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Neue Fotografie 31. Juli 2014

Traummonster

Interview: Meike Mai  Fotos: Laure Fauvel

Grüne Riesenspinnen und scheußliche Schaben. Für Kinder sind die Monster aus ihren Träumen fürchterlich real. In unserer Reihe »Neue Fotografie« stellen wir diese Woche Laure Fauvel vor, die auf ihren Bildern zeigt, wie mutig Kinder gegen ihre Traummonster kämpfen.




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Name:
Laure Fauvel
Geboren: 17.12.1991
Ausbildung: Icart Photo, Levallois-Perret; Gobelins l'école de l'image, Paris
Webseite: www.laurefauvel.com

SZ-Magazin: Frau Fauvel, wie sind Sie auf die Idee gekommen, Kinder und Ihre Traummonster zu fotografieren?
Laure Fauvel: Eigentlich wollte ich ja eine Strecke über Pädophilie machen. Aber das ist gerade auf Fotos ein schwieriges Thema. Und erst recht für eine Fotografin wie mich, die davor noch nie mit Kindern gearbeitet hat. Ich hatte daraufhin die Idee, eine Metapher zu nehmen: Monster. Die Kinder sollten auf den Bildern die Monster in ihrem Schlafzimmern einschüchtern und bekämpfen. Auf all den Bildern war mir wichtig zu vermitteln, dass die Kinder stärker sind als ihre Angst.

Sie haben die Monster später digital eingefügt. Woher wussten Sie, wie sich die Kinder ihre Alptraumgebilde vorstellen?

Das wusste ich gar nicht so genau. Die Kinder haben mir oft nur die Farbe und Form "ihres" Monsters genannt, wenn ich sie darum gebeten habe, mir ihre Widersacher zu beschreiben. So habe ich mir dann grüne Riesenspinnen oder scheußliche Schaben ausgedacht. Natürlich habe ich die Computerzeichnungen den Kindern später gezeigt.

Wie lief das Shooting ab?
Ich habe das mit den Eltern gemeinsam als Spiel inszeniert. Die Kinder sind die Söhne und Töchter meiner Freunde. Also keine Kinder, die Missbrauch erlebt haben. Weil wir die Aufnahmen kurz vor dem Schlafengehen gemacht haben, musste alles sehr schnell gehen. Sonst wäre es den Kids auch schnell langweilig geworden oder sie wären quengelig gewesen.

Im Anschluss haben Sie die Bilder nachbearbeit. Welche Technik haben Sie dafür verwendet?
Ich habe mittels Photoshop die Monster eingefügt. Für mich ist der Computer genauso wichtig wie die Kamera. Er ist quasi der zweite Bestandteil eines fertigen Bildes – und die beste aller Möglichkeiten, das Foto so aussehen zu lassen, wie ich es mir vorher ausgemalt habe.

Zuletzt Ihr Tipp: Wie vertreibt man Monster am besten aus Kinderzimmern?

Man darf sie nicht zu ernst nehmen. Und muss sie auslachen. Lachen ist die stärkste aller Waffen gegen das Böse.


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