Olympia-Stilkritik 2008 | Mode | 21. August 2008 | Online exklusiv

Das Wasserball-Höschen

Nicht einmal die Beachvolleyball-Frauen sind so leicht bekleidet wie die Wasserballer. Aber ist das sexy?
Von Marc Baumann  Foto: dpa


Männer in knappen Höschen, die sich in der Öffentlichkeit zärtlich küssen, haben in Serbien für gewöhnlich einen schweren Stand. Man denke an die verprügelten Besucher des "Christopher Street Day" in Belgrad vor einigen Jahren. Den freizügigen jungen Männern auf dem Foto hingegen ist die Anerkennung in der Heimat gewiss: die serbischen Wasserballer haben es ins heutige Halbfinale gegen die USA geschafft. Sportlich läuft es also, modisch gibt es noch Diskussionsbedarf: Die blau-weiß-roten Längsstreifen in der unteren Höschenhälfte lassen die ohnehin knappe Bekleidung noch spärlicher erscheinen. Halsabwärts tragen die Wasserballer sogar weniger Textil als die viel beachteten Beachvolleyball-Damen. Durch ihre lustige Kopfbedeckung verlieren sie aber den Großteil ihrer erotischen Ausstrahlung. Ohnehin erscheinen Wasserballer etwas eigenwillig: Die kroatische Mannschaft trat zum Turnier vollständig mit Schnauzbart an. Und die Deutschen brachten im Olympischen Dorf ein Plakat mit der Aufschrift "Wir mögen pralle Bälle und feuchte Becken"an. Darüber konnte nur das ZDF lachen, dort nennt man die Wasserballer seitdem "Hochleistungs-Spaßvögel". Noch so ein Witz.

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