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aus Heft 45/2008 Musik

"Nervosität ist nicht Teil meines Gemüts"

Tobias Haberl 

Kit Armstrong hat eine Sinfonie geschrieben, ist in der Carnegie Hall in New York aufgetreten und mit Alfred Brendel, 78, befreundet. Das Besondere: Er ist erst 16 Jahre alt. Experten sind sicher: Der Junge ist nicht nur ein Wunderkind, er wird auch der größte Pianist des 21. Jahrhunderts. Hier können Sie das gesamte Interview mit Kit Armstrong lesen.

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SZ-Magazin
: Ihre Mutter meinte, Sie sprehen nicht so viel. Geben Sie nicht gern Interviews?
Kit Armstrong:
Das hängt von den Fragen ab. Wenn die mich interessieren, gebe ich gern Interviews.

Lang Lang kam über die "Hungarian Rhapsody" von "Tom & Jerry" zum Klavierspiel. Gab es bei Ihnen auch eine Art Schlüsselerlebnis?
Nein, ich fing ja erst mit dem Komponieren an. Und dann zeigte mir meine Mutter unser Klavier. Und ich habe es nie nicht gemocht.
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Wann haben Sie denn mit dem Komponieren begonnen?
1997. Ich war damals 5 Jahre alt.

Wie komponiert man als Fünfjähriger? Indem man Noten niederschreibt oder mit dem Computer?
Beides ist möglich.

Können Sie das bitte genauer erklären? Irgendwie muss die Musik ja in Sie hineinkommen.
Ja, ich stelle mir die Musik vor, ich imaginiere sie.

Also setzen Sie sich hin und sagen sich: Jetzt will ich komponieren. Oder passiert es Ihnen, wenn Sie im Bett liegen oder durch die Straßen laufen?
Um zu komponieren hilft es für gewöhnlich, komponieren zu wollen.

Es kommt also nicht einfach zu Ihnen?
Nein, ich muss mich schon hinsetzen, aber sobald ich darüber nachdenke, kommt sie zu mir.

Wann haben Sie mit dem Klavierspielen angefangen?
Ein paar Monate, nachdem ich mit dem Komponieren begonnen hatte.

Wann haben Sie bemerkt, dass Sie außergewöhnlich talentiert sind, mehr als die meisten anderen?
Ich habe es nicht bemerkt. Denn darauf habe ich nie geachtet, darum geht es mir nicht.

Aber Sie müssen doch merken, dass Sie ein Ausnahmetalent sind.
Zumindest behaupten das die Leute um mich herum.

Und Sie denken nicht darüber nach?
Nein.

Worüber denken Sie denn nach?
Wenn ich komponieren, denke ich über meine Kompositionen nach.

Und wenn Sie nicht komponieren?
Denke ich nicht über meine Kompositionen nach.

Sondern?
Darüber, was ich gerade mache.

Sie sind auch sehr an Mathematik, Physik und Chemie interessiert. Haben Sie noch andere Leidenschaften?

Ich habe viele Interessen.

Welche denn zum Beispiel?
Ich liebe es, Konzepte zu entwerfen. Ich mag es auch sehr gern, Dinge zu entwerfen. Zum Beispiel Origami.

Lesen Sie?
Manchmal lese ich auch.

Eher Romane oder wissenschaftliche Bücher?
Meistens lese ich Bücher, die auf Fakten beruhen.

Was im Moment?
Zwei von Professor Pinker. Eines über Evolutionspsychologie, das andere über Spracherwerb.

Wie haben Sie gemerkt, dass Sie an Naturwissenschaften interessiert sind?

Ich interessiere mich für Dinge, die Nachdenken erfordern.

Und hängen Ihre beiden Leidenschaften, Musik und Naturwissenschaften zusammen?
Ja, die beiden Sachen haben miteinander zu tun. In der Musik hat alles hat eine Basis, die man erklären kann. In den Naturwissenschaften ist es auch so.
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