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aus Heft 51/2010 Das verstehe ich nicht 8 Kommentare

Was bedeutet eigentlich »einvernehmlich«?

Wenn keiner mehr weiß, was Vergewaltigung bedeutet, leiden alle: Frauen, Männer, der Sex. Und das Vertrauen.

Von Meike Winnemuth  Foto: AFP Photo




Es gab mal eine Zeit, da wusste man genau, was eine Vergewaltigung ist: Jemand wird gegen seinen oder ihren Willen mit Gewalt oder Drohungen zu sexuellen Handlungen gezwungen. War Penetration im Spiel: Vergewaltigung. Sonst: sexuelle Nötigung. Nein hieß nein. Alles schien klar.

Jetzt ist nichts mehr klar. Spätestens seit dem Fall Julian Assange haben die Wörter ihre Eindeutigkeit verloren: ja, nein, einvernehmlich – das kann zu jedem Zeitpunkt etwas anderes heißen. Die Fakten sind noch einigermaßen unbestritten: Julian Assange hatte mit zwei Frauen im Laufe einer Woche jeweils einvernehmlichen Sex, bei dem offenbar hier ein Kondom platzte und dort eins fehlte. Die Frauen erfuhren voneinander und beschlossen, gemeinsam zur Polizei zu gehen. Eine Untersuchung wurde erst eingeleitet, dann fallen gelassen, dann wieder aufgenommen: Laut schwedischem Gesetz kann es seit 2005 bereits als »minder schwere Vergewaltigung« gelten, wenn sich eine Frau (oder ein Mann) »auf unpassende Weise ausgenutzt« fühlt. Und sofort hat sich die ganze Welt kollektiv auf die Schenkel gehauen über dieses Rechtsverständnis: Gott, wenn jeder schiefgegangene Sex justiziabel wäre und jedes verletzte Gefühl ein Klagegrund …
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Ist es nicht zum Wahnsinnigwerden? Das, was zu jemandes Schutz gedacht ist, schadet ihm, wenn er tatsächlich davon Gebrauch macht. Denn genau das ist wieder mal das Bedrückende an diesem Fall: Kaum geht es um Sexualstraftaten, ob tatsächlich begangene oder behauptete, scheint sich jeder zum Richter berufen zu fühlen. Man kann es an sich selbst beobachten, wie leichtfertig und lustvoll man sich auf Basis von Hörensagen, Sympathiewerten und blanker Spekulation anmaßt zu wissen, was zwischen zwei Fremden hinter geschlossenen Türen passiert ist – wo man es doch oft genug nicht mal von seiner eigenen Beziehung wirklich sicher sagen könnte. War das jetzt gestern Abend einvernehmlich? Eigentlich hatte ich doch gar nicht richtig Bock.

Das Fürchterliche an solchen öffentlichen Prozessen, die wie auch im Fall Kachelmann nur zu einem winzigen Bruchteil im Gerichtssaal geführt werden, ist, dass jeder dabei verliert. Das mutmaßliche Opfer kann die Tat meist nicht beweisen, der mutmaßliche Täter nicht seine Unschuld, beide finden keine Erlösung. Jedes zukünftige Opfer wird sich angesichts der Demütigungen dreimal überlegen aufzumucken. Und wir Zuschauer – wir Voyeure – stehen wie angewurzelt im Minenfeld des Misstrauens, das wieder mal zwischen Männern und Frauen wuchert: Scheißweiber, Scheißkerle, wir alle.


Kommentare

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  • MANWILLSTOP ONEDAYHAHAHA (0) MILLIONS TO BE ASSASSINATED FOR THE SAKE OF $$$ LIABILITIES(mk-ultra, chip implants, electroshocks etc. performed on them) AND NEW WORLD ORDER(multiculturalism = terrorism) POLITICAL AGENDA KNOWN AS "YOU ARE NEXT"(financial liabilities are 2 expensive for the government and it is cheaper to get read of you instead) !!! IF YOU WERE TREATED WITH ELECTROSHOCKS OR DRUGS USED FOR WIPING OUT MEMORY(numerous Americans and Europeans were and are) AFTER ENDURING FORCED CHIP IMPLANTS(or to retard individual = how homeless people are produced), YOU ARE SCHEDULED NEXT !!!

    http://myshortbiography.blogspot.com/

    LEARN TRUTH ABOUT UNITED NATIONS, AMNESTY INTERNATIONAL AS WELL AS NEW WORLD ORDER(MULTICULTURALISM = TERRORISM) GOVERNMENTS(Equal Employment Opportunity Commission) !!! NOT THERE TO PROTECT YOUR RIGHTS, BUT TO DENY YOUR RIGHT TO EXISTENCE !!!

    ABDUCTIONS / FORCED BRAIN CHIP IMPLANTS / BLACKLISTING / FORCEFUL UNEMPLOYMENT / MK-ULTRA BRAINWASHING AGAINST WHITE(under "NAZI" lie) CIVILIAN POPULATION TODAY IN 2011/2012 ACROSS THE EUROPE AND NORTHERN AMERICA !!!

    http://myshortbiography.blogspot.com/

    WHY TO ACCEPT LIABILITIES FOR CRIMES COMMITTED WHEN WE CAN SIMPLY ASSASSINATE OUR VICTIMS(YOU) THANKS TO HUMAN RIGHTS ORGANIZATIONS AND FREE PRESS/MEDIA(most severe censorship of genocide ever !!!)!!

    Related to WHITES AREN?T WELCOME IN AMERICA ANY LONGER !!! http://www.youtube.com/user/BostjanAvsec OBAMA'S HEALTH CARE RECORDED LIVE IN 2009 !!! These are hard facts about lunatic Obama/Bush's twilight zone administrations(HORROR) or genocide against whites per ZIONIST Washington DC and in complete agreement with communist Moscow !!! EXILING WHITES(US citizens) WITH EXTREME PREJUDICE AND IMPORTING NON WHITES IMMIGRATION REQUIREMENTS FREE !!
  • rena tellmann -porter (0) das am beispiel von den prominenten zu erklären finde ich äusserst problematisch. denn wenn nser nachbar oder der onkel sowas macht herrscht da aus meiner sicht eine höhere bereitschaft eindeutig zu beurteilen und zu handeln!
    bei den beiden personen(assange und kachlemann), ist die ganze öffentliche diskussion so aus dem ruder gelaufen, dass es schonnicht mehr um die taten geht, sondern ob eine öffentliche person überhaupt verurteilt werden kann, weil man den opfern(angeklagten) per se unterstellt sie werden nur verfolgt, weil sie gut das wetter vorhersagen, oder andere gruselakten aus der versenkung hervorbefördern..schlimm ist nur, das wir als öffentlichkeit da immer mit an den verhandlungstisch gerissen werden und wie bei den öffentlichen kochsendungen im fernsehen, bleibt uns das sabbern udn applaudieren aus der ferne ohne je zu erfahren ob die lebensmittel überhaupt echt sind und das zubereitete mahl schmeckt..
    ich denke die eindeutigkeit ist schon immer gegeben..gewesen, gegen den willen ist gegen den willen..die frage ist, ob eine person anklage erhoben hätte, wenn die person nicht derart öffentlich gewesen wäre..
    das tut nichts zur sache?
    ich denke schon, denn was geht uns das liebesleben von herrn kachelmann an? wenn der sich gegen das gesetz verhält wird das zu ahnden sein und die das beurteilen sollen, sind nicht die leser und zuschauer..
    assange ist ein egoist und narzisst das es nr so kracht, ihm ist völlig egal ob die welt wegen seinen rücksichtslosen veröffentlichungen in krieg gerät, hauptsache er hat uns sein wahrheitsmäntelchen ins gesicht geweht!
    mir tränen noch die augen von dem peitschenhieb, natürlich würde ich ihm gerne so manches böse anhängen.zufällig weiß ich aber von einigen frauen, die wenn sich ihr bindungswunsch nicht erfüllt, gerne die situation etwas unbequem werden lassen für den mann, wenn es dem plötzlich zu gut zu gehen scheint..
    einvernehmlich ,ja das kann man normalerweise nur im stillen kämmerlein verhandeln ,was aber gerade bei den personen niemals der fall sein wird..
    wir haben mit der modernen gesetzgebung beschlossen die beweggründe zur tat mit in das urteil und die klage aufzunehmen, das hat zur folge, das weniger ungerechigkeiten passieren und gleichzeitig auch wieder viele..schwarz und weiß ist für den laien gut zu verstehen, aber schlecht zu verkraften..deshalb ähnelt unsere rechtsscprechung immer mehr einem politikerplenum..der der sich am besten verkauft, hat recht..
  • Daniel Schoeller (0) Sehr geehrte Frau Winnemuth,

    in den letzten ruhigen Tagen fand ich die Gelegenheit div. Artikel zu lesen.

    Gratulation! ? Endlich ein Artikel, der die Facetten unseres Daseins darstellt. ? Besser und derartig ausgeglichen hätte zum Thema der ?Einvernehmlichkeit? nicht verfasst werden können.
  • Mikael Bertilsson (0) Wie oft soll es eigentlich noch wiederholt werden, dass Assange _nicht_ angeklagt ist?

    Ebenso wenig haben die Frauen, weder allein noch gemeinsam, Anzeige gegen ihn erstattet.

    Was passiert ist, dass die Frauen zur Polizei gegangen sind, um sich Rat zu holen. Die Göteborger Staatsanwaltschaft betreibt nun, nachdem die in Stockholm den Fall fallen liess, eine Untersuchung gegen Assange. Nicht mehr und nicht weniger. Die Göteborger Staatsanwaltschaft will, ohne irgendwelche Beweise vorzulegen, und wohlgemerkt ohne überhaupt Anklage erhoben zu haben, dass Assange in schwedische Einzelhaft kommt. Solange die Untersuchung läuft, sollen seine Anwälte zudem zu Stillschweigen verpflichtet sein. Das alles, obwohl Assange sich noch eine erhebliche Zeit in Schweden aufhielt und für Befragungen jederzeit zur Verfügung stand. Für seine Ausreise nach England bekam Assange von der Göteborger Staatsanwaltschaft zudem ein OK. Nachdem er dann in England war, stand er weiterhin für Befragungen zur Verfügung. Ich glaube, man kann davon ausgehen, dass er davon auch nicht abgerückt ist.

    Nur wollte und will er dazu eben nicht mehr nach Schweden zurück. Kann man ihm das verdenken? Anders gefragt: Was muss eigentlich noch passieren, damit man ein Vorgehen einer Justizbehörde als politisch motiviert einstufen kann? Es wird doch wohl kaum je der Fall sein, dass die Behörde es selber kund tut, oder?

    Was noch dafür spricht, ist das groteske Missverhältnis zwischen der Schärfe, mit der Assange verfolgt wird, und der Nachsichtigkeit, mit der Vergewaltigungsvorwürfe in Schweden sonst verfolgt werden. Diese ganze Berichterstattung über die strenge Gesetzeslage in Schweden wird der Wirklichkeit nämlich nicht gerecht. Zwar ist die Gesetzeslage streng, doch in der Praxis kommt es nur zu wenig Anklageerhebungen geschweige den Verurteilungen. Sogar Untersuchungshaft wird, selbst wenn offensichtlich schwere Gewalt im Spiel war, nur zögerlich verhängt.

    Was die Glaubwürdigkeit der Frauen anbelangt, so ist es eine Tatsache, dass beide nach den angeblichen Vorfällen noch damit angaben, eine Affäre mit Assange gehabt zu haben. Sie gingen erst zur Polizei, als sie von der Affäre der jeweils anderen erfuhren. Vergewaltigt zu sein, sieht anders aus.
  • Ann Lin (0) Assange ist angeklagt, die Frauen zum Geschlechtsverkehr OHNE Kondom gezwungen zu haben. Er soll die Frauen, die mit Geschlechtsverkehr mit Kondom einverstanden waren, körperlich dazu gezwungen haben, Geschlechtsverkehr ohne Kondom mit ihm zu haben. Das ist unverantwortlich und sollte strafrechtlich verfolgt werden. Er hat den Frauen damit die Möglichkeit einer unerwünschten Schwangerschaft, einer Geschlechtskrankheit und sogar AIDS augezwungen.

    Meine Damen und Herren, da machen wir uns doch nichts vor: daran ist nichts verwirrend, das ist eine abstossende und höchst selbstsüchtige Handlungsweise und ja, es ist Vergewaltigung, wenn ein Mann eine Frau aufgrund seiner überlegenen Körperstärke zum ungeschützen Geschlechtsverkehr zwingt (auch wenn sie zum Geschlechtsverkehr mit Kondom einverstanden war).
  • giuseppe Bergman (0) Erstaunlich ist doch, dass die schwedische Rechtslage offenbar eine nachträgliche Umbewertung erlaubt, wenn die Dame hinterher feststellt, dass der Herr neben ihr noch weitere Damen beglückt hat.

    Die Justiz tut sich ohnehin schwer, den Missbrauch des Vergewaltigungsvorwurfs zu Zwecken der Rache wider den enttäuschend polygamen Mann sicher zu erkennen und von zurecht erhobenen Vorwürfen der sexuellen Nötigung zu unterscheiden, wie auch im Fall Kachelmann (und im Fall Polanski) deutlich geworden ist.

    Die Möglichkeit zu NACHTRÄGLICHER Umbewertung hiesse aber nun ja, dass theoretisch selbst schriftliche Einverständniserklärungen im Schwedenfalle als nichtig wertlos wären.

    Wollen wir das?

    Oder stellen wir schlicht fest, dass sich eine übereifrige Staatsanwältin von ebenso eifrigen Schlapphüten des grossen Bruders hat instrumentalisieren lassen, stellen die Sache folgerichtig ein und Rehabilitieren den Mann, obwohl er die Frechheit besass, mit zwei Frauen im gleichen Zeitraum sexuell aktiv geworden zu sein?

    Sex, auch schlechter oder sonstwie enttäuschender Sex, sollte nicht zum legalitären Rachegrund verkommen.
  • Walter Würzinger (0) Gilt jetzt in der Bettenabteilung von IKEA schwedisches Recht oder das jeweilige Landesrecht?
  • k m (0) Es ist in der Tat erstaunlich, was sich da gerade in Schweden beobachten lässt. Das Land, dass sich selber als "sexuell sehr Fortschrittlich" bezeichnet, wird zur Bühne eines bizarren Schauspiels, dass vor allem für die, die tatsächlich einer Vergewaltigung im klassischen Sinne, also erzwungenem Geschlechtsverkehr zum Opfer fallen, wenig dienlich ist. Die Autorin hat völlig Recht, dass diese Diskussion total aus dem Ruder läuft. Auf Twitter entbrennt gegenwärtig eine heisse Diskussion zwischen "Opfern", die sich auf einmal an ähnliche Zwischenfälle erinnern, bei denen zwar alles einvernehmlich war, aber nicht ganz so lief wie sie sich das vorstellten. Die Diskrepanz zwischen Kommunikaitonsproblemen im Bett und gewaltsam erzwungenem Sex ist jedoch so groß, dass ein verwischen der Grenze eine Schlag ins Gesicht der Opfer von Gewaltverbrechen ist. Die inflationäre Verwendung dieser Bezeichnung ist höchst alarmierend und gefährlich. Wieviel Glauben schenkt man noch jemandem, der sich als vergewaltigt bezeichnet? Es bedarf hier klarer Abgrenzungen! Und wenn einvernehmlicher Sex unter täuschung des Partners strafrechtlich verfolgt werden soll, dann bitte unter einem anderen Begriff.