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aus Heft 20/2009 Stars 2 Kommentare

"Niemand hat ein perfektes Privatleben... ich werde es auch nicht schaffen"

Boris Becker über die Liebe. Das große Interview.

Von Tobias Haberl, Alexandros Stefanidis (Interview)  Christopher Thomas (Fotos)



SZ-Magazin: In vier Wochen werden Sie zum zweiten Mal heiraten. Nervös?
Boris Becker:
Eine Sache will ich gleich mal klären: Zu meiner Hochzeit will ich nichts sagen. In diesem Interview soll es um den Unternehmer Boris Becker und den Menschen Boris Becker gehen, nicht um meine Frau oder meine Kinder.

Aber es ist doch der Mensch Boris Becker, der in vier Wochen vor dem Altar stehen wird.
Sie können ja versuchen, Fragen zu stellen, die Sie über einen Umweg ans Ziel bringen.

Wir versuchen es direkt. Vor sechs Wochen haben Sie Deutschland geschockt, als Sie ausgerechnet bei Wetten dass . . ? Ihre Hochzeit mit Lilly Kerssenberg verkündet haben.

Das habe ich bewusst gemacht. Wenn ich ganz normal Einladungen an Freunde verschickt hätte, wäre es am nächsten Tag sowieso in der Zeitung gestanden. Ich bin lieber in der kontrollierten Offensive als in der Verteidigungshaltung. Und ich wusste, bei Wetten dass . . ? schauen elf Millionen Menschen zu. Die sollten die Gelegenheit haben, für zwei Stunden einen Eindruck von meiner zukünftigen Frau zu bekommen.

Der Hochzeitsplan muss ein Schnellschuss gewesen sein.

Wie kommen Sie darauf? Ich werde in diesem Jahr 42. Glauben Sie mir, den spontanen Becker, der nur aus dem Bauch heraus handelt, den gibt es schon lange nicht mehr.

Aber ein paar Wochen vorher wollten Sie doch noch Sandy Meyer-Wölden heiraten.

Ich kenne Lilly seit viereinhalb Jahren, diese Hochzeit ist alles andere als ein Schnellschuss. Hier geht es um Liebe, damit gehe ich nicht leichtfertig um.
Boris Becker und Lilly Kerssenberg im Jahr 2009
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Aber viele haben Ihre Botschaft als Trotzreaktion auf die gescheiterte Beziehung mit Frau Meyer-Wölden gewertet, dazu kam, dass Ihre Ex-Frau Barbara gerade ihre Hochzeit verkündet hatte.
Die Leute können viel interpretieren. Wichtig ist, dass die mir nahe stehenden Menschen wissen, aus welchen Gründen wir unser Glück
offensiv und zu diesem Zeitpunkt öffentlich gemacht haben.

Haben Sie am Tag danach in die Zeitung geschaut, wie Ihr Auftritt ankam?

Ich habe kurz die BamS überflogen, aber über mich steht alle paar Wochen irgendwo eine Schlagzeile. Das lese ich nicht alles. Mich interessiert: Steht da was Unverschämtes? Geht das gegen meine Familie? Ist das rechtlich haltbar? Der Rest ist mir egal. Aber jetzt reden wir ja schon wieder über dieses Zeug. Wann kommen endlich die wichtigen Themen?

Die kommen noch, keine Angst. Wir haben verstanden: Diesmal sind Sie sich wirklich sicher?
Ja. In Deutschland liegt die Scheidungsrate bei mehr als 50 Prozent, als klar denkender und erwachsener Mensch könnte man da auch sagen, ich heirate lieber nicht, das ist mir zu brenzlig. Aber als Mann mit Herz und Gefühlen bin ich sicher, das ist der richtige Schritt. Darf ich mal fragen, wie alt Sie beide sind?

33.
Spannendes Alter.

Inwiefern?
Weil mit Anfang 30 die verrückte Studentenzeit vorbei ist. Man hat ein paar Fehler gemacht, verdient endlich ein bisschen Geld und will sesshaft werden, eine Familie gründen, seinem Leben einen Inhalt geben. Ich bin Familienmensch. Ich bin lieber angekommen als auf der Suche.

Den Eindruck hatten wir die letzten zehn Jahre nicht.
Natürlich war das mal anders. Es gab eine Zeit, da wollte ich die Richtige gar nicht finden, da habe ich mich verliebt und gedacht: Oh Gott, was für ein Unglück!

Wie oft kam das vor?
Häufiger. Ersparen Sie mir die genaue Zahl. Aber heute irre ich nicht mehr gern durch die Nebenstraßen einer Stadt, ich flaniere lieber an der Seite meiner Partnerin die Hauptstraße entlang. Ich habe damals versagt und versuche es heute besser zu machen.

Ihr früherer Trainer Günther Bosch hat Sie mal einen Egomanen genannt. Er hat sogar die Befürchtung geäußert, Sie könnten zu einer Art Dieter Bohlen mutieren.
Das war beleidigend. Wenn Dieter Bohlen so über meine Tochter oder meine Söhne sprechen würde, wie er das über manchen Kandidaten von DSDS macht, würde ich mich ins Auto setzen, hinfahren und ihm den Hintern versohlen. Wenn diese Art der Unterhaltung, für die Dieter Bohlen steht, akzeptiert und respektiert wird, wenn sogar viel Geld dafür gezahlt wird, läuft doch in unserem Land etwas falsch.

Aber vielleicht waren Sie zu egoistisch damals.
Mit Sicherheit nicht. Sie können gern meine Ex-Frau anrufen. Sie wird sagen: Boris hat sich damals wie auch heute toll um seine Familie gekümmert.

Sie waren untreu.
Untreue ist meist ein Ergebnis einer unbefriedigenden Beziehung.

Nicht unbedingt. Wenn die Gelegenheit stimmt …
Also an der passenden Gelegenheit hat es in meinem Fall nicht gemangelt, das können Sie mir glauben. Ich weiß heute einfach besser als früher, wie hoch der Preis ist, den man für einen Fehltritt zahlen muss. Wenn ich das heute immer noch nicht kapiert hätte, wäre mir nicht mehr zu helfen.

Kennen Sie das Gefühl, dass man im Moment des Verliebens schon die Angst verspürt, dass sich die Getriebenheit und der Jagdinstinkt wieder melden werden?
Ich kenne es von früher, heute ist das weg. Nicht mal mir gelingt es, mir permanent etwas vorzumachen; irgendwann muss auch ich in den Spiegel schauen und sagen: Ja, das Älterwerden hat Vorteile, ich bin wirklich entspannter als früher.

(Lesen Sie auf der nächsten Seite: "Diese Menschen sollen mich in Ruhe lassen: Ich bin kein Massenmörder, ich habe keine Kinder vergewaltigt, es ist jetzt 16 Uhr und es steht auch noch kein Pils auf dem Tisch, ich habe nur ein paar Fehler gemacht.
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Kommentare

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Kommentar:

  • Dagmar Scheef (1) Schade, dass BB wieder die gängigen Fragen gestellt wurden - das langweilt - dazu lese ich nicht die SZ.velleicht nächstes mal keinen Klatschreporter zum Interview schicken?
  • Heiko Ziesche (1) Wer braucht ein Interview mit BB?
    Wenn ich sowas lesen möchte (kommt nicht vor) kaufe ich mir die BILD oder schaue RTL.
    Mein Beileid SZ-Magazin.