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aus Heft 19/2007 Gesellschaft/Leben

»Reinhold, sorry, aber das geht so nicht!«

Christian Ulmen (Text); Bernd Schifferdecker (Illustration)  Gewalt, Killerspiele und Waffen-SS: Siebzehnjährige gestern und heute. Jetzt in Christian Ulmens völlig frei erfundener Talkshow.
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Reinhold Beckmann:
Es gibt eine Generation hier in Deutschland, die diente im letzten Kriegsjahr 1945 als Flakhelfer. Heute schreibt sich diese Generation die Gewalt von der Seele, denken Sie nur, meine lieben Zuschauer, an Günter Grass, an eine Gewalt, zu der diese Generation in ihrer Jugend verführt wurde.
(betroffener Blick)
Heute, zu Hause in den digitalisierten Kinderzimmern, ist der Zweite Weltkrieg lange vorbei, doch die Verführung und Anstiftung der Jugend zur Gewalt geht weiter und hat ein neues Gesicht bekommen.
(jetzt sehr betroffener Blick)
Ich möchte mit Ihnen, liebe Zuschauer, und mit meinen Gästen hier im Fernsehstudio über die Gewalt der Jugend sprechen – damals in der Waffen-SS und heute im Computerspiel. Begrüßen Sie mit mir:
Martin Walser, international bekannter Schriftsteller und Sprecher einer Generation, die aus ihren Fehlern immer noch lernt.
(Walser blickt Beckmann ungerührt an)
Jeanette Biedermann, Schauspielerin, Sängerin, nicht zuletzt mit Ihrem Bad Girls Club sogar Komponistin für Musik von Computerspielen und – man liest es überall – Sexidol.
(Jeanette sieht überglücklich aus. Obwohl kein Publikum da ist, nickt sie, als nähme sie Applaus entgegen)
Uli Hoeneß, seit 28 Jahren Manager des FC Bayern München und dort der Jugend so nah.
(Hoeneß’ Stirn glänzt, er hat leuchtende Augen, wirkt aber ernst)
Und zu guter Letzt eine ganz Große. Meine Damen und Herren: Katja Riemann. Pazifistin, Schauspielerin, Sängerin, Mutter und Poetin, die im Internet ein Tagebuch schreibt. Sie engagiert sich ehrenamtlich für die UNICEF, die sich weltweit einsetzt, um Kinder zu schützen.
(Katja Riemann schaut überrascht, lächelt)
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