche ich ihm alles Gute."

(Rafael van der Vaart, Spielmacher des HSV, niederländischer
Nationalspieler)


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